Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wie das Wetter in der Region im Oktober wird

Blick aufs Kahnhaus am Kindsbacher Bärenlochweiher: Bei Temperaturen bis 25 Grad kann hier vielleicht selbst im Oktober noch geb
Blick aufs Kahnhaus am Kindsbacher Bärenlochweiher: Bei Temperaturen bis 25 Grad kann hier vielleicht selbst im Oktober noch gebadet werden.

Der September brachte uns zahlreiche Sonnenstunden und ungewöhnlich hohe Temperaturen. An vielen Tagen blieb es trocken. Im Oktober sollten wir uns auf abwechslungsreicheres Wetter einstellen.

Fast bis zum kalendarischen Herbstbeginn blieb der September ausgesprochen sonnig, warm und trocken. Die Temperaturen überschritten sogar teilweise die 30-Grad-Marke. Ein Blick auf die Statistik: Das Mittel der Lufttemperatur lag im September in der Westpfalz mit 18,7 Grad um bemerkenswerte 4,1 Kelvin über dem Durchschnittswert der vergangenen 25 Jahre und sogar um 4,4 Kelvin über dem 30-jährigen Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. Damit war dies der wärmste September seit Beginn der modernen Wetteraufzeichnungen. An 28 Tagen betrug die Temperatur 20,0 Grad oder mehr. Am kältesten war es an der Wetterstation in Lambsborn am 25. mit frühherbstlichen 4,9 Grad. Der heißeste Tag war der 11. mit schweißtreibenden 31,6 Grad.

Viel zu trocken

Zugleich war es viel zu trocken: Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei kläglichen 15,9 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht 24,9 Prozent des langjährigen Monatsmittels von 63,8 Liter pro Quadratmeter. Nach dem nassesten September 2022 folgte also jetzt im direkten Gegenzug der niederschlagsärmste seit mindestens 30 Jahren. In Martinshöhe fielen im vergangenen Monat 18,6 Liter pro Quadratmeter, in Morlautern 21,9 Liter und in Landstuhl 12 Liter pro Quadratmeter. Die Sonnenscheindauer erreichte rekordverdächtige 266 Stunden. Das entspricht 155,7 Prozent des langjährigen Mittels. Durchschnittlich schien sie an jedem Tag acht Stunden und 52 Minuten.

Und so geht es im Oktober weiter: Die hinter einer Kaltfront einfließende kühlere Atlantikluft gelangt von Westen her rasch unter den Einfluss eines neuen Hochdruckgebietes. Da sich das Hoch vermutlich über Mitteleuropa festbeißt, steht uns erneut ein freundlicher, nahezu spätsommerlicher Witterungsabschnitt bevor – mit einigen Einschränkungen: So können sich morgendliche Nebelfelder teilweise schon länger halten oder die Ausläufer der nördlich des Hochs nach Skandinavien ziehenden Tiefdruckgebiete können uns mit ihren Wolkenfeldern streifen. Nennenswerter Regen scheint dabei aber nicht zu fallen.

Weiterhin viel zu warm

Sonst gibt es reichlich Sonnenschein. Nach Frühwerten von 5 bis 9 Grad erwärmt sich die Luft am Nachmittag auf 16 bis 19 Grad. Tag für Tag steigt das Temperaturniveau allerdings leicht an, so dass ab dem Wochenende durchaus wieder Werte von 20 bis 25 Grad zu erwarten sind, bis Mitte kommender Woche vielleicht auch noch etwas darüber. Dann bleibt es auch in den Nächten ausgesprochen mild mit Werten im zweistelligen Bereich. Ausnahmen bilden bei windschwacher Wetterlage aber zähere Nebelfelder, die einen zu kräftigen Temperaturanstieg verhindern. Dennoch bleibt es für die Jahreszeit insgesamt weiterhin (viel) zu warm.

Erst während des Mittelabschnittes bringen einige Störungsfronten etwas Abwechslung ins Geschehen. Möglicherweise fällt dann phasenweise etwas Regen oder es treten einige Schauer auf. Hinter einer Kaltfront könnte es um die Monatsmitte vorübergehend mal kühl werden, so dass in sternenklaren Nächten stellenweise mit leichtem Bodenfrost zu rechnen ist.

Sturm nach der Monatsmitte

Während der zweiten Monatshälfte scheren dann voraussichtlich nordatlantische Tiefdruckgebiete weiter südwärts aus, so dass uns häufiger Regengebiete überqueren werden. Gleichzeitig kann der Wind stark auffrischen. Wahrscheinlich muss sogar mit Sturm gerechnet werden. Im Vorfeld von Störungen bleibt es mit 15 bis 19 Grad noch mild. Auf der Rückseite wird es herbstlich kühl. Die Nächte sollten wegen der lebhaften Strömung oder der schützenden Wolkendecke aber noch frostfrei ausfallen.

Im Verlauf des Schlussabschnittes könnte sich die Wetterlage wieder beruhigen, wenn sich über dem Kontinent ein Hochdruckgebiet aufbaut. Im Zentrum des Hochs flaut der Wind ab und Nebel- oder Hochnebelfelder breiten sich aus. Die Sonne bekommt eher selten die Gelegenheit, sich in Szene zu setzen. Bei Verlagerung des Hochs nach Skandinavien gelangt mit nordöstlicher bis östlicher Strömung trockene Festlandsluft in unsere Region, so dass die Sonne häufiger scheint. Die Tagestemperaturen pendeln meist zwischen 10 und 15 Grad. In den Nächten kann es bei Sternenhimmel vor allem in Tälern sowie in der westpfälzischen Moorniederung zu leichten Frösten kommen. Sonst hält sich das Quecksilber oberhalb des Gefrierpunktes. Zum Monatswechsel könnte es von Westen wieder unbeständiger werden.

2 bis 4 Grad über dem Durchschnitt

Letztendlich wird der Oktober gegenüber dem Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre voraussichtlich etwa 2 bis 4 Grad zu warm ausfallen. Die Niederschlagsmenge bleibt wohl unterm Monatssollwert, die Sonnenscheindauer wohl wieder darüber.

Mögliche Tendenz für den Folgemonat: Im November werden die grauen Tage zur Regel. Regen und Sprühregen nehmen zu.

RHEINPFALZ-Meteorologe Michael Agne betreibt eine Wetterstation in Lambsborn.
RHEINPFALZ-Meteorologe Michael Agne betreibt eine Wetterstation in Lambsborn.
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