Kreis Kaiserslautern Sich darstellen, aber nicht prahlen

/Landstuhl. Jungen Menschen wird heutzutage häufig vorgeworfen, sich über sogenannte Statussymbole zu definieren. Seien es nun Autos, Handys oder Urlaubsreisen – es muss immer das schnellste, immer das neueste und immer das ausgefallenste sein, das der Markt zu bieten hat. Der gesellschaftliche „Stand“ wird zunehmend an dem gemessen, was man besitzt und sich leisten kann. Für sind Statussymbole vor allem ein Mittel, um mit der Masse und der Zeit mithalten zu können. „Hat man ein altes Handy, wird man dumm angeschaut. Hat man ein gutes und neues Handy, heißt es, man ,gehört dazu′. Bei Autos ist es genauso. Wenn man mit 18 Jahren das Auto von der Oma fährt, wird man ausgelacht“, nennt die 17-Jährige nur einige Beispiele. Für sie ist Kleidung etwas, womit sie sich nach außen hin präsentiert, aber nicht prahlt. „Ich lege schon viel Wert auf Kleidung, aber es ist nicht ausschlaggebend, dass da ,Ralph Lauren′ draufsteht. Es soll mir schon gefallen, aber die Qualität ist auch entscheidend. Wobei ich auch keine Vorurteile gegenüber Menschen habe, die lieber dort einkaufen, wo es günstiger ist“, betont die Schülerin. Qualität statt Quantität ist auch für ein wesentlicher Faktor bei seinen Ausgaben. „Wenn es um Kleidung geht, kaufe ich lieber einmal im halben Jahr einen teureren Schuh, der länger hält, als dass ich jede Woche einen billigen Schuh kaufe, der dann aber gleich kaputt geht“, so der 19-Jährige. Für beide Schüler bedeuten Statussymbole demnach eine gewisse Lebensqualität − und nicht eine Zurschaustellung der eigenen Möglichkeiten. Auf die Frage, wofür beide das meiste Geld ausgeben oder wofür sie am längsten sparen, sind Chantelle und Julian sich ebenfalls einig: Freizeitaktivitäten, Kurztrips in andere Städte und Auslandsreisen sind die beliebtesten Investitionen. Der 19-jährigen geht es weniger um den Luxus als um die Symbolik: „Für mich gehören Freunde zu Statussymbolen. Freundschaften können ebenso nach außen hin etwas über den Menschen aussagen.“ steht dem Konzept von Statussymbolen kritisch gegenüber. „Ich halte es für schlecht und schädlich. Es macht die Menschen größtenteils oberflächlich“, gibt der 22-Jährige zu bedenken. Er spricht damit an, was viele mit dem Begriff „Statussymbol“ indirekt in Verbindung setzen. Man ist dazu verleitet, mit dem eigenen Besitz anzugeben. glaubt dagegen, dass die Angeberei unter jungen Menschen nachgelassen hat, da Handys oder Autos heute mehr oder weniger zum Standardbesitz junger Menschen gehören. „Ich denke, dass man mit dem neuesten iPhone untereinander nicht mehr angeben würde, weil ja mittlerweile jeder eins hat. Deshalb ist sowas nichts mehr, womit man prahlen könnte“, behauptet der 19-jährige Abiturient. schließt sich diesem Argument an: „Statussymbole spielen heutzutage keine so große Rolle mehr. Jemand zu mobben, nur weil er das ,falsche′ Handy hat, ist bei uns in der Schule bisher noch nie so richtig vorgekommen.“ Das sieht anders. „Man gibt schon an, indem man im Internet Bilder von schönen und wahrscheinlich auch teuren Urlauben in fremden Ländern hochlädt“, erklärt der 19-Jährige. Doch der Begriff Statussymbol muss nicht unbedingt negativ belastet sein, wie Christopher betont: „Es kommt immer darauf an. Wenn man hart dafür gearbeitet hat, ist es verdient. Wenn man aber vieles von seinen Eltern sozusagen ,gesponsert′ bekommt, sollte man nicht damit angeben. Das ist dann für mich ein negatives Statussymbol“. Demnach verdient man sich nur dann eine gewisse Anerkennung von anderen, wenn man sich die eigenen Statussymbole selbst erarbeitet hat. Doch wie sieht es dann bei den Abiturienten mit den Berufswünschen aus? Orientieren sich junge Menschen bei der Berufswahl ausschließlich an finanziellen Kriterien, um sich auch später mal weitere Statussymbole leisten zu können? Oder spielt es eine größere Rolle, an welchem Beruf man langfristig seine Freude haben könnte ? Patrick Ersing tendiert bei seinem Berufswunsch zu Letzterem: „Also, ich habe vor, nach dem Abitur Luft- und Raumfahrtechnik als Teil des Ingenieurwesens zu studieren. Dabei ist Geld natürlich schon wichtig, aber es steht für mich nicht im Fokus. Ich will nicht etwas studieren, nur damit ich später viel Geld verdiene. Ich denke, man sollte einen Beruf haben, der ein sicheres Einkommen garantiert, damit man genug Geld zum Leben hat und sich keine Sorgen machen muss. Wenn man das hat, kommt es nur noch darauf an, was einem Spaß macht“, so der 18-Jährige. sieht das ähnlich. Für ihn gehört es dazu, bei der Berufsentscheidung auch die Finanzen zu bedenken − aber nicht ausschließlich. Der 19-Jährige gibt sich sehr rational: „Ich möchte nach dem Abitur Informatik studieren. Bei mir ist es so, dass ich bei 33 Prozent von jeweils einem Faktor auf das Finanzielle achte. Man will ja auch für die Zukunft abgesichert sein. Als Zweites ist die Jobaussicht wichtig, also ob der Beruf gefragt ist und ob man eine sichere Arbeitsstelle hat. Und als Drittes käme dann der Spaß-Faktor“.