Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Studentinnen begleiten Waldjugendspiele: Ausweitung für den Naturschutz?

Die vier RPTU-Studentinnen Liv Henke, Zoe M. Neuß, Deborah Lopp und Jorina Hinrichs (von links) widmen sich dem Thema „Wald und
Die vier RPTU-Studentinnen Liv Henke, Zoe M. Neuß, Deborah Lopp und Jorina Hinrichs (von links) widmen sich dem Thema »Wald und Kinder«.

Waldjugendspiele kommen in der Regel gut bei den Kids an und fördern das Umweltbewusstsein. Das möchten vier Studentinnen nutzen und die Jugendspiele ausweiten.

Waldjugendspiele, diese ganz besonderen Schulwandertage, gibt es bereits seit 1970. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald organisierte anlässlich des damaligen Europäischen Naturschutzjahres die ersten Waldjugendspiele in Bayern. Dort sind sie nicht geblieben. Der Wald und die Kinder haben quasi Schule gemacht, finden seitdem in zahlreichen Bundesländern jährlich statt. In Rheinland-Pfalz werden sie von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität und den Landesforsten organisiert. Nicht immer und überall, aber doch regelmäßig, gehen Drittklässler auf einen etwa drei Kilometer langen Wald-Parcours mit mehreren Stationen. Dort warten auf die Kinder Fragen zum Lebens- und Naturraum Wald und dessen Leistungen für den Klimaschutz, zur nachhaltigen Bewirtschaftung, aber auch zu den klimabedingten Herausforderungen. Leichte sportliche Wettspiele, die Geschicklichkeit, aber auch die Kooperationsfähigkeit der Klasse fordern, kommen dazu. Laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sind die Wald-Jugendspiele mit rund 700 teilnehmenden Klassen die größte außerschulische Veranstaltung der Umweltbildung in Rheinland-Pfalz.

An den Stationen warteten keine Förster, sondern Studentinnen

Kürzlich waren dritte Klassen aus dem Landkreis und der Stadt Kaiserslautern im Forstamt Kaiserslautern unterwegs. Jetzt waren weitere Drittklässler, zumindest die Klassen, die auf der Anmeldeliste Platz gefunden haben, im Forstamt Johanniskreuz, um den Wald mit allen Sinnen zu erkunden und ihren Spaß beim Lernen an den elf Stationen zu haben. Eine Station versprach diesmal eine Besonderheit: Die Fühlkästen wurden nicht von Förstern betreut, sondern dort warteten vier Studentinnen der RPTU Kaiserslautern-Landau – Liv Henke, Zoe M. Neuß, Deborah Lopp und Jorina Hinrichs – auf die Schüler.

Zwischendurch und im Anschluss der Waldjugendspiele waren die Studentinnen auch an den anderen Stationen, haben Stimmen und Stimmungen der teilnehmenden Kinder, der betreuenden Lehrer sowie der vor Ort aktiven Förster eingefangen. Hintergrund ist eine journalistische Arbeit im Rahmen ihres Studiums. Die vier studieren „Mensch und Umwelt“ im vierten Semester an der RPTU am Standort Landau.

Unter dem Titel „Der Wald und die Kinder“ wollen sie anhand der Waldjugendspiele die Beziehung zwischen Wald und Kindern im Laufe der Zeit in den Fokus zu stellen. „Dieses Thema hat in Zeiten von Waldsterben und Klimawandel eine große Relevanz, denn wer sich mehr mit der Natur verbunden fühlt, ist eher dazu bereit, sich für ihren Schutz einzusetzen“, lautet ihre Begründung für das Thema.

„Umweltbildung ist sehr wichtig für den Naturschutz“

Nun sind die eigenen Waldjugendspiele für die Studentinnen, von denen zwei aus Rheinland-Pfalz, eine aus Nordrhein-Westfalen und eine aus Berlin kommen, schon eine Weile her. Zwei wussten zudem gar nichts mit dem Begriff anzufangen, sie kannten die Spiele nicht, konnten sie als Schülerinnen nicht erleben.

„Ich erinnere mich sehr gut daran, dass wir damals mega viel Spaß hatten“, schildert Deborah Lopp ihre eigenen Erinnerungen. Genau die waren es, mit denen sie ihre Kolleginnen ziemlich schnell vom Thema „Wald und Kinder“ überzeugen konnte. Dabei sollen die Waldjugendspiele nur der Aufhänger für die studentische Arbeit sein. „Letztlich möchten wir hervorheben, wie wichtig Umweltbildung für den Klimaschutz ist. Wir wollen Positives herausstellen“, betont Lopp den Spaß, den die allermeisten Kinder bei den Waldjugendspielen haben.

Spielerisch etwas über den Wald und den notwendigen Schutz der Ressourcen lernen und das in einer angenehmen Atmosphäre, das hat für die vier Studentinnen womöglich noch mehr Potenzial. „Wir wollen ermitteln, was noch ausbaufähig ist und ob die Waldjugendspiele vielleicht auch auf alle Bundesländer und auch auf andere Klassenstufen ausgeweitet werden können“, stellt Zoe M. Neuß die Richtung der Arbeit vor. Dazu haben die Studentinnen auch ein Interview mit Paula Hochscheidt, Försterin am Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz, geführt.

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