LANDSTUHL
Wer Doris Grenner in der Ökumenischen Sozialstation Westpfalz nachfolgt
46 Jahre war Doris Grenner in der Pflege tätig, davon 28 Jahre in Landstuhl bei der Ökumenischen Sozialstation Westpfalz. Die Zeit hat die ausgebildete Pflegefachkraft genutzt, sich weiter zu qualifizieren in der Pflegedienstleitung Krankenhaus und als Trainerin für Pflegekräfte und pflegende Angehörige von Demenzkranken. Jetzt war ihr letzter Arbeitstag gekommen.
„Das fühlt sich noch etwas unwirklich an, aber ich freue mich auf den neuen Abschnitt“, sagte die 63-Jährige, warf aber noch einmal einen Blick zurück. „Im November 1993 habe ich hier als Pflegedienstleiterin angefangen. In all den Jahren hat sich viel getan. Gleich zu Beginn wurden die Pflegedokumentation und -standards eingeführt. Die Pflegeversicherung kam, dann der Euro, der für viele Patienten eine große Umstellung bedeutete, da sich ihr Eigenanteil erhöhte.“ Obendrein habe die Zahl derer, die sich von einer 24-Stunden-Kraft, zumeist aus Osteuropa, pflegen lassen, zugenommen, und private Pflegedienste seien aus dem Boden gesprossen. „Das waren Faktoren, die auch an uns nicht spurlos vorbeigingen. Wir mussten Stellen abbauen, hatten und haben aber zum Glück die Unterstützung der Träger.“
Für Aufschwung gesorgt
Dass die Einrichtung heute so gut dastehe, sei zu einem großen Teil Doris Grenner zu verdanken, sagte der Vorstandsvorsitzende Lothar Lüer. „Als sie hier ihre Stelle antrat, stand die Sozialstation kurz vor der Schließung. Aber Doris Grenner hat mit ihren vorausschauenden Ideen überzeugt und neue Wege eingeschlagen, die zum Erfolg geführt und für einen finanziellen Aufschwung gesorgt haben. Sie hat die gesteckten Ziele erreicht, von ihrem Engagement und ihrer Hilfsbereitschaft haben Patienten und Mitarbeiter profitiert.“ Nichts sei ihr zu viel gewesen, kein Weg zu weit. „Selbst nachts blieb sie erreichbar. Deshalb war sie auch für die Position der Geschäftsführerin das Nonplusultra“, sagte Lüer.
Lobende Worte verbunden mit dem Dank für Geleistetes kamen auch von Vertretern der Mitarbeiterschaft und dem Verwaltungsausschuss. Nach einem Prost auf die scheidende Doris Grenner gab diese den Staffelstab an ihre Nachfolgerin weiter. Mit Diana Kutien nimmt nun eine Verwaltungsfachkraft mit der Weiterbildung zur Einrichtungsleitung den Posten der Geschäftsführerin ein. „Ich habe 20 Jahre im stationären Pflegebereich gearbeitet, zuletzt in einer Einrichtung in Glan-Münchweiler, die ich zehn Jahre geleitet habe. Jetzt wollte ich mich noch einmal einer Herausforderung stellen und in der ambulanten Pflege neue Erfahrungen sammeln. Denn zur stationären Pflege gibt es zwar Parallelen, aber auch etliche Unterschiede.“
Kutien schon seit 1. September da
Seit 1. September ist die 46-Jährige in der Ökumenischen Sozialstation tätig, um sich einzuarbeiten. „Ich bin hier sehr gut und herzlich aufgenommen worden und habe mich auf Anhieb wohlgefühlt. Mittlerweile kenne ich auch alle 60 Mitarbeitenden mit Namen, damit habe ich ein erstes kleines Ziel erreicht“, meinte Diana Kutien schmunzelnd. „Ich freue mich, ein tolles, stabiles Team zu haben, das ist nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit. Ich werde alles tun, um die Einrichtung weiterhin erfolgreich zu führen und hoffe, das gemeinsam mit allen Beteiligten zu meistern.“ Sowohl Vorstandsvorsitzender Lothar Lüer als auch sein Vize, der Ramsteiner Verbandsbürgermeister Ralf Hechler, sprachen der neuen Geschäftsführerin ihr Vertrauen aus.
„Diana Kutien ist eine kompetente Nachfolgerin“, versicherte auch Doris Grenner, die sich nun ins Privatleben zurückzieht. Mit einigen Plänen in der Tasche und viel Zeit für die Enkel, und „um erst mal nichts zu tun.“