Kommunalwahl RHEINPFALZ Plus Artikel Wer künftig an der Spitze der drei Städte steht

 Rathaus in Ramstein-Miesenbach.
Rathaus in Ramstein-Miesenbach.

Es ist eine der großen Überraschungen des Wahlabends: In Otterberg gibt es einen Wechsel an der Stadtspitze. Ebenso in Landstuhl, was aber zu erwarten war. Nur war das Ergebnis hier überraschend deutlich. In Ramstein-Miesenbach heißt es dagegen: Alles bleibt beim Alten.

In der Wallonenstadt wird es einen neuen Bürgermeister geben: Jan Hock erreichte 57,4 Prozent der Stimmen und konnte sich damit gegen Amtsinhaberin Martina Stein durchsetzen, die auf 42,6 Prozent kam. Der 44-jährige FWG-Mann saß bislang nicht im Stadtrat. Dass er die Stadtbürgermeisterwahl für sich entscheiden konnte, das überraschte auch ihn am Sonntagabend. Zwar habe er bemerkt, dass die Stimmung für die FWG im Wahlkampf immer besser geworden sei, doch hätte er es als „vermessen“ empfunden zu denken, dass er tatsächlich gewinnen würde. Hock arbeitet bei der Verbandsgemeinde Weilerbach und war deshalb in Mackenbach als Wahlhelfer im Einsatz. Als klar war, dass er in Otterberg die Nase vorne hat, habe ihn der Wahlvorstand schließlich nach Hause entlassen. Dann sollte es für ihn erst einmal in die Otterberger Stadthalle gehen. „Die SPD hat direkt gratuliert“, berichtete er. Nach dem Spaß komme nun die Arbeit, kommentierte er seinen Wahlsieg noch.

Martina Stein, die der Wallonenstadt seit 2019 vorstand, nahm es gefasst auf. Niemand verliere gerne. „Aber das ist die Demokratie“, sagte die SPD-Frau. Sie falle nun nicht in ein tiefes Loch, es gebe ja auch noch ein Leben außerhalb der Politik. „Die Welt dreht sich weiter.“ Sie habe vorher schon überlegt, wie die Wahl ausgehen könne und sei zu dem Schluss gekommen, dass in der heutigen Zeit kaum mehr verlässliche Prognosen abgegeben werden könnten – siehe Trump in den USA. Die Politik der Ampelkoalition im Bund habe sich stark auf die kommunale Ebene niedergeschlagen, war sich Stein sicher. „Die Ampelpartner wurden abgestraft.“

Deutlicher Wahlsieg in Landstuhl

Auch in Landstuhl gibt es einen Wechsel: Erst um 22 Uhr stand fest, dass Mattia De Fazio künftig auf dem Bürgermeistersessel der Sickingenstadt Platz nehmen wird. Der 32-jährige CDU-Stadtverbandsvorsitzende erreichte 70,4 Prozent der Stimmen. Sein parteiloser Mitbewerber Markus Göttel, der von der FWG unterstützt wurde, musste sich mit 29,6 Prozent deutlich geschlagen geben. Damit tritt Mattia De Fazio die Nachfolge von Ralf Hersina an, der als erster und einziger Sozialdemokrat zwei Wahlperioden lang an der Spitze der 8700-Einwohner-Stadt stand und nicht mehr kandidiert hatte. „Ich bin sehr glücklich über das sehr gute Ergebnis“, freute sich De Fazio. „Die Arbeit der letzten eineinhalb Jahre, in denen wir die Wahl vorbereitet haben, hat sich damit gelohnt.“

Mit De Fazios Wahlsieg ist das Bürgermeisteramt wieder in CDU-Hand. Für ihn sei dies aber nicht ausschlaggebend: „Ich will mit allen Parteien im Stadtrat gemeinsam für Landstuhl kämpfen, denn mir liegt wirklich was an unserer Stadt“, sagte er auf der Fahrt vom Wahllokal auf der Atzel, wo er den Tag über Dienst geschoben hatte, zur Wahlparty im Kolpinghaus. „Ich habe dort eigentlich nur ein gemütliches Beisammensein geplant, aber jetzt nach diesem Ergebnis gibt es eine Wahlparty“, sagt er lachend und kündigt an, dass er mit seiner Frau und den beiden Kindern jetzt erstmal in der kalabrischen Heimat seines Vaters Urlaub machen wolle. „Das bin ich meiner Familie schuldig, denn sie musste viel zurückstecken während des Wahlkampfs.“

Der unterlegene parteilose Kandidat Markus Göttel war dagegen um 22.40 Uhr unter Hinweis auf die „fortgeschrittene Uhrzeit“ nicht mehr bereit, eine Stellungnahme abzugeben.

Hechler holt Spitzenergebnis

Mit einem Stimmenanteil von 85,5 Prozent ist der Christdemokrat Ralf Hechler von den Bürgern der Stadt Ramstein-Miesenbach als Bürgermeister wiedergewählt worden. Er hatte keinen Gegenkandidat. Der 52-Jährige, der auch für die kommenden acht Jahre hauptamtlicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde ist, will die Personalunion fortsetzen. Hechler wurde 2016 erstmals mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Stadtoberhaupt gewählt und bei der Kommunalwahl 2019 mit 86,1 Prozent im Amt bestätigt. „Das Ergebnis ist großartig, ich bin sehr zufrieden“, freute sich der Stadtchef. Da er keinen Gegenkandidat gehabt habe, sei seine Wiederwahl zwar zu erwarten gewesen, aber ein Selbstläufer sei dies nicht. „Es ist schön und macht Spaß, wenn einem so viel Wertschätzung von den Wählern entgegengebracht wird“, findet Ralf Hechler.

Der Wahltag habe für ihn bereits um 7 Uhr mit dem Aufschließen des Rathauses begonnen, erzählt der Ramsteiner. Danach habe er in allen Wahllokalen der Verbandsgemeinde vorbeigeschaut. Mit im Gepäck die Aufwandsentschädigung für alle Wahlhelfer, die diesmal jeweils 100 Euro für ihren Einsatz bekommen haben. Feiern mit seinen Parteikollegen wollte der Wiedergewählte am Wahlabend selbst nicht. Das soll nachgeholt werden, wenn alles Organisatorische um die Wahl erledigt ist. Die Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im Stadtrat sei gut. Deswegen will der Stadtchef mit Parteifreunden und Ratsmitgliedern bald „ehmol schee enner trinke gehe“.

 Rathaus in Landstuhl.
Rathaus in Landstuhl.
Rathaus in Otterberg.
Rathaus in Otterberg.
Jan Hock
Jan Hock
Ralf Hechler.
Ralf Hechler.
Mattia De Fazio.
Mattia De Fazio.
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