Hütschenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserbüffel am Kranichwoog haben sich gut eingelebt

Grasige Kopfbedeckung: Die Wasserbüffel fressen auch auf Flächen, die so nass sind, dass sie von Rindern, Schafen oder Pferden g
Grasige Kopfbedeckung: Die Wasserbüffel fressen auch auf Flächen, die so nass sind, dass sie von Rindern, Schafen oder Pferden gemieden werden.

Die sechs Wasserbüffel am Kranichwoog bei Hütschenhausen fressen, baden, suhlen sich – kurz: Es geht Ihnen prächtig. Ungewiss ist derzeit, ob eines der Tiere tatsächlich tragend ist.

Sie haben was an sich, diese dunklen massigen Wasserbüffel-Damen mit der breiten Stirn, den tief angesetzten behaarten Ohren und diesen klaren Augen. Gut, wer Kühe mag, der findet ohnehin, dass diese Tiere eine beruhigende, charismatische Ausstrahlung haben. Dennoch, diese sechs Wasserbüffel-Mädels, die seit Mitte Oktober am Kranichwoog in Hütschenhausen wohnen, die umgeben sich mit einer ganz besonderen Aura. „Die haben das ganze Leben Urlaub“, ordnet Landwirt David Nau, ein, was hier wohl zum Ausdruck kommt. Der Landwirt und vor allem seine Frau Angelina betreuen die Wasserbüffel, die auf dem Gelände des Naturschutzbundes als Landschaftspfleger unterwegs sind.

Die Jungtiere stammen aus Herden in der Nähe von Koblenz. Auch dort waren sie als Landschaftspfleger unterwegs. Genau genommen lautet ihre Jobbeschreibung: fressen, baden, planschen, sich suhlen, wiederkäuen und schlafen. Keine Milch muss produziert werden. Und schnell viel Fleisch anzusetzen, erwartet auch keiner von ihnen. Nein, die Mädels sollen den Bewuchs auf den Weiden und vor allem rund um die Wasserflächen kurz halten. Dafür sind sie da.

Natürlich eignen sich etwa auch Glanrinder oder Schottische Hochlandrinder, ja auch robuste Ponyrassen durchaus zur Pflege einer Landschaft. Ganz zu schweigen von Ziegen oder Schafen. Dass ausgerechnet am Kranichwoog, genau wie übrigens auch im feuchten Steinalbtal bei Queidersbach und Bann, nun aber die hierzulande eher unbekannten Wasserbüffel zum Einsatz kommen, das hat gute Gründe.

Breite Klauen eignen sich für sumpfiges Weideland

Der natürliche Lebensraum dieser Karpatenbüffel liegt im feuchten Offenland und in lichten Wäldern. Mit Genen, die an das raue Klima der Karpaten angepasst sind, umgeben sie sich im Winter mit einem besonders dicken Fell, das sie gegen Minusgrade weit unter 20 Grad schützen kann. Ihre breiten Klauen eignen sich für sumpfiges Weideland. Kurzum, sie fressen auch auf Flächen, die so nass sind, dass sie von Rindern, Schafen oder Pferden gemieden werden.

Die Hütschenhausener Wasserbüffel sollen nun aber genau solch ein Habitat offenhalten und das Aufkommen dichter Vegetation an und im Wasser reduzieren. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Büffel die Vegetation deutlich höher abweiden als Rinder oder Pferde. Es gibt Unterschiede im Verdauungssystem, die sie zudem Nahrung mit geringerer Qualität, wie eben Schilf oder Binsen, besser verwerten lässt. Und noch eins zeichnet die Büffel aus: Sie durchstreifen das gesamte ihnen zur Verfügung stehende Gebiet.

„Die Laufstrecke der Tiere ist groß“, konnte Angelina Nau bei ihren täglichen Kontrollbesuchen, feststellen. Auch den einen oder anderen Wesensunterschied der sechs Damen hat sie inzwischen registriert. „Die einen sind vorsichtig, die anderen neugierig“, so Nau.

Vertrauen der Tiere zu erlangen, ist wichtig

Das Vertrauen der Büffel zu erlangen, darauf liegt das Hauptaugenmerk der Landwirtin. Manchmal sei es schließlich notwendig, etwas näher heranzukommen, um die Gesundheit der Tiere kontrollieren zu können. „Das klappt nicht immer. Die waren auch schon mal alle auf der kleinen Insel“, erzählt Nau lachend. Ob eine der Büffeldamen nun tatsächlich tragend ist, kann sie ohnehin noch nicht erkennen, selbst wenn das Tier recht nah vor ihr steht. Falls da neues Leben entsteht, dauert es noch eine Weile bis der Bauch anfängt zu wachsen. Rund elf Monate sind Wasserbüffel tragend. „Falls, dann kommt das Kalb erst im Frühjahr oder gar erst im Sommer“, so Nau.

Nun kommt aber erst einmal der Winter. Ein Stallzelt steht als Provisorium bereit. Ob die Büffel überhaupt einen Unterstand bevorzugen, muss sich zeigen. Jedenfalls soll ein fester Holzunterstand noch genauso kommen wie die vom Nabu angekündigten Aussichtstürme für Spaziergänger.

Sind einem Bad auch bei kühleren Temperaturen nicht abgeneigt: die Wasserbüffel am Kranichwoog bei Hütschenhausen.
Sind einem Bad auch bei kühleren Temperaturen nicht abgeneigt: die Wasserbüffel am Kranichwoog bei Hütschenhausen.
Fellschubbern am Hang am Kranichwoog: Ob eines der Tiere trächtig ist, lässt sich noch nicht sicher erkennen. Falls das der Fall
Fellschubbern am Hang am Kranichwoog: Ob eines der Tiere trächtig ist, lässt sich noch nicht sicher erkennen. Falls das der Fall ist, kommt der Nachwuchs im Frühjahr.
x