Weilerbach
Wildkatzenkorridor spielt bei Bauvorhaben eine Rolle
Wie die mit den Projekten befassten Planer unabhängig voneinander erklärten, liegt der Westen der Weilerbacher Gemarkung in einem so genannten Wildkatzenkorridor, also einem Bereich, der von den Tieren, die in Rheinland-Pfalz insbesondere im Pfälzerwald sowie im Hunsrück und der Eifel vorkommen, bei ihren Wanderungen durchstreift werden. Eine weitere kleine Population hat sich in den militärisch genutzten Flächen rund um die Air-Base, sofern sie weitgehend ungenutztes Waldland sind, angesiedelt. Die Fachleute sprechen hier von einem Trittstein.
Da die Tiere streng geschützt sind und der Austausch zwischen den Hautpopulationen im Norden und Süden des Bundeslandes von entscheidender Bedeutung für das Überleben der Art in unseren Breiten ist, hatten unter anderem die Naturschutzverbände Änderungen bei den beiden Bebauungsplänen eingefordert, die vom Rat genehmigt wurden.
Behörde arbeitet langsam
Insgesamt mussten für die Umsetzung beider Bauvorhaben jeweils mehr als 50 Behörden, Verbände und andere sogenannte Träger öffentlicher Belange um Stellungnahmen gebeten werden, von denen allerdings nur die wenigsten an der ursprünglichen Planung etwas auszusetzen hatten, die vom Weilerbacher Dorfparlament zum Teil bereits vor Jahren angestoßen worden war. In diesem Zusammenhang kritisierte Bürgermeister Horst Bonhagen (SPD) die Bearbeitungsgeschwindigkeit bei der Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd in Neustadt, die unter anderem für die wasserrechtliche Beurteilung der Planungsvorhaben zuständig ist. Bei der Behörde sei fast ein halbes Jahr niemand zu erreichen gewesen, was den Fortgang der Planungen deutlich verzögert habe und insbesondere bei der Erweiterung des Gewerbegebiets „Auf dem Immel“ zu deutlichen Nacharbeiten bei den Plänen führte.
Die Erweiterungsfläche schließt sich im Norden der L356 unmittelbar an das bereits bestehende Gewerbegebiet an und wird dessen Fläche nach Realisierung nahezu verdoppeln. Die Erschließung, so die am Mittwochabend gezeigten Pläne, erfolgt in nördlicher Richtung über eine Stichstraße mit Wendehammer, die über einen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von rund 37 Metern an die Landstraße angebunden wird. Änderungen gegenüber den ursprünglichen Plänen mussten unter anderem an den Regenrückhaltebecken vorgenommen werden, die im Osten des neuen Baugebiets an das bereits bestehende Becken für den alten Teil des Gewerbegebiets angegliedert werden und Kapazitäten für ein so genanntes 20-jähriges Starkregenereignis, also so heftige Regenfälle, wie sie statistisch gesehen ein Mal in 20 Jahren auftreten können, aufweisen.
Querungshilfe für Wildkatzen
Zum Wildkatzenkorridor, der auch Auswirkungen auf das neue US-Hospital hat, berichtet der Planer, dass vorgesehen ist, östlich des Mackenbacher Verkehrskreisels eine Querungshilfe für die Tiere zu schaffen – „ein etwas größerer Krötentunnel“ –, wobei noch nicht klar sei, wer die Bauausführung übernimmt.
Der Korridor wirkt sich auch auf die Pläne für das MVZ aus, das südlich der L367 entstehen soll, wobei ein kleiner Zipfel des Geländes noch auf Rodenbacher Gemarkung liegt. Dessen Gemeinderat wird sich in den nächsten Tagen ebenfalls mit der Planung beschäftigen. Vorgesehen ist auf dem Grundstück, das zwischen der Verlängerung der Rodenbacher Hauptstraße, der Straße „Am Ramsteiner Tor“ und der Kreisstraße Richtung Einsiedlerhof liegt, der Bau eines Gebäudes für das eigentliche MVZ sowie zweier Wohnhäuser, die von den Ärzten genutzt werden sollen. Zwischen dem MVZ und den Wohnhäusern, die über die Rodenbacher Straße „Am Ramsteiner Tor“ erschlossen werden, wird ein Grünstreifen angelegt, der von den Katzen passiert werden kann.