Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Sickingenstadt ihr Doppeljubiläum feiert

Zahlreiche Namensvorschläge gab es für den kleinen Ritter, der im Jubiläumsjahr Landstuhls als Maskottchen fungiert.
Zahlreiche Namensvorschläge gab es für den kleinen Ritter, der im Jubiläumsjahr Landstuhls als Maskottchen fungiert.

Unter dem Motto „Celebramus 2023“ werden nächstes Jahr die Verleihung der Stadtrechte an Landstuhl vor 700 Jahren und das Gedenken an den 500. Todestag Franz von Sickingens gefeiert. Welche Veranstaltungen geplant sind und wie das Maskottchen heißt.

Das Geheimnis um den Namen des kleinen Ritters, der als Maskottchen alle Festivitäten im nächsten Jahr begleiten wird, wurde am Dienstagabend in der Stadthalle gelüftet. Über 50 Namensvorschläge seien für den „kleinen Knilch“ von den Bürgern eingegangen, berichtete Stadtbürgermeister Ralf Hersina bei der Veranstaltung, die vom Werkvolk-Fanfarenzug Bann und der Band „Carpe Diem Unerhört“ umrahmt wurde. „Die Jury hat einen Namen gesucht, der Stärke, Kraft, Mut und Tapferkeit ausdrücken soll.“ Gemeinsam mit Frank Zimmer, der mit den Heimatfreunden den Hauptpart bei Planung und Durchführung aller Veranstaltungen zu bewältigen hat, ließ er alle Vorschläge über die Großleinwand laufen: Goldnase, Knuffel, Stoppelbart und natürlich auch Fränzje – so mancher Vorschlag brachte das Publikum zum Schmunzeln oder sorgte gar für Gelächter. Doch die Jury entschied sich für „Fortissimus“ und folgte damit dem Vorschlag von Paul Mangasser, einem gebürtigen Landstuhler, der bereits beim legendären Festumzug 1951 als kleiner Junge dabei gewesen ist und nun schon lange in Köln lebt.

Extra fürs Jubiläum hergestelltes Bockbier

Auf seine gewohnt urwüchsig-humorvolle Art stellte schließlich Frank Zimmer, der Erste Vorsitzende der Heimatfreunde Landstuhl, das Festprogramm vor. Dabei wies er darauf hin, dass noch die eine oder andere Überraschung dazukommen wird. Als Beispiel nannte er das vom Sickingen-Brau-Team aus Landstuhl extra hergestellte Bockbier mit dem Etikett „Bock auf Landstuhl“.

Den Auftakt zum Festjahr, für das Ministerpräsidentin Malu Dreyer, wie sie in ihrem Grußwort in der Festschrift erwähnt, gerne die Schirmherrschaft übernommen hat, bildet am 15. Januar ein Gottesdienst in der 270 Jahre alten, noch unter sickingischer Herrschaft erbauten Pfarrkirche St. Andreas. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Kammerchor Landstuhl, der eine Messe des Landstuhler Komponisten Lothar Sander singen wird. Ein Vortrag von Kai-Michael Sprenger zu Sickingens Geburtstag am 2. März in der Zehntenscheune, eine geführte Radtour von Landstuhl zur Ebernburg vom 30. April bis 1. Mai und die Suche nach dem Täter eines Mordes auf Burg Nanstein am 28. April und 17. Mai folgen in der Reihe des Festprogramms.

Burgerlebnistage und Konzerte im „Kapellche“

Die legendären Burgerlebnistage vom 5. bis 7. Mai dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie die Konzerte im „Alt Kapellche“ am 20. Mai mit Musik aus der Epoche Franz von Sickingens. Vom 24. Juni bis 12. August gesellt sich mit den Burgspielen ein weiterer Jubilar im 60. Spieljahr mit 14 Vorstellungen des Stückes „Der Zaubertrank“ zu den Jubiläumsaktivitäten.

Den Höhepunkt aller Feiern wird das Festwochenende vom 14. bis 16. Juli bilden. Den Auftakt machen die „Men in Blue“, die Brass-Band des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz auf der Burg Nanstein am Freitag. Am Samstag findet der offizielle Festakt mit Ehrungen und Grußworten der geladenen Gäste in der Stadthalle statt, bis schließlich am Sonntag ein großer Festumzug mit bis dato 40 bis 45 gemeldeten Umzugnummern durch die Sickingenstadt rollen soll.

Zu Gast auf der Ebernburg

Vom 22. bis 24. September sind die „Sickinger zu Gast auf der Ebernburg“. Dabei werden unter anderen die Heimatfreunde Landstuhl am Geburtsort Franz von Sickingens voraussichtlich Stationen aus dem Leben des „letzten deutschen Ritters“ darstellen. Vom 30. September bis 8. Oktober gibt es das „Vermächtnis des letzten Ritters“: Spots, das Haus der Familie, bringt ein eigens für das Jubiläum geschriebenes Musical auf die Stadthallenbühne. Schon die musikalische Kostprobe der jungen Ensemblemitglieder Paulina Gräss und Coline Moro erntete am Dienstag stürmischen Applaus und spätestens bei dem professionell gedrehten Trailer zu diesem Musical bekam so mancher Besucher eine Gänsehaut.

Vokal- und Instrumentalmusik aus der Zeit des Reichsritters wird am 14. Oktober in der protestantischen Stadtkirche erklingen und in einer Matinée können die Besucher am 9. Dezember in der Pauluskirche „Weihnachten mit Franz von Sickingen“ feiern. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet am 30. Dezember der „Abgesang“, zu dem sich Groß und Klein ab 18 Uhr mit mitgebrachten Kerzen vor der Zehntenscheune zum „gemeinsamen Singen bei gemütlichem Umtrunk treffen“.

Eine Festschrift mit dem gesamten Jubiläumsprogramm ist in den Landstuhler Buchhandlungen, der Stadthalle, der Tourist-Info und auf der Burg kostenfrei erhältlich.

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