Kreis Kaiserslautern „Tägliches Gedröhne geht an die Nerven“

Der Fluglärm in der Region ist für viele ein Reizthema.
Der Fluglärm in der Region ist für viele ein Reizthema.

Ob US-Helikopter oder Flugzeuge, die die Air Base Ramstein ansteuern oder von dort Übungsrunden drehen: Den militärischen Fluglärm empfinden viele Menschen in Stadt und Kreis Kaiserslautern als extrem störend. Das hat nach den jüngsten Helikopterüberflügen in Mittelbrunn der RHEINPFALZ-Aufruf gezeigt, der bei den Lesern auf große Resonanz stieß. Hier eine Auswahl aus den vielen Zuschriften, die uns aus der gesamten Region erreicht haben.

Auch in Linden flogen drei Hubschrauber im Tief- und Standflug durch den Ort, und zwar am 28. April vormittags. Man hatte den Eindruck, in einem Kriegsgebiet zu leben. Ich finde es ist eine Schweinerei, wie die Amis mit uns umgehen. Außerdem finde ich schade, dass unsere schöne Pfalz durch solche Aktionen im Wert gemindert wird. Als Tourist würde ich solche Gebiete meiden. Mich stören die in der Nacht und am frühen Morgen startenden und Otterberg überfliegenden Flugzeuge. Wir wohnen mitten im Grünen etwa 30 Kilometer Luftlinie von der Air Base Ramstein entfernt. Trotzdem wird man nachts oder am frühen Morgen durch das Dröhnen der Galaxy-Motoren im Schlaf gestört. Der allgemeine Flugverkehr der Air Base spielt sich den ganzen Tag über in geringer Höhe über unseren Köpfen ab. Dazu kommen dann noch die schönen Manöverflüge à la Top Gun der F16, die manchmal extrem tief über die Häuser brettern und ab und zu auch ein erschreckender Überschallknall, der einem durch Mark und Bein geht. Nicht zu vergessen das abgelassene Kerosin über unseren Wäldern! (...) Das bin ich leid und unterstütze deshalb die Kampagne „Stopp Ramstein“. Am 25. April um 13.24 und 14.43 Uhr flogen über Trippstadt je drei Kampfhubschrauber, die sich im Tiefflug über unserem Grundstück befanden und sich wohl einen Spaß daraus machten, meine Ziegen über das Gelände zu jagen! Habe mit meinem Handy Fotos gemacht. Sie unterbrachen ihre Jagd erst, als sie mich bemerkten, da ich unschöne Handzeichen machte, die sie wohl erkennen konnten. Eine Woche später waren sie erneut da. Sie versetzen meine Tiere und mich jedes Mal in Angst und Schrecken. Die Helikopter haben auch über Wallhalben mehrere Runden gedreht. Teilweise sogar im Schwebeflug beziehungsweise extrem langsam. Von einem reinen Überflug kann also keine Rede sein. Am Nachmittag des 23. Mai befand ich mich in Wallhalben auf dem Friedhof Oberhausen. Plötzlich tauchten über dem angrenzenden Waldgebiet aus Richtung Schmitshausen mehrere Kampfhubschrauber am Himmel auf. Diese flogen sehr niedrig weiter in Richtung Knopp. Beim Überfliegen des Friedhofs war ein ohrenbetäubender Lärm zu hören. (...) Kurze Zeit später flogen erneut drei Kampfhubschrauber des gleichen Typs auf der gleichen Route und in gleicher Art und Weise (...) über den Friedhof hinweg. Auch Wallhalben war am Rande von den Hubschrauberflügen über Mittelbrunn betroffen. Am 23. März habe ich bereits dem Bürgerbüro in Rheinland-Pfalz mitgeteilt, dass an diesem Tag Tiefflüge von Düsenjägern über Wallhalben stattfinden. Eine Rückantwort habe ich nicht erhalten. Ich finde diese Überflüge eine Unverschämtheit. Sie sollen doch über Mainz und Trier fliegen! Ich konnte von meiner Terrasse aus abends beobachten, wie mehrere US-Kampfhubschrauber zwischen Waldfischbach-Burgalben und Donsieders in geringer Tiefe einige Runden drehten. Diese Manöwer waren lediglich von kurzer Dauer und wurden von meiner Seite aus als nicht besonders störend empfunden. (...) Landwirte, die mit ihren Traktoren (...)durch die Hauptstraßen der kleinen Gemeinden donnern, verursachen weitaus mehr Lärm als diese Hubschrauber. Herr Degenhardt (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, Anm. der Redaktion) sollte sich mal darüber Gedanken machen, wie viele Häuser in Mittelbrunn und in den weiteren Gemeinden in seiner Verbandsgemeinde an Angehörige der US-Streitkräfte vermietet sind. (...) Mit solchen überzogenen Reaktionen schadet man eher der ganzen (strukturschwachen) Region. Die Konzentration der militärischen Einrichtungen in der Region führt täglich zu einer Vielzahl von Lärmereignissen. Vor allem nutzt die US-Air Force mit bis zu elf Kampfjets gleichzeitig den Übungsraum, was ein ständiges, massives Gedröhne zur Folge hat. (...) Die Belastungen sind nicht mehr zu ertragen und grenzen an Körperverletzung, ja sogar Folter. Ich frage mich immer, wie dieses tägliche Gedröhne mit dem Wissenschaftsstandort Kaiserslautern zusammen geht, denn es stört bei mir erheblich die Konzentration, geht an die Nerven und reduziert meine Belastbarkeit. (...) Als ganz besondere Belastung empfinde ich die Kampfjetübungen nach 18 Uhr. In anderen Teilen Deutschlands kann man einen ruhigen Feierabend verbringen, hier leider nicht. Wenn nachts eine Galaxy C5 übers Haus fliegt, stehen sie senkrecht im Bett. Vom direkten Weiterschlafen ist man dann weit entfernt. Auch stundenlange Übungsflüge der Transportflugzeuge C130 Hercules über unser Haus muss man hinnehmen. Den Gipfel des Terrors durch die amerikanischen Freunde besorgen dann die Kampfjets aus Spangdahlem.

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