Kreis Kaiserslautern Strategien gegen Einbrecher
Zum ersten Mal lud die Polizei am Dienstagabend zu einem „Bürgerforum“ in die Stadthalle Landstuhl. Rund 100 Besucher kamen, um sich mit den Fachleuten mit und ohne Uniform rund ums Thema „Wohnungseinbruch und mögliche Prävention“ auszutauschen.
Für die Ordnungshüter ist es kein ganz einfaches Thema. Denn allein im Gebiet der Polizeiinspektion Landstuhl, zu der auch die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau und Ramstein-Miesenbach gehören, zählen die Beamten jedes Jahr zwischen 130 und 150 „Einbruchsdiebstähle“, wie es in der Statistik heißt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres registrierten die Beamten schon wieder 125 solcher Delikte. Die Aufklärungsquote schwankt regelmäßig um die 20 Prozent, die überwiegende Mehrheit der Täter wird also nie gefasst. Für Inspektionsleiter Thomas Baadte ist das allerdings kein Grund zur Resignation: „Wir wissen sehr wohl, dass die materiellen Schäden, die durch Einbrüche in Wohnungen und Häuser verursacht werden, nur die eine Seite der Medaille sind. Auf der anderen Seite steht eine oft dauerhafte Verunsicherung der Betroffenen. Das kann bei manchen Menschen psychische Folgen haben, die über den materiellen Schaden weit hinaus gehen.“ Dem versuchen die Ordnungshüter mit einer Art Doppel-Strategie zu begegnen. Auf der einen Seite mit einer Konzentration der eigenen Kräfte im Einsatz gegen die Wohnungsmarder. „Wir haben es dabei in erster Linie mit zwei verschiedenen Täter-Gruppen zu tun,“ berichtet Gerhard Walter vom Polizeipräsidium Westpfalz. „Da sind die Einheimischen, die oft drogenabhängig sind und das Geld zur Finanzierung ihrer Sucht brauchen. Daneben gibt es reisende Tätergruppen, die manchmal sogar international organisiert sind.“ Diesen Banden sei man inzwischen mit einer regionalen Kooperation der Dienststellen auf der Spur, erläutert Walter: „An ausgewählten Tagen machen wir gemeinsame Kontrollen auf der Autobahn, um solche reisenden Straftäter zu ermitteln.“ Dabei würden die Fahnder inzwischen von einer modernen Informationstechnik unterstützt: „Das geht von personenbezogenen Daten der Verdächtigen über die Kennzeichen der Fahrzeuge bis zu elektronischen Verzeichnissen des Diebesguts.“ Den zweiten und fast noch wichtigeren Teil der Strategie gegen Wohnungseinbruch fasst Inspektionsleiter Baadte unter dem Titel „Polizei und Bürger Hand in Hand“ zusammen. Hier ist die Palette der Zusammenarbeit sehr bunt: Sie reicht vom klassischen Diebstahlschutz an Fenstern und Türen über moderne Alarm-Anlagen und Meldesysteme bis zum „aufmerksamen Nachbarn“, der besondere Vorgänge bei der Polizei meldet: „Scheuen Sie sich bitte nicht, in solchen Fällen zum Telefon zu greifen. Wir nehmen ihre Hinweise ernst.“ Eine Aussage, der nicht alle Teilnehmer an der folgenden Diskussion folgen mochten. So bemängelte ein älterer Herr, dass er mit einem telefonischen Hinweis „bei einem nicht sonderlich interessierten Beamten gelandet“ sei. Ein Anwohner der Landstuhler Schlossstraße, die in der Vergangenheit offenbar schon häufiger von Einbrechern heimgesucht wurde, forderte „mehr Beamte, die sichtbar zu Fuß in der Stadt unterwegs sind“. Andere Teilnehmer hatten ganz praktische Fragen, etwa nach dem Wert von „sicherheitsrelevanten Umbauten“ an ihren Häusern. Hier standen die Fachleute den Bürgern auch nach dem Ende der Veranstaltung zur Verfügung. „Das war wirklich eine gute Sache heute“, lautete denn auch der Kommentar eines jungen Paars, das sich gerade in Landstuhl niedergelassen hat. Info —Am 30. Oktober ist „Tag des Einbruchschutzes“. Bereits am Vortag informiert das Polizeipräsidium Westpfalz die Bürger rund ums Thema. Von 10 bis 14 Uhr öffnet ein Informationsstand in der Lauterer Einkaufsgalerie „K in Lautern“. |mibo