Eingekreist
Wochenendkolumne: Wundersame Technik

Kennen Sie den Internationalen Tag der Technik-Problemlösungen? Nein? Ich auch nicht. Also noch nicht offiziell! Aber schon bald wird er in den weltweiten Kalendern verzeichnet sein. Ich muss ihn nur noch beantragen.
Der Technik-Problemlösungstag ist am 7. August. Das ist eindeutig durch Feldforschung erwiesen. Empirische Untersuchungen in Büros und Privathäusern von Redakteuren am Mittwoch – dem 7. August – haben gezeigt, dass hartnäckige technische Probleme, die sich teils über Jahre hielten, an diesem Tag auf wundersame Weise gelöst werden.
Das Mobiltelefon einer Kollegin wollte schon länger nicht mehr, wie es sollte – seit eine neue Sim-Karte drin ist. Auch der Austausch der Karte brachte keine Besserung. Das Telefonieren erlaubte die Karte, schriftlichen Mitteilungen jeglicher Art verweigerte sie sich jedoch hartnäckig. Bis zum 7. August! Da brachte eine weitere der bisher unzähligen Internet-Suchen den entscheidenden Hinweis. Und: Plötzlich surrten die SMS, WhatsApp und Mails nur so!
Auch ich selbst erlebte am 7. August mein Technik-Wunder. Schon vor Jahren hatte ich versucht, für die Steuererklärung ein Zertifikat beim Online-Programm Elster anzulegen. Und scheiterte. So griff ich auf die traditionelle Variante mit Unterschrift zurück. Aber mein Ehrgeiz war bei der jüngsten Steuererklärung erneut geweckt. Vor allem, nachdem ein Freund berichtete, wie er daran fast verzweifelt war. Erwartungsgemäß blieb auch ich bei der Prozedur stecken. Also schritt auch ich zum Äußersten: Ich rief die Hotline an. Am Mittwoch, 7. August. Das erste Wunder: Nach nicht einmal einer Viertelstunde Bandansage meldete sich ein echter Mensch! Zumindest deutete der mühsam eingedämmte gelangweilt-ungeduldige Unterton in der Stimme darauf hin.
Das zweite Wunder: Nach einigen Erklärungen und Mails war ich soweit, dass ich demnächst mein Zertifikat haben werde! Wahnsinn! Vor lauter Vorfreude war ich nach aufrichtigem Dank schon beim Verabschieden – da riet die Dame, noch mal anzurufen, wenn ich die Zugangsdaten per Post habe. Äh, warum? Erfahrungsgemäß funktioniert im letzten Schritt immer etwas nicht. Ach so. Klar.
Vielleicht warte ich mit jenem letzten Schritt vorsichtshalber bis zum 7. August 2020. Sicher ist sicher.
Kommunikation: Beeindruckend
An jenem Mittwoch ereignete es sich auch, dass die Telekom eine Pressemitteilung schickte. Welche Fragen aufwarf. Also rief ich an. Und hatte nicht nur sofort den Sprecher am Telefon, sondern er beantwortete auch sofort ausführlich meine Fragen! Mündlich! Ohne die Fachabteilungen schriftlich um Auskunft zu konsultieren und nach der Wenigkeit von drei Monaten eine gewichtige Pressemitteilung zu schicken. Die viel sagt, aber keine Frage beantwortet.
Eine andere Kollegin hatte diese Woche mit der Deutschen Bahn zu tun. Deren Sprecher rief am 7. August an, um mitzuteilen, dass er nichts sagen könne. Noch nicht. Aber am Donnerstag werde er dann die Antwort auf ihre Frage haben! Also, es flutschte am Wundertag.
Da der 8. August kein solcher Tag mehr ist, passierte am Donnerstag auch nichts. Aber am Freitag kam die Antwortmail des Bahn-Sprechers. Zwar enthielt sie keine wirklich befriedigende Antwort auf die Frage, aber machte deutlich, dass bei der Bahn ein gepflegt-gebildeter Ton herrscht. So wissen wir jetzt, dass die Deutsche Bahn sich bei den infrastrukturellen Anlagen nach den Vorgaben der „Technische Spezifikationen für die Interoperabilität bezüglich der Zugänglichkeit des Eisenbahnsystems der Union für Menschen mit Behinderungen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität“ richtet.
Gut zu wissen. Denn die intra-rheinpfälzische Interoperabilität der Mitarbeiter soll hinsichtlich ihrer Spezifikation ja suprabetrieblich auf die Kommunikation der Menschen mit Leser-Funktion bezüglich deren Zugänglichkeit zu ihren diversifizierten Nutzermodi hinwirken.
Probleme: Erklärbar
Wurden sonst noch Probleme in dieser Woche gelöst? Die RHEINPFALZ sorgte im bilateralen Austausch in ihrer Garten-Sprechstunde am Mittwoch (!) dafür, dass Hobby-Gärtner fernmündlich praktische Tipps bekamen.
Der Sembacher Hubschrauber fliegt seinen 1000. Einsatz. Dass ein Anwohner des Klinikums in einem Schreiben an die Redaktion den Lärm beklagt, mag man akzeptieren. Dass er die Zahl der Einsätze bezweifelt, dafür gibt es keinerlei Hinweis geschweige denn Beweis! Aus Spaß herumzufliegen, wäre wohl doch etwas teuer! Dass er bemängelt, der Hubschrauber transportiere Patienten von Lautern nach Kusel oder Kibo, lässt an ihm zweifeln: Genau dafür wurde der Intensivtransporthubschrauber (!) in Dienst gestellt! Und wenn ein solcher Hubschrauber vorhanden ist, dann muss er auch für Notfälle eingesetzt werden. Eigentlich ganz einleuchtend ...