Enkenbach-Alsenborn
Spürhund Fina erschnüffelt Banknoten
Die Leine zwischen Mensch und Hund ist locker. Kein Hundelaut, kein Reden. Stille! Der Vierbeiner lässt freudig kleine, kontrollierte Hopser los, ohne auch nur ansatzweise den Mann am anderen Ende der Leine aus den Augen zu lassen. Der läuft ruhig, aber zielstrebig der gemeinsamen Arbeit, der Suche nach Banknoten, entgegen. Die Verbindung bleibt locker, wirkt unzertrennbar. Hier ist ein Team unterwegs, das weiß, was es will und wie es geht. Dass es gleich ordentlich Spaß geben wird, scheint der Hund auch zu wissen.
Üben mit frisch gedruckten Scheinen
Bei den Leinenpartnern handelt es sich um den Polizisten Philipp Hammel und die vierjährige Fina, eine Malinois-Hündin. Sie gehören zur Diensthundestaffel des Polizeipräsidiums Westpfalz und sind gerade bei einer Übung auf dem Gelände der Diensthundestaffel in Enkenbach-Alsenborn auf dem Areal des Polizeipräsidiums unterwegs. Polizei ohne Diensthunde ist irgendwie nicht gut vorstellbar. An die Fähigkeiten der Vierbeiner kommt einfach nichts ran. Also suchen die Diensthunde Vermisste, sind bei der Fahndung flüchtiger Spitzbuben mit dabei, halten bei Krawallen durch pures Dasein so manchen Randalierer auf Abstand und setzen ihre Supernasen ein. Je nach Fähigkeit haben die Hunde gelernt, Rauschgift oder Sprengstoff zu erschnüffeln, andere sind ausgebildete Brandmittelspürhunde. Leichenspürhunde gibt es auch. Und es gibt Fina.
Die Malinois-Hündin, die Rasse wird auch als belgischer Schäferhund bezeichnet, hat nach ihrer Schutzhunde- und Fährtenausbildung eine weitere Karriere als Rauschgiftspürhund eingeschlagen. Alles zusammen mit ihrem Menschen Philipp Hammel. Seit Sommer ist sie zudem eine der wenigen Banknotenspürhunde, die im Dienste der rheinland-pfälzischen Polizei nach verstecktem Geld aus Rauschgiftdelikten, krummen Geschäften oder Überfällen suchen. Die Bundesbank überlässt der Polizei für die Ausbildung der Hunde frisch gedruckte Banknoten. „Aber nur gedrittelte Scheine“, erklärt Hammel.
Für die Hündin ein großes Spiel
Geld inmitten einer Flut anderer Gerüche erschnüffeln? Für uns kaum vorstellbar, für die Hündin ein großes Spiel. Dank der phänomenalen Hundenase ein leichtes noch dazu.
Der Hundeführer und seine energiegeladene Fina sind am Übungsort angekommen. Hammel streift ihr ein graues Halsband über. Das ist ihr Zeichen. Sie schaltet sofort um auf Suchmodus. Voller Konzentration legt sie mit geschlossenem Fang und intensiver Atmung los. Mal geht es vor mal zurück. Plötzlich „friert sie ein“, wie es der Hundeführer ausdrückt. Regungslos sitzt sie vor einer Lade und siehe da, das Geld ist gefunden. Das will Fina aber gar nicht, sie will das belohnende Spiel und das lässt Hammel unmittelbar folgen. Glückselig hängen Hund und Hundeführer nun an der Beißwurst.
Für Hammel war es eine Übung, für den Hund eine Suche zum Spiel. Genauso sieht es auch im echten Einsatz aus, verdeutlicht der Polizist. Nach der Ausbildung zum Schutzhund empfehlen sich die Hunde meist durch ihre Spielfreudigkeit für weitere Aufgaben. Spielend lernen, heißt der Ausbildungsweg – egal in welche Richtung.
Zuhause Familienhund
„Fina ist eine große Spielerin“, charakterisiert Hammel die Hündin, die genau genommen dem Land gehört. „Emotional gehört sie mir“, lässt der Hundeführer aber keinen Zweifel an der tiefen Verbundenheit mit der Hündin. „Wenn wir daheim sind, ist sie ein Familienhund wie viele andere auch“, erzählt er, dass Fina immer an seiner Seite ist – auch daheim bei der Familie in der Nähe von Pirmasens.
Nach dem Studium am Hahn und dem Dienst in Pirmasens wollte sich Philipp Hammel seinen Traum, Teil der Diensthundestaffel zu sein, erfüllen und bewarb sich. „Es hat geklappt“, blickt er zurück und erzählt von dem erfüllenden Moment als es vor gut zwei Jahren hieß: „Wir haben einen Hund für Dich.“ Die Hundeführer suchen sich in den seltensten Fällen ihre Hunde selbst aus. Schon beim ersten Aufeinandertreffen hat es gefunkt. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, gibt er zu. Dies wird wohl von der Hündin geteilt, jedenfalls tut sie alles für ihn. Die Prüfung zur Banknotenschnüfflerin hat Fina übrigens mit 99 von 100 Punkten bestanden.