Enkenbach-Alsenborn Warnstreik der IG Metall vor Heger-Gebäude

Nicht nur digital unterwegs: Nach Warnstreiks im Netz bezogen am Donnerstag IG-Metaller aus der Region vor dem Verwaltungsgebäud
Nicht nur digital unterwegs: Nach Warnstreiks im Netz bezogen am Donnerstag IG-Metaller aus der Region vor dem Verwaltungsgebäude der Heger-Gruppe im realen Leben Stellung .

Ein Autokorso, geschmückt mit roten IG-Metall-Fähnchen, zog am Donnerstag vor dem Verwaltungsgebäude der Heger-Gruppe in Enkenbach-Alsenborn vorbei. Die Gewerkschaftsmitglieder demonstrierten für mehr Lohn und einen Zukunftstarifvertrag.

Zu dem Warnstreik hatte die IG Metall nicht nur Mitarbeiter der Heger-Frühschicht, sondern auch diejenigen anderer Firmen der Metall- und Elektro-Industrie aufgerufen. Nach der digitalen Variante am Dienstag bei John Deere, folgte nun die klassische Form der Arbeitsniederlegung vor dem Werkstor.

„Unser Ziel ist es, Herrn Heger ein Paket mitzugeben“, sagte Bernd Löffler, Erster Bevollmächtigter der Gewerkschaft in Kaiserslautern. Denn Johannes Heger, der Präsident des Arbeitgeberverbandes Pfalz-Metall, sitzt am heutigen Freitag bei der vierten Tarifverhandlungsrunde der Mittelgruppe als Verhandlungsführer der Arbeitgeberverbände aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am Tisch. In dem Paket, das ihm die Arbeitnehmer symbolisch geschnürt haben, ist die Forderung enthalten, dass die Arbeitgeber ihre „Verweigerungshaltung niederlegen“, wie Löffler sagte. Geschehe dies, bestünde die Möglichkeit einer „historischen Tat“, nämlich einen Tarifabschluss auszuhandeln, der für ganz Deutschland wegweisend sein könnte.

Vier Prozent mehr gefordert

Vier Prozent mehr Entgelt fordert die Gewerkschaft. Löffler betonte aber, dass es um mehr als nur das Geld gehe. Vielmehr stellt sich die IG Metall einen Zukunftstarifvertrag vor, in dem neben Beschäftigungssicherung auch Investitionen und das Voranbringen von digitalen Prozessen zugesagt werden. Bei Opel gebe es einen solchen Vertrag bereits.

Johannes Heger bezeichnete die Forderungen als „utopisch“. In Zeiten, in denen die Unternehmen durch die Corona-Krise zum Teil deutliche Einbußen erlitten hätten, könne es jetzt nur ums „Erhalten und Konsolidieren“, nicht aber um Lohnerhöhungen gehen. Diese kann es aus Sicht der Arbeitgeber erst 2022 geben.

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