Kreis Kaiserslautern „Wir mussten uns neu orientieren“

Die Fördergemeinschaft (FÖG) und die Stadt Landstuhl haben auf Angriffen von Geschäftsleuten aus der Kaiserstraße reagiert, die kritisiert hatten, dass der Einzelhandel in der westlichen Kaiserstraße hinter Pallmanns Eck bei Veranstaltungen „abgehängt“ werde (wir berichteten). Stadt und FÖG betonen, dass es „aus Sicherheitsgründen“ nicht mehr möglich sei, die Kaiserstraße wie früher bei Festen einzubeziehen.
Mit dem neu gestalteten Alten Markt verfüge Landstuhl über ein Areal mit Bühne, das bereits bei zahlreichen Veranstaltungen genutzt wurde. „Wir sind froh, den Alten Markt zu haben“, betont Stadtbürgermeister Klaus Grumer (CDU). Zum Vorwurf von Geschäftsleuten aus der Kaiserstraße, ihr Standort werde neuerdings ausgeschlossen, sagt Grumer: „Es ist zwar richtig, dass die Kaiserstraße früher bei Festen mit einbezogen war.“ Dies sei jedoch seit der Loveparade-Katastrophe vor vier Jahren in dieser Form nicht mehr möglich. „Wir haben uns neu orientieren müssen. Es gibt vieles, was seither nicht mehr geht“, so Grumer.
Der Vorschlag, die Kaiserstraße zwischen den Einmündungen König- und Eisenbahnstraße zu sperren und mit zwei Bühnen zu bestücken, sei nicht umsetzbar. Die Stadt habe dazu eine Stellungnahme der Polizei eingeholt. „Sie hat uns dringend abgeraten. 1000 bis 2000 Polizeibeamte sind dazu nötig. Als einziger Fluchtweg bliebe nur die Wiesenstraße.“ Feuerwehr und Ordnungsamt teilten diese Einschätzung, sagt der Bürgermeister.
Als Reaktion auf die Querelen haben nach Angaben der FÖG vier Geschäftsleute aus der Kaiserstraße zwischenzeitlich ihre Mitgliedschaft gekündigt. „Wenn sie sich außerhalb stellen, tun sie weder sich noch der FÖG oder der Stadt einen Gefallen“, stellt Grumer heraus. Auch FÖG-Vorsitzende Silke Pletsch betont: „Jeder Einzelhändler und jedes Mitglied ist uns wichtig. Wir sind dankbar für Ideen oder Verbesserungen und offen auch für diejenigen, die ausgetreten sind.“ Die Gewerbevertretung habe ihnen angeboten, sich bei Festen beispielsweise mit Ständen einzubringen. Stattdessen sei angekündigt worden, Aktivitäten zu blockieren und bei verkaufsoffenen Sonntagen die Türen geschlossen zu halten.
„Als Vorsitzende können wir nur die Rahmenbedingungen setzen und Impulse schaffen“, sagt Pletsch, die mit Franz Westrich die Interessenvertretung der Landstuhler Gewerbetreibenden anführt. „Jeder Geschäftsmann muss sie selbst mit Leben füllen. Jeder Händler ist selbst gefordert.“ Pletsch verweist auf die für 2014 geplanten Veranstaltungen mit vier verkaufsoffenen Sonntagen, die dazu dienten, die Stadt zu beleben.
Die nächste Veranstaltung, die die Fördergemeinschaft in Zusammenarbeit mit der Stadt auf die Beine stellt, ist die Sickingenmesse mit verkaufsoffenem Sonntag. Sie findet am Samstag, 5. April, und Sonntag, 6. April, rund um die Stadthalle statt. 70 Ausstellern aus Handel, Handwerk und Gewerbe präsentieren sich. (lmo)