Kreis Kaiserslautern Volkes Stimme zählt am Sonntag

Es ist ein emotionales Thema, über das die Schopper am Sonntag abstimmen dürfen: In der Verbandsgemeinde bleiben oder in die Nachbar-VG und damit den Landkreis Südwestpfalz wechseln? Während die Bürger schon hitzig darüber diskutierten, geben sich sowohl der Ortsbürgermeister, der den Wechsel angestoßen hat, als auch der Sprecher der Bürgerinitiative eher gelassen vor dem entscheidenden Tag.
Ortsbürgermeister Bernd Mayer (FWG) würde seinen Ort gerne in der VG Waldfischbach-Burgalben sehen. Etliche Bürger dachten anders und sammelten im September Unterschriften für einen Bürgerentscheid. Die Abstimmung am Sonntag soll nun Klarheit darüber bringen, wie die Mehrheit der Einwohner denkt. Letztlich entscheidet jedoch das Land, ob es einen Wechsel zulässt oder nicht. „Ich sehe die Zukunft Schopps in Waldfischbach-Burgalben, wollte nicht mehr als eine finanziell gesicherte Zukunft“, meint Mayer. „Wenn die Mehrheit der Bevölkerung das anders sieht, ist das auch gut. Ich stehe dem recht emotionslos gegenüber.“ Deshalb sei er auch „nicht sonderlich enttäuscht, wenn es Richtung Landstuhl geht“. Für beide Positionen gebe es Argumente, es sei letztlich „eine Frage der Emotionen“, wofür man sich entscheidet. Er sieht trotz teils hitziger Gegenstimmen durchaus Chancen für seine Pläne: „Die Entscheidung fällt am Wahltag. In Schopp gehen die Uhren anders!“ Und schiebt schmunzelnd hinterher: „Das Land hat das angezettelt und denkt wohl: ,Lass die sich erst mal die Köpfe einschlagen, wir entscheiden dann eh, wie wir wollen.’“ Ebenso gelassen, aber auch recht siegessicher, gibt sich Aloys Edrich, ein Vertretungsberechtigter des Bürgerbegehrens. „Meine Erwartung ist, dass der überwiegende Teil der Wähler im Kreis Kaiserslautern verbleiben will.“ Dort könne man auf Bewährtes zurückgreifen, „alles andere sind Spekulationen oder hehre Absichtserklärungen.“ So ändere sich für die Grundschule beim Verbleib im Landkreis nichts, bei einem Wechsel fehle ihm „jedoch der Glaube“, dass der Bestand durch die Krickenbacher Kinder gesichert sei. Er befürchtet auch, dass man „als Fremder in einer gewachsenen Struktur erst mal hintenan“ stehe und sieht „einen Rattenschwanz an Dingen, an die jetzt keiner denkt“. Seine Zuversicht nimmt Edrich zudem aus der Stimmung bei den zwei Bürgerversammlungen und der Tatsache, dass in nur acht Tagen viermal so viele Unterschriften wie nötig gesammelt waren. Auch bei der Wahlbeteiligung ist er optimistisch: „Ich erwarte sie um die 70 Prozent.“ (gzi)