Landstuhl / Bann
Warum der Hörnchenbergtunnel nur einstreifig befahrbar ist
Eingerichtet wurde die einstreifige Verkehrsführung mit Sperrung der beiden Normalspuren auf beiden Richtungsfahrbahnen bereits am 30. Juli. Der Verkehr wird seither auf den jeweils 3,75 Metern breiten Überholspuren durch den Tunnel geführt, so die Niederlassung West der Autobahn GmbH, die seit Anfang des Jahres die Verantwortung für das Autobahnnetz von den bis dato zuständigen Bundesländern übernommen hat. Der Wechsel in den Zuständigkeiten hatte letztlich auch die Baken im Hörnchenbergtunnel zur Folge, denn: „Mit dieser Übernahme einher ging eine Inventur der Infrastruktur.“ Um den Bestand und den Betrieb der beiden Röhren untersuchen zu können, wurde nach Angaben der Autobahn GmbH die einstreifige Verkehrsführung eingerichtet und die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 reduziert. „Das Tempolimit musste ausgewiesen werden, um in den engen Tunnelröhren die Sicherheit der Arbeitsstätte zu gewährleisten. Für den Autofahrer bedeutet dies einen Zeitverlust von vier Sekunden“, sagt Klaus Kosok, der bei der Außenstelle Neunkirchen der Niederlassung West für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.
Kontinuierliche Überwachung
Wie Kosok auf RHEINPFALZ-Anfrage weiter mitteilt, liegen die Ergebnisse der sicherheitstechnischen Untersuchung inzwischen vor: „Bausubstanz und Belüftung der Tunnelröhren lassen keine wesentlichen Mängel erkennen.“ Defizite hätten sich allerdings beim verkehrssicheren Betrieb des Tunnels gezeigt: „Die einschlägigen Richtlinien schreiben eine kontinuierliche Überwachung beider Röhren vor. Zum richtlinienkonformen Betrieb des Tunnels müssen daher ergänzende und auf die neuen Verantwortlichkeiten in der Autobahn GmbH abgestimmte technische, personelle und organisatorische Voraussetzungen geschaffen werden.“
Auch bisher gab es laut Kosok bereits eine Videoüberwachung des gut 500 Meter langen Landstuhler Tunnels. Die Landstuhler Autobahnmeisterei hatte ein Auge auf das, was in den Röhren passiert. „Doch nun ist eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung angestrebt, die von der Meisterei personell nicht geleistet werden kann.“ Daher soll diese künftig zentral vom saarländischen Rohrbach aus erfolgen. „Wir wollen auch Synergien nutzen“, erläutert Kosok, dass in Rohrbach ein Mitarbeiter sowohl den Hörnchenberg als auch den saarländischen Tunnel „Pellinger Berg“ im Zuge der A8 kurz vor der Grenze zu Luxemburg überwachen soll. In einem ersten Schritt sei daher zunächst die Anbindung des Landstuhler Tunnels an Rohrbach einschließlich der Einrichtung der digitalen Überwachungs- und Steuerungstechnik notwendig. „Das ist nicht so einfach, wie der Laie sich das vorstellt“, betont Klaus Kosok und spricht von „unglaublich vielen technischen Details“, die dabei berücksichtigt werden müssten. Der Auftrag sei zwar erteilt, aber bis die Arbeiten beendet sind, werde es voraussichtlich April 2022.
Tempo 60 bleibt noch eine Weile
Und so lange bleibt es auch bei der einstreifigen Verkehrsführung und Tempo 60. „Die gesperrten Spuren dienen als Rettungsgassen in Havariefällen“, so die Autobahn GmbH, die „die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die aus Sicherheitsgründen unvermeidbare Verkehrsbeschränkung“ bittet.