Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Zugausfällen im Sommer: Lautertalbahn bekommt Hitzeschutz

Die Lautertalbahn (hier bei Katzweiler) hat zuletzt im heißen Sommer 2019 viele Probleme bereitet. Das soll sich ändern. Die Bah
Die Lautertalbahn (hier bei Katzweiler) hat zuletzt im heißen Sommer 2019 viele Probleme bereitet. Das soll sich ändern. Die Bahn hat nun einige Konzepte dagegen vorgelegt. Archivfoto: VIEW

Die Deutsche Bahn AG hat Ursachen ermittelt, die in heißen Sommern für Probleme auf der Lautertalbahnstrecke sorgen. Vier Maßnahmen sollen nun verhindern, dass es erneut in der heißen Jahreszeit zu Sperrungen kommen muss, weil die Schienen der Hitze nicht standhalten.

Die Lautertalbahnstrecke war im vergangenen Sommer mehrfach gesperrt worden. Der Grund dafür: Bei hohen Temperaturen war es zu Verwerfungen der Gleise gekommen, wodurch die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Einmal dauerte die Sperrung rund drei Wochen.

Die beiden CDU-Abgeordneten Marcus Klein (Ramstein-Miesenbach) und Marlies Kohnle-Gros (Kusel) hatten daher bei der Landesregierung Fragen zur Lautertalbahn gestellt. Unter anderem wollten sie wissen, in welchen Jahren die Schienen verlegt worden seien und wie künftig gewährleistet werde, dass es nicht wieder zu Gleisverwerfungen kommt, so dass die Strecke gesperrt werden muss.

Sie verwiesen weiterhin auf einen Test der Deutschen Bahn AG sowie ihrer österreichischen und Schweizer Kollegen, Schienen weiß anzumalen, damit diese sich nicht mehr derart aufheizen. Und schließlich interessieren sie sich dafür, ob es nicht mehr zu Problemen kommt, wenn komplett neue Schienen verlegt werden.

Das Grundproblem auf der Strecke sind die engen Kurven

Das Verkehrsministerium hat nun auf die Fragen der beiden Abgeordneten geantwortet, in deren Wahlkreise die Lautertalstrecke verläuft. Diese Antwort fuße, wie das Ministerium betont, im wesentlichen auf Informationen der Bahn AG.

Laut Bahn sind die Probleme aus einer Kombination zweier Ursachen entstanden: zum einen hohe Schienentemperaturen, zum anderen die engen Kurven im Streckenverlauf. Dort verursachten, so heißt es, die Achsen „eine Riffelbildung auf den Schienenköpfen“. Die unebene Schienenoberfläche erhöhe dann nach und nach die Vibrationen im Gleis, so dass dessen Stabilität negativ beeinflusst werde.

Das sei unabhängig vom Alter der Schienen. Wie alt diese sind, das verrät die Bahn allerdings nur für einige wenige Kilometer der Lautertalstrecke. Der Aufstellung ist zu entnehmen, dass ein Gutteil der ersten 20 Kilometer bereits zwischen 1961 und 1970 verlegt worden ist. Die Abgeordneten hatten in ihrer Anfrage gemutmaßt, ein Teil der Schienen stamme noch aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, also aus der Zeit vor 1950. Dazu äußert sich die Bahn AG allerdings nicht.

Ein weißer Anstrich der Gleise hilft laut Bahn nichts

Die Bahn will nun nach eigenen Angaben – abhängig von den örtlichen Gegebenheiten – vier verschiedene Maßnahmen starten, damit solche Gleisverwerfungen künftig nicht mehr vorkommen. Unter anderem sollen Sicherungskappen in den Kurven eingebaut werden, damit sich die Gleise nicht mehr so schnell verschieben. An anderen Stellen werden die Schienen in Gleisbögen getrennt und neu verschweißt. Zudem werden überall die Unebenheiten auf den Schienen entfernt.

Wann sie diese Arbeiten erledigen will und was sie kosten, dazu konnte die Bahn noch nichts sagen. Sie betont allerdings, dass der weiße Anstrich gegen Schienenerhitzung – derzeit ohnedies noch in der Erprobung – für die Lautertalstrecke keine Bedeutung habe. Die Fehler resultierten in erster Linie aus den engen Kurven. Auch eine Erneuerung der Schienen hätte daher keinen nennenswerten Effekt.

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