Kreis Kaiserslautern „SPD vergibt eine riesige Chance“

Die Nominierung von Martin Müller als SPD-Kandidat für die Wahl des Landrats wertet der Kreisvorsitzende der Linkspartei, Alexander Ulrich, auf Anfrage als „taktischen Fehler“: „Die SPD vergibt damit eine riesige Chance, links der Mitte einen gemeinsamen, mehrheitsfähigen Bewerber zu benennen.“
hatte bereits vor Monaten angeregt, für die Landratswahl im kommenden Jahr einen gemeinsamen Kandidaten von Linkspartei, Bündnis 90/Die Grünen und SPD aufzustellen (die RHEINPFALZ berichtete am 23 März). Die SPD habe allerdings auf diesen Vorschlag nicht reagiert. Mit der Nominierung von Martin Müller habe „die SPD das Angebot eines gemeinsamen Kandidaten abgelehnt“, das Thema sei für ihn „vom Tisch“. „Da wir im Vorfeld nicht eingebunden waren, werden wir keine Wahlempfehlung für Martin Müller aussprechen“, sagt der Reichenbach-Steegener, der den Alleingang der SPD bedauert und für „taktisch ungeschickt“ hält: Durch die gewonnene Landtagswahl sei die SPD „wohl etwas überheblich“ geworden und habe vergessen, welche Schwierigkeiten sie bei „allen anderen Wahlen“ gehabt habe. „Bei einem gemeinsam mit den Grünen aufgestellten Kandidaten hätten wir die Möglichkeit gehabt, etwas aufzubrechen. Diese Chance hat die SPD jetzt vergeben.“ Ob die Linkspartei – wie vor acht Jahren – einen eigenen Bewerber für die Nachfolge von Landrat Paul Junker (CDU) nominieren wird, sei noch nicht klar, sagt Ulrich: „Wir haben ja bisher abgewartet, wie die SPD auf unseren Vorschlag reagiert.“ Vor einer Entscheidung wolle er nun abwarten, ob die Landratswahl bereits im Frühjahr 2017 stattfindet oder erst zusammen mit der Bundestagswahl. „Nach der Sommerpause werde ich aber vielleicht mal das Gespräch mit den Grünen suchen“, hat Ulrich seine Idee eines gemeinsamen Kandidaten der linken Parteien noch nicht ganz aufgegeben. |oef