Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt rüstet sich für den Winter

Salz und Sohle werden auf dem Drehteller des Streufahrzeugs gemischt. Die Sohle – eine Lauge – sorgt dafür, dass das Salz besser
Salz und Sole werden auf dem Drehteller des Streufahrzeugs gemischt.

Vor wenigen Tagen war gefühlt fast noch ein bisschen Sommer, aber seit dem Wochenende zeigt uns der bevorstehende Winter sein eisiges Gesicht. Autofahrer mussten im Kreis erstmals wieder mit glatten Straßen rechnen. Doch die sechs Straßenmeistereien im Bereich des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Kaiserslautern sind gut gerüstet. So auch die Straßenmeisterei in Kaiserslautern, die für einen Großteil der qualifizierten Straßen im Landkreis Kaiserslautern zuständig ist.

„Winterdienst ist mit ein Hauptthema der Verkehrssicherheit“, betont Klaus Schneider, Fachgruppenleiter Betrieb beim LBM. Das sei allen Straßenwärtern bewusst. „Unsere umfangreichen Vorbereitungsarbeiten haben wir abgeschlossen.“ Dazu gehört beispielsweise das Stecken der gelb-schwarzen Stäbe in Regionen, wo mit Schneeverwehungen zu rechnen ist, etwa auf der Strecke von Olsbrücken über Wörsbach nach Niederkirchen. Zur Vorbereitung gehört laut Schneider aber auch die theoretische Schulung der Fahrer, die im Winterdienst extrem konzentriert arbeiten müssten. „Unsere Fahrzeuge und die technischen Aufbauten haben unsere Betriebsmechaniker auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft und soweit notwendig instandgesetzt“, berichtet der Fachgruppenleiter, wie sich die Straßenmeister auf die kalte Jahreszeit vorbereiten.

Schulungen für Fahrer

Kaiserslautern

ist eine von sechs Straßenmeistereien im Bereich des LBM Kaiserslautern. Weitere Dienststellen gibt es in Dahn, Kusel, Landstuhl, Waldfischbach und Wolfstein. Das Einsatzgebiet der Lauterer Meisterei reicht bis Weilerbach, bis Geiselberg und Leimen sowie bis nach Frankenstein und Waldleiningen, erklärt Straßenwärtermeister Ronny Seller, der den Winterdienst in der Straßenmeisterei Kaiserslautern organisiert. „In den Schulungen wurden die Fahrer von den Besonderheiten im Bezirk unterrichtet.“ Dazu gehören beispielsweise die ausgewiesenen, baustellenbedingten Umleitungsstrecken, die unter Umständen in der „Priorität“ des Winterdienstes nach oben rücken, weil diese nun viel stärker als sonst befahren werden. „Diese Problemstrecken haben wir natürlich stets im Blick“, betont Steller. Im Bereich des LBM Kaiserslautern sind insgesamt etwa 1800 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zu bewältigen. Davon entfällt etwa ein Sechstel auf die Meisterei Kaiserslautern. Hinzu kommen noch 200 Kilometer Geh- und Radwege.

Tausende Tonnen Streusalz auf Lager

„Unsere Salzlager sind randvoll“, berichtet der Straßenwärtermeister. Derzeit sind 1500 Tonnen Salz eingelagert, davon allein 504 Tonnen in Kaiserslautern und der Rest im Außenlager bei Hochspeyer. Hinzu kommen 40.000 Liter Sole, eine Lauge, die dem Streusalz beigemischt wird. Dies geschieht auf dem sich drehenden Teller am Streufahrzeug, wo die beiden Bestandteile zu einer Einheit zusammengeführt werden. Um die Straßen eisfrei zu halten, werden 70 Prozent trockenes Salz und 30 Prozent Sole auf die Fahrbahn ausgebracht. Die Sole hat den Effekt, dass das Salz auf dem Straßenbelag haftet und dadurch effektiver wirkt. 2017/18 lag der Winterverbrauch in Kaiserslautern bei 1506 Tonnen, im LBM-Bereich Kaiserslautern bei 11.200 Tonnen, blickt Schneider zurück. „Es handelte sich damit um einen Durchschnittswinter.“

"Von 6 bis 22 Uhr befahrbar halten"

Acht große Streufahrzeuge – die Hälfte davon angemietet – stehen in Kaiserslautern für den Winterdienst bereit. Sie werden vor dem Einsatz jeweils mit acht Tonnen Streusalz und 2000 Liter Lauge beladen, informiert Steller. Außerdem gibt es ein Schmalspurfahrzeug, das auf den Rad- und Gehwegen eingesetzt wird. Moderne Elektronik unterstützt die Straßenwärter bei ihrer Arbeit. „Unsere Aufgabe ist es, die Straßen von 6 bis 22 Uhr nach besten Kräften befahrbar zu halten“, sagt Schneider. 80 Meldeanlagen sind über Land verteilt. So beispielsweise in Bann, an der Eselsbachbrücke oder in Johanniskreuz. Ihre Wetterdaten können jederzeit abgerufen werden und geben dem Einsatzleiter Informationen darüber, wie sich die Wetterlage in den verschiedenen Gebieten darstellt.

"Viel Sicherheit mit wenig Salz"

Das Streugebiet endet nicht abrupt an einer politischen Grenze, sondern die Streupläne sehen vor, dass „rund gefahren“ werden kann. „Deshalb gibt es auch Absprachen mit benachbarten Straßenmeistereien und mit der Stadt Kaiserslautern.“ Mit dieser ist der LBM einen Kooperationsvertrag eingegangen, der die Streuflächen außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches regelt. „Unser Ziel ist es, den Verkehrsteilnehmern jederzeit befahrbare Straßen zu bieten“, erklären Schneider und Steller übereinstimmend. Dabei gelte der Grundsatz „Viel Sicherheit mit wenig Salz“. „Ob Straßenwärter oder Betriebsmechaniker: Wir haben in unserer Dienststelle hochmotivierte Leute“, betonen die beiden. Die Mechaniker seien auch nachts im Rahmen der Rufbereitschaft zur Stelle, wenn an einem Streufahrzeug ein technischer Defekt zu beheben ist.

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