Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Vor 300 Jahren wurde die Kerwe geboren

Kerwerede 1991 an der damaligen Gaststätte Klimbim: Kerweredner waren Ralf Hechler (links) und Thomas Layes.
Kerwerede 1991 an der damaligen Gaststätte Klimbim: Kerweredner waren Ralf Hechler (links) und Thomas Layes.

Am Wochenende wird in Ramstein Kerwe gefeiert. Diesmal steckt jedoch mehr hinter dem alljährlichen Fest als sonst. Denn die Kirchweih, in diesem Fall die Weihe der alten Ramsteiner Kirche auf dem Schulhügel, jährt sich zum 300. Mal. So lange wird das Kirchweihfest – heute Kerwe genannt – in Ramstein bereits gefeiert.

Vor 300 Jahren, am 10. September 1724, hatte der Wormser Weihbischof Johann Baptist Gegg die alte, wiederaufgebaute Kirche auf dem Schulhügel eingeweiht. Seitdem feiern die Ramsteiner ihr Kirchweihfest am dritten Sonntag im September. Die alte Kirche gibt es schon lange nicht mehr. Das Kirchenschiff wurde nach der Weihe der neuen Kirche in der Landstuhler Straße im Jahr 1903 abgerissen, der verbliebene Kirchturm ist 1916 wegen Bauschäden zusammengefallen. Aus dem ursprünglich religiösen Fest ist im Laufe der Jahrhunderte ein Dorf- und Stadtfest geworden: die Kerwe oder besser die „Ramschder Kerb“, wie Bürgermeister Ralf Hechler das Fest sogar in der Betreffzeile einer E-Mail nennt. In diesem Jahr wird die „Ramschder Kerb“ vom 13. bis 17. September gefeiert.

Kerweneustart im Jahr 1991

Los geht es am Freitagabend mit der Eichung der „Straußbuwe un -mäd“ an der Gaststätte „Die Bühne“ im Congress Center Ramstein (CCR). „Die Tradition der Straußjugend war in den 70er und 80er Jahren immer unregelmäßig und unterbrochen“, erzählt Hechler. 1991 hätten Thomas Layes und er einen Kerweneustart hingelegt. „Seit dieser Zeit sind jedes Jahr viele junge ,Mäd unn Buwe’ am Start, und alle hatten sich seit 1991 in die Hand versprochen, beim Jubiläum 2024 mitzumachen“, sagt Hechler. Rund 80 aktuelle und „Schdraußbuwe“ aus den vergangenen 30 Jahren seien es, die sich fürs Wochenende gerichtet haben.

Um 21.30 Uhr spielt am Freitag im großen Saal des CCR die Partyband „Hüttenrocker“ auf. Am Samstag stehen zunächst die Fußballer des FV Olympia Ramstein mit den Kerwespielen auf dem Sportplatz Am Hocht im Mittelpunkt. Um 14 Uhr empfängt die zweite Mannschaft die Elf des FV Kindsbach 2, um 16.15 Uhr trifft die erste Mannschaft in der Landesliga auf die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied. Nach den Spielen geht es auf den Kerweplatz ins Zentrum, wo Ralf Hechler um 18.30 Uhr den Fassanstich vornehmen und eine Runde Freibier ausgeben wird. Dazu werden die Ramsteiner Straßenmusikanten aufspielen. Der Samstagabend endet mit einem Feuerwerk, das gegen 21.45 Uhr den Himmel über der Stadt erhellen wird.

Kerweumzug am Sonntag

Der Sonntag beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst an der Stätte der ersten Kirchweihe auf dem Schulhügel. Um 14 Uhr treffen sich Straußjugend, Kindergärten und Vereine auf dem John-F.-Kennedy-Platz zum Kerweumzug, der über die Bösdellstraße und Spesbacher Straße bis zur Straßenkreuzung vor dem Museum im Westrich führt. Dort werden insgesamt acht „Straußbuwe un –mäd“, darunter auch der heutige Bürgermeister, die Kerwerede halten – begleitet von den Ramsteiner Straßenmusikanten. Für den Kerwemontag laden das Bistro „maxi“ in seine Räumlichkeiten und der FV Olympia Ramstein ins Sportheim des Vereins zum Kerwefrühschoppen ein. Um 19 Uhr treffen sich die „Straußbuwe un -mäd“ zum gemeinsamen Singen am Marktbrunnen auf dem Kerweplatz. Dazu werden auch „Straußbuwe un -mäd“ aus Nachbarorten erwartet. Am Dienstagabend treffen sich alle gegen 20 Uhr auf dem Kerweplatz, um die Jubiläumskerwe zu beerdigen.

An allen Tagen laden die Schausteller und Fahrgeschäfte auf dem Kerweplatz zum Besuch ein. „Der Kerweplatz ist voll bestückt“, betont Hechler. Mit Himalayabahn, Boxauto, Jumper, Babyflug, Karussell, Mini-Riesenrad, Schieß-, Spiel- und Wurfständen, Süßwaren und Deftigem, Brutzelstand, Wein- und Bierständen wird für jedes Alter etwas geboten. „Beim Bierstand der Pfadfinder und des TV 03 Ramstein gibt es das original ,Ramschder Bier’ von der Hausbrauerei Big Emma. Also, alles do“, verrät der Bürgermeister und weist noch auf eine Besonderheit hin: „Ab Freitag steht ein Relikt der früheren Zeit als Nachbau gegenüber der früheren Hubertus-Apotheke, also mitten in Ramstein: ,es Mäuersche’ mit Telefonzelle. Das war über Jahrzehnte der Treffpunkt, um sich zu verabreden. Auch das ist Kult.“

So sah es um das Jahr 1900 aus: ein Blick von der Spesbacher Straße in die Miesenbacher Straße mit dem alten Rathaus. Im Hinterg
So sah es um das Jahr 1900 aus: ein Blick von der Spesbacher Straße in die Miesenbacher Straße mit dem alten Rathaus. Im Hintergrund ist der Schulhügel mit der alten Kirche zu sehen.
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