Kreis Kaiserslautern Wetter macht den Wehren zu schaffen
Die Anzahl der Einsätze der Feuerwehren im Landkreis Kaiserslautern ist im vergangenen Jahr gestiegen. Mit ein Grund dafür sind die Hilfeleistungen nach witterungsbedingten Ereignissen wie Hochwasser, entwurzelten Bäumen und Verschmutzungen durch Schlamm. Nur noch etwa einem Fünftel der Einsätze dienen der Brandbekämpfung.
Die Verbandsgemeindefeuerwehr Otterbach-Otterberg rückte im vergangenen Jahr zu 253 Einsätzen aus – zu 30 mehr als im Vorjahr. „Das Jahr 2018 war von der Einsatzzahl gesehen ein normales Jahr für uns“, resümiert Wehrleiter Matthias Apfelbeck. „Was aber im letzten Jahr, wie auch schon in den Jahren davor auffällt, ist die Zunahme der Einsätze wegen des Wetters“, erklärt er. Es sei nicht nur die Häufigkeit, sondern insbesondere die Zunahme der Intensität der Unwetter. Den Anstieg um fast 13 Prozent erklärt er mit den Hochwasser- und Umwelteinsätzen im Mai und Juni. Hilfe war da auch in der Nachbarschaft gefragt. Im Juni war dies in Kaiserslautern der Fall. Im Mai waren Otterbach und Schallodenbach von einem Unwetter am stärksten betroffen. Von Bränden blieb die VG weitgehend verschont. Im August brannte eine Waldlichtung zwischen Otterberg und Mehlingen auf einer Fläche von rund 1400 Quadratmetern und im September eine Maschine in einem Industriegebiet in Otterberg. Zur Nachbarschaftshilfe beim Brand dreier Wohngebäude in Enkenbach-Alsenborn im September rückte die Einheit ebenfalls aus. In Fahrzeugen eingeklemmte Personen mussten mehrfach gerettet werden. Zu 285 Einsätzen rückte die Feuerwehr der VG Ramstein-Miesenbach im vergangenen Jahr aus. Würde man die Einsätze der Einheit Niedermohr einzeln werten, käme man sogar auf 308 Alarmierungen. Die Löscheinheit hat mehrere Hilfeeinsätze zu einem Gesamteinsatz zusammengefasst. Laut Statistik waren 3761 Feuerwehrleute je 4521 Stunden im Dienst, so Feuerwehrmann Martin Fischer. 68 mal musste in der VG, aber auch in Kaiserslautern Hilfe bei Starkregen geleistet werden. Neben 46 Bränden wurde zu 41 Verkehrsunfällen ausgerückt. Der größte Teil davon ereignete sich auf den Autobahnen. In acht Fällen wurden die in Ramstein stationierten Teileinheiten des Katastrophenschutzes des Landkreises zu Einsätzen gerufen. Zudem waren 18 Brandsicherheitsdienste bei Martinsfeuer, Festumzügen und Knutfesten zu absolvieren. „Auch Sturmschäden, Türöffnungen, Rohrbrüche und Tierrettungen hielten uns auf Trab“, so Fischer. In der VG Weilerbach gab es einen Anstieg um 36 Einsätze auf 173 . Teilweise mit mehreren Ortsfeuerwehren, so dass 268 Einsätze zusammen kamen. Mit 42 Brandeinsätzen liegt die Feuerwehr Weilerbach im Kreisdurchschnitt, wobei 24 Rauchwarnmeldungen und fünf Brandsicherheitswachen darunter sind. Unter den 131 Hilfeleistungen sind die Wasser- und Umwelteinsätze mit 40 mittlerweile von größter Bedeutung. Hinzu kommen 19 Verkehrsunfälle und 15 Notfalltüröffnungen. Auch Weilerbach unterstützte bei einem Starkregen die Berufsfeuerwehr in Kaiserslautern. Bei einem Brand eines Gartenhäuschens in Rodenbach im September gab es sechs Verletzte unter den Wehrleuten. Aufgescheuchte Erdwespen attackierten diese während der Löscharbeiten. Trotz des schnellen und gezielten Eingreifens entstand im vergangenen Jahr in der VG ein Schaden von geschätzt 290.000 Euro, so Wehrleiter Udo Strasser. 434 Einsätze absolvierte die Feuerwehr Landstuhl im vergangenen Jahr. „Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als 296 Einsätze anfielen“, berichtet Wehrleiter Thomas Jung. Ein tragischer Einsatz war der Wohnungsbrand in Kindsbach im Frühjahr, bei dem für eine Frau jegliche Hilfe zu spät kam. Nicht minder tragisch: ein Kellerbrand in Hauptstuhl und eine im Fahrzeug eingeklemmte Person auf der Landesstraße 395. „Leider nehmen die Alarme von Heimrauchwarnmeldern immer mehr zu“, so Jung. Grund: Nicht gewechselte Batterien. Die Ortsfeuerwehren in der VG Bruchmühlbach-Miesau waren laut Wehrleiter Thomas Drebinski zu 154 Einsätzen ausgerückt. Größter und umfangreichster war ein Flächenbrand Mitte August in Bruchmühlbach, bei dem drei Wehren und das Tanklöschfahrzeug aus Ramstein-Miesenbach im Einsatz waren. Der Flächenbrand drohte auf Wohnhäuser überzugreifen. Durch eine Riegelstellung mit Unterstützung durch einen Landwirt mit seinem Schlepper konnte dies in einem zweistündigen Einsatz verhindert werden. Im Bereich der technischen Hilfe sind die Wehrleute meist auf der Bundesautobahn bei Verkehrsunfällen im Einsatz. Mittlerweile liege der Anteil bei zwei Dritteln aller Einsätze. Die Feuerwehr Enkenbach-Alsenborn kam auf 252 Einsätze. Auch dort überwogen die technischen Hilfeleistungen – meist nach Witterungseinflüssen. Eine große Herausforderung war ein Dachstuhlbrand im September in Enkenbach-Alsenborn, der auf zwei benachbarte Gebäude übergriff. Mehrere umliegende Feuerwehren leisteten dabei Nachbarschaftshilfe. Statistisch gesehen glich das vergangene Jahr der Verbandsgemeindefeuerwehr Kaiserslautern-Süd dem Vorjahr. Einen großen Teil machten laut Wehrleiter Mathias Diederich die Hilfeleistungen aus. Sie waren in 187 Fällen erforderlich, während es im selben Zeitraum nur 33 Brandeinsätze gab.