Ramstein-Miesenbach Wahl: Roger Bier will Grüne in Verbandsgemeinderat führen

Roger Bier
Roger Bier

Die Parteienlandschaft im Verbandsgemeinderat von Ramstein-Miesenbach könnte nach dem 9. Juni ein bisschen bunter werden: Bündnis 90/Die Grünen bewerben sich mit einer Liste um den Einzug – das erste Mal seit 25 Jahren.

Sie machen sich stark für Themen wie den Radverkehr, die Energiewende oder auch den bewussten Umgang mit Flächen: die Grünen. Im Entscheidungsgremium der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach sind sie allerdings nicht vertreten. Das wollen sie nun ändern. Erstmals seit 25 Jahren hat die Partei wieder eine Kandidatenliste für den Verbandsgemeinderat, der bei der Kommunalwahl am 9. Juni gewählt wird, aufgestellt. Sie umfasst zehn Personen.

Spitzenkandidat ist Roger Bier. Der 39-jährige Ramstein-Miesenbacher sagt von sich selbst, er sei ein politischer Mensch. Das mag auch an seiner Familie liegen, die sich ebenfalls engagiert. So habe sein Großvater die CDU in Ramstein-Miesenbach mitgegründet, auch seine Mutter habe ein schwarzes Parteibuch. Da lag es nahe, dass er selbst mit 14 Jahren in die Junge Union und später ebenfalls in die CDU eintrat. Mittlerweile aber passten die Politik der Christdemokraten und seine eigenen Werte nicht mehr zusammen, begründet Bier, warum er sich schon vor einiger Zeit eine neue politische Heimat gesucht habe. Vor allem in Bezug auf die Klimakrise hat die CDU aus seiner Sicht keine zukunftsfähigen Lösungen und die Positionen in Bezug auf Migration missfallen ihm ebenso.

Von der CDU zu den Grünen

Bei den Grünen fühlt er sich hingegen am richtigen Platz. Sollte er in den VG-Rat gewählt werden, würde er sich dort dafür einsetzen, ein Netzwerk aufzubauen, das Schulabgänger und vor Ort angesiedelte Unternehmer zusammenbringt. Denn Ramstein-Miesenbach sei zwar derzeit wirtschaftlich gut aufgestellt, müsse sich aber schon jetzt um ausreichende Fachkräfte in der Zukunft kümmern. Gleichzeitig sei es wichtig, den jungen Menschen möglichst wohnortnah eine berufliche Perspektive zu bieten. Auf diesem Feld möchte der diplomierte Wirtschaftsingenieur, der bei der Handwerkskammer der Pfalz in der Ausbildungsberatung und Nachwuchsgewinnung tätig ist, seine berufliche Expertise einbringen.

Das zweite Thema, das Bier am Herzen liegt, ist der Radverkehr. Während er findet, dass in die touristischen Fahrradstrecken bereits gut investiert worden sei, müsste nun auch das Radwegenetz für die alltäglichen Fahrten ausgebaut werden. Er ist davon überzeugt, dass mehr Menschen auf das Zweirad umsteigen würden, wenn die Infrastruktur besser wäre. Aber auch an die anderen Verkehrsteilnehmer denkt Bier. Alle, vom Fußgänger bis zum Autofahrer, sollten sicher auf Straßen in gutem Zustand unterwegs sein können.

Die Grünen würden sich außerdem im VG-Rat dafür stark machen, bei allen Entscheidungen „die großen Themen Digitalisierung, Transformation und Dekarbonisierung mitzudenken“, betont Bier.

Ein prozentuales Ziel, das sie bei der Wahl des VG-Rates erreichen möchte, habe sich die Partei nicht gesetzt. Aber ein Einzug in das Gremium in Fraktionsstärke, also mit mindestens zwei Personen, „wäre schon toll“.

Die Grünen-Liste

1. Roger Bier, 2. Sandra Fey, 3. Thomas Pfeiffer, 4. Viktoria Däuwel, 5. Dominik Fey, 6. Stephanie Junker, 7. Werner Weller, 8. Rebecca Bier, 9. Michael Junker, 10. Hans-Martin Bauer.

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