Otterberg RHEINPFALZ Plus Artikel So geht es mit dem geplanten Nahwärmenetz weiter

Auch die Stadthalle soll an das Nahwärmenetz in Otterberg angeschlossen werden.
Auch die Stadthalle soll an das Nahwärmenetz in Otterberg angeschlossen werden.

In der Stadtmitte soll ein Nahwärmenetz entstehen. Ein gutes Drittel der Grundstückseigentümer ist zwar daran interessiert, der Knackpunkt ist allerdings die potenzielle Anschlussdichte. Jetzt soll nachgefasst werden.

412 Grundstückseigentümer in der Altstadt und in einem Areal nördlich des Ideal-Automotive-Firmengeländes wurden in den vergangenen Wochen angeschrieben. Die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg und die Stadt wollten von ihnen wissen, ob sie sich vorstellen könnten, bei dem Nahwärmenetz dabei zu sein. Das ist in Otterberg schon seit längerem Thema und war schon so weit gediehen, dass es mit der Ausschreibung hätte losgehen können.

Ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk sollte den Kern des Nahwärmenetzes bilden, an das Stadthalle, Grundschule Jugendzentrum und Verbandsgemeindeverwaltung angeschlossen werden sollten. Private Haushalte oder Unternehmen waren nicht mit im Boot: Zu wenige wollten sich beteiligen, als es zunächst darum ging, ob sich ein Nahwärmenetz mit Holzpellets rentieren würde. Deshalb wurde nur noch mit den kommunalen Gebäuden geplant. Mittlerweile haben sich allerdings mit dem Ukraine-Krieg und den steigenden Gaspreisen die Rahmenbedingungen geändert. Stadt und Verbandsgemeinde sind wieder vom Energieträger Gas abgerückt und starteten eine zweite Bürgerbefragung.

Viele haben sich nicht gemeldet

Das Ergebnis: 142 Grundstückseigentümer bekundeten laut Bürgermeister Harald Westrich ihr grundsätzliches Interesse am Nahwärmenetz. 18 wollen nicht mitmachen. „Der Rest der Bürger hat nicht reagiert.“ Das Interesse ist damit zwar um ein Vielfaches größer als bei der ersten Umfrage. Dennoch ist momentan nur in einem kleinen Bereich des Gebietes die Chance auf Realisierung gegeben, weil dort die meisten Befürworter wohnen. „Und auch dort werden wir noch versuchen nachzuverdichten“, stellt der Bürgermeister fest. Denn ein Nahwärmenetz lohne sich nur, wenn viele mitmachten und die Anschlussdichte hoch sei, die Häuser also auch möglichst nah beieinanderliegen. „Jeder Meter kostet 800 bis 1000 Euro“, führt Westrich über die Tiefbauarbeiten aus.

Nun werden zwar noch einmal alle der mehr als 400 Eigentümer angeschrieben und darüber informiert, wie der aktuelle Stand ist. Aber nur dort, wo im Moment die Wahrscheinlichkeit für die Umsetzung des Netzes am größten ist, soll danach über die persönliche Ansprache noch der ein oder andere Kandidat mehr erreicht und damit Lücken geschlossen werden. Bedeutet: Dennis Spohn, der Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde versucht, mit den jeweiligen Bürgern ins Gespräch zu kommen. Das wird der Fall sein im direkten Umfeld der Stadthalle, in einem Teil der Hauptstraße über die Luisenstraße bis zur Sparkasse, in der Mühlstraße mit der Sängergasse, in der Otterstraße bis etwa in Höhe der Feuerwache und in einem Teil der Wallonenstraße. In diesen Straßenabschnitten schätzt Westrich die Umsetzungschance auf rund 80 Prozent.

„Zu viele Lücken“

Auch aus anderen Teilen des Stadtzentrums hätten sich zwar Befürworter gemeldet, stellt Westrich fest. „Aber dort gibt es zu viele Lücken.“ Zwischen den Interessenten befänden sich immer mindestens zwei bis drei Eigentümer, die sich nicht gemeldet hätten, wodurch die Leitungsverlegung nicht rentabel sei. Das heißt: Die Betroffenen haben derzeit keine guten Karten, es sei denn, es kommt dort doch noch ein ganzer Schwung an Mitmachwilligen zusammen.

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