Kreis Kaiserslautern „Selbsteinschätzung ist wichtig“

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„Senioren im Straßenverkehr“ lautete der Titel einer Präventionsveranstaltung für ältere Mitmenschen im Ramsteiner „Haus des Bürgers“. Der Kriminalpräventive Rat der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach sowie die Polizeiinspektion Landstuhl hatten dazu am Mittwoch eingeladen. 52 Senioren waren erschienen, um sich Tipps für eine weiterhin sichere Fahrt geben zu lassen.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Sie diese Veranstaltung besuchen.“ Mit diesen Worten begrüßt Thomas Baadte, Leiter der Polizeiinspektion Landstuhl, die Gäste im voll besetzten Saal im „Haus des Bürgers“. Die Kernaussage ist bei allen drei Referenten die Selbe: „Es liegt in Ihrem Interesse und Ermessen, ob und wann Sie Ihren Führerschein abgeben. Seien Sie jedoch ehrlich zu sich selbst.“ Nur so könne vermieden werden, dass weder Senioren, noch anderen Verkehrsteilnehmern etwas passiert. „Wir, die Polizei, möchten Senioren nicht die Mobilität ab einem bestimmten Alter nehmen“, betont Ewald Ternig, Dozent der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz. Einen Gesundheitscheck empfiehlt er dennoch. Auch wenn viele Senioren davor Angst haben, weil der Führerscheinentzug folgen könnte. „Das ist natürlich die Kehrseite der Medaille. Allerdings geschieht dies nur in Einzel- und Extremfällen“, beruhigt Gerichtsmediziner Dirk Breitmeier. Als Beispiel nimmt er einen Lkw-Fahrer der an Epilepsie leidet. „Mit solch einer Krankheit, die noch unbehandelt ist, sind Sie eine Gefahr im Straßenverkehr.“ Die gute Seite des Besuchs beim Arzt ist jedoch, dass „er Ihnen die Fahrtüchtigkeit wieder zurück geben kann, indem er sie mit Medikamenten behandelt oder Ihnen eine Brille verordnet.“ Hören und Sehen seien immerhin die wichtigsten Sinneseindrücke, die wir im Straßenverkehr brauchen. Medikamente bergen nach Breitmeier allerdings auch Gefahren. „Wenn Sie in einer Neuein- oder Umstellungsphase sind, sollten Sie nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Selbstständiges Ändern der Dosierung ist ebenfalls nicht zu empfehlen.“ Dafür gebe es die Ärzte, diese „haben die Pflicht, Sie nicht nur über Wechselwirkungen aufzuklären“. Doch warum gerade Senioren durch solch ein Seminar aufklären? „Senioren haben einen anderen Fahrstil als zum Beispiel junge Fahrer“, erklärt Baadte. Ihre Vorteile seien zum einen die langjährige Erfahrung – hier im Seminar haben die Senioren größtenteils in den 60ern Ihren Führerschein erworben. Und zum anderen die geringere Risikobereitschaft. „Senioren haben keinen Zeitdruck und fahren langsamer.“ Nachteile hingegen seien die nachlassende Aufmerksamkeit, eingeschränktes Seh- und Hörvermögen sowie die geringere Beweglichkeit. „Im Alter ersetzen wir nunmal Muskulatur mit Fett und Heilungsprozesse dauern deutlich länger“, erklärt Breitmeier. Tipp: Fit bleiben durch Bewegung, gesunde Ernährung, Gehirntraining, Hilfe von der Familie annehmen oder Trainingsprogramme für Senioren besuchen. „In der heutigen Zeit gibt es auch technische Assistenzsysteme, wie zum Beispiel Einparkhilfen“, erläutert Baadte. „Ein selbst einparkendes Auto wäre auch toll“, wirft Helga Buth (75) aus Ramstein ein. Sie hat seit 1961 ihren Führerschein. In Sachen „neues im Verkehrsrecht“ wurden die Senioren durch Ternig aufgeklärt. Zum Beispiel über das neue „Fahreignungsregister“. „Nach acht Punkten ist der Führerschein weg.“ Oder das beim Begleiteten Fahren der „Beifahrer“ nur einen Punkt haben darf. Die 0,0 Promillegrenze bei Fahranfängern in der Probezeit war ebenso ein Thema wie neue Schilder. „Teilweise war das ganz schönes Bürokratendeutsch“, resümiert Ursula Gerigk (76) aus Reuschbach. Sie hat ihre Fahrerlaubnis seit 1965. Doch aufgepasst: „Alle alten Führerscheine müssen bis spätestens 19. Januar 2033 umgetauscht werden“, erinnert Ternig. (ahg)

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