Kreis Kaiserslautern Viele Fachdisziplinen eng verzahnt

Placeholder-Image

Außerhalb von größeren Städten suchen niedergelassene Ärzte verzweifelt Nachfolger. Meist vergebens. So werden Praxen in ländlichen Regionen zunehmend zur Mangelware. Ein Zusammenschluss von Ärzten soll die Lösung der Zukunft sein. In Landstuhl wurde sie bereits vor fünf Jahren umgesetzt. Mit dem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Westpfalz, das mehrere Fachrichtungen vereint und Patienten kurze Wege bietet.

Würde es der Besucher nicht besser wissen, könnte er sich beim Betreten des MVZ Westpfalz in der Kaiserstraße in einem Hotel vermuten. Die Wartebereiche haben Loungecharakter, von den Wänden grüßt moderne Kunst, und an der zentralen Anmeldung gibt’s keinen Stau. Hier sind vier Mitarbeiterinnen allein dafür zuständig, Patienten in Empfang zu nehmen. Ganz ohne Unterbrechung durch das Telefon. „Die Anrufe gehen in unserem separaten Call-Center ein“, sagt Peter Jung. Er ist Chirurg und leitet gemeinsam mit den HNO-Ärzten Antonio Baker Schreyer und Nicolas Hammerschmitt, dem Radiologen Maik Farries und dem Anästhesisten Hossein Raahimi das MVZ. Dieses erstreckt sich über zwei Etagen und insgesamt 1800 Quadratmeter. Modernste Technik vom Ultraschall bis zum MRT dient der Untersuchung und Diagnostik. Selbst ein Schlaflabor fehlt nicht. „Wir führen hier nicht nur Untersuchungen und Behandlungen durch, sondern auch ambulante und stationäre Operationen, vorausgesetzt, sie verlangen im Anschluss keine Unterbringung der Patienten auf der Intensivstation. Ansonsten sind wir gerüstet mit einem eigenen OP-Trakt, der vier Operationssäle umfasst, die auch von externen Ärzten genutzt werden können“, erklärt Jung. Für Patienten, die mehrere Tage stationär betreut werden müssen, stehen in der angegliederten Mediceum-Klinik 17 Betten bereit, in Einzel- und Doppelzimmern und einem Familienzimmer. Seit seiner Eröffnung 2011 sei das MVZ, das Zweigstellen in Kaiserslautern, Ramstein-Miesenbach und Pirmasens hat, ständig im Wachstum begriffen. „Wir behandeln jährlich annähernd 40.000 Patienten ambulant und führen etwa 4000 Operationen durch, wobei bis zu 700 Patienten stationär aufgenommen werden.“ Eine positive Bilanz, die Jung zurückführt auf die enge Verzahnung der Fachdisziplinen, die durch den Orthopäden und Unfallchirurgen Halid Toric ergänzt werden, der seit diesem Jahr auch zur Behandlung von Schul- und Arbeitsunfällen zugelassen ist. Außerdem bekomme die MVZ-Familie immer neuen Zuwachs. Allein 2016 habe sie sich durch die Übernahme einer chirurgischen Praxis in Kaiserslautern und einer orthopädischen in Ramstein-Miesenbach erweitert. Neu in der Kaiserstraße sei auch die Leitung der plastischen Chirurgie und Handchirurgie durch den Landstuhler Spezialisten Hansjürgen Jost. „Die Expansion spiegelt sich in den Mitarbeiterzahlen wider. Mit allen Standorten zusammen zählt das MVZ Westpfalz 27 Ärzte und 115 Mitarbeiter. In der Mediceum-Klinik sind noch einmal 18 Angestellte tätig“, zeigt Praxismanagerin Heike Hager auf. Neben der Allianz mehrerer medizinischer Disziplinen bringt der Standort einen weiteren Vorteil mit sich. Denn das Versorgungszentrum ist in einem Ärztehaus angesiedelt. Mit seiner Erbauung hat der MVZ-Gesellschafter Antonio Baker Schreyer die Vision von einer umfassenden Patientenversorgung in die Tat umgesetzt. So beherbergt das Gebäude auch eine zahnärztliche, gynäkologische, neurologische und kinderärztliche Praxis sowie eine internistische Praxis mit Dialyse und ein Geschäft für Optik und Hörakustik. Dazu noch eine Apotheke und ein Café. Entsprechend groß ist das Einzugsgebiet. „Es reicht bis Homburg, Enkenbach-Alsenborn, Hochspeyer, Kusel und Pirmasens. Patienten mit Liplymphödem kommen sogar aus ganz Deutschland, um sich bei uns konservativ behandeln zu lassen“, sagt Peter Jung und sieht das MVZ als Modell der Zukunft bestätigt. Kontakt —MVZ Westpfalz, Kaiserstraße 171, Landstuhl. —Telefon: 06371/4049-100 —E-Mail: info@mvz-westpfalz.com —Internet: www.mvz-westpfalz.com

x