Kusel „Über den Tag verteilt viel trinken“

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Kusel. Rund 100 Patienten mit Nierensteinen betreuen die Urologen Dirk Drumm und Stefan Leibrock im Durchschnitt pro Quartal in ihrer Kuseler Praxis. Anders als im täglichen Geschäft erlebten die Mediziner gestern bei der RHEINPFALZ-Sprechstunde ausnahmsweise eine Flaute. Nur ein Anrufer fragte um Rat – und dies noch nicht mal wegen eines Harnsteinleidens.

Dabei habe jeder Zehnte mit Nierensteinen Probleme: Männer, Frauen, sogar Kinder seien betroffen – über alle Altersklassen hinweg. Doch Patienten mit Steinleiden seien meistens schon in Behandlung, nennt Stefan Leibrock eine mögliche Ursache für die so ruhige RHEINPFALZ-Sprechstunde. „Mit einer akuten Kolik ruft keiner bei der Zeitung an“, ist er überzeugt. Von solch einer akuten Kolik berichtete Dirk Drumm: Mit starken Schmerzen sei ein Patient just ins Westpfalz-Klinikum gekommen. „Er klagte über Rückenschmerzen in Richtung der Leiste.“ Bei der Diagnostik sei ein gestautes Nierenbecken zutage getreten, schildert Drumm, der mit seinem Kollegen zwei Belegbetten im Klinikum anbietet. Außerdem sei ein Stein gefunden worden. Ganz typisch nach der Schmerzbehandlung sei, dass die Patienten sich wieder fit fühlten und nach Hause wollten, schildert Drumm. „Doch der Stein muss weg“, betonte der Mediziner. Der einzige Anrufer, ein 67-jähriger Mann, schilderte, dass er morgens oft zweimal hintereinander Wasserlassen müsse. Oft werde dieser Drang beim zweiten Mal durch einen Reiz wie etwa laufendes Wasser oder das Einschalten der elektrischen Zahnbürste ausgelöst. Dirk Drumm empfahl dem Mann, die Harnblase per Ultraschall untersuchen zu lassen, um etwa Restharn oder Blasen-Divertikel auszuschließen. „Das kann auch eine Reizblase sein“, meinte der Urologe. Im Falle des Anrufers habe die Blase möglicherweise „gelernt“, sich bei laufendem Wasser zu entleeren. „Vieles ist Gewohnheit“, wissen die Mediziner. Nierensteine können akute, äußerst schmerzhafte Koliken auslösen, andere hingegen werden gar nicht bemerkt. „Das hängt davon ab, wo der Stein sitzt“, erklärt Leibrock. Die Häufigkeit des Steinleidens habe sich in den vergangenen 30 Jahren weltweit nahezu verdoppelt. Falsche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel könnten zu dem Leiden beitragen, sagt er. Ganz häufig sei auch die zu geringe Flüssigkeitsaufnahme ein Risikofaktor für einen Nierenstein. Daher sei das Trinken ein großes Thema in der Praxis. Zweieinhalb Liter werden Stein-Patienten pro Tag empfohlen. Und damit es mit dem Trinken trotz fehlenden Durstgefühls auch klappt, empfahl Leibrock folgende Tricks: „Man sollte es sichtbar machen“, sagt der Arzt und rät, ein Glas Wasser am besten dort zu platzieren, wo man oft vorbeigeht. Außerdem solle man die Menge festlegen und vorbereiten. Dann wüsste man, dass die Teekanne oder Flasche am Abend eben leer sein sollte. Nicht empfehlenswert sei hingegen, die tagsüber nicht getrunkene Menge abends nachholen zu wollen. „Besser ist es, die Menge über den Tag zu verteilen.“ Trinken ist nach Angaben der Urologen auch eine gute Vorbeugung. „Aber es sollten die richtigen Getränke sein“, rät Drumm: Für Nierenpatienten bedeute dies weniger süße Getränke wie Cola, dafür mehr gesunde Kräutertees sowie viel magnesiumhaltiges, kochsalzarmes Mineralwasser. Um Vorbeugung geht es auch bei den regelmäßigen Vorträgen der beiden Mediziner am Kuseler Westpfalz Klinikum. Der nächste Vortrag befasse sich am Mittwoch, 11. Januar, mit dem Thema Harnwegsinfektionen. Die Veranstaltung um 19 Uhr in der Kapelle des Krankenhauses ist kostenfrei. |suca

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