Kommentar
Weideverbot im Gewerbepark: Komplexes Thema
Am Beispiel des Gewerbeparks Sembach zeigt sich, wie komplex das ganze Thema um die PFAS-Belastung ist. Wie hoch diese auf dem ehemaligen US-Militär-Flughafen ist und welche Maßnahmen daraus abzuleiten sind, soll ein Gutachten ans Licht bringen. Die Ergebnisse sind inzwischen da, die verantwortlichen Behörden prüfen sie zurzeit. Vorsorglich hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben allerdings dort dem Schäfereibetrieb die Weidefläche gekündigt. Die „lebenden Rasenmäher“ haben dort 30 Jahre lang Büsche und Gras klein gehalten. Vögel, Insekten und Amphibien dabei geschont. Besucher konnten sich an der einmaligen Naturlandschaft erfreuen.
Sind die Schafe durch das Fressen des Grases gefährdet? Sind Menschen gefährdet, die Kontakt mit den – möglicherweise kontaminierten – Schafen haben? Das ist alles nicht klar. Vorsichtig zu sein, ist richtig. Auf der anderen Seite müssen die Verantwortlichen aber auch ganz klar den Nachteilen ins Auge blicken, wenn die Schafe nicht mehr auf dem Gelände weiden dürfen. Wie soll das weitläufige Areal zukünftig frei gehalten werden? Dieses mit Maschinen zu pflegen, ist, wenn überhaupt möglich, teuer. Und es wäre auch alles andere als umweltfreundlich.
