Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Schäden im Wald nach dem Wintereinbruch trüben die Freude auf den Osterspaziergang

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Wer von uns älteren Semestern erinnert sich noch an den Sonntag, 26. April, 1981? An diesem Tag gab es laut RHEINPFALZ-Wetterfachmann Michael Agne ganz ähnliche Verhältnisse wie diese, die uns am vergangenen Freitag im wahrsten Wortsinn kalt erwischt haben. Gut 15 Zentimeter Neuschnee gab es damals, während es in der Nacht auf Samstag in den höheren Lagen in der Westpfalz an manchen Orten 20 Zentimeter waren. Dass es im April mal ein paar Schneeflocken gibt, ist nicht ungewöhnlich, aber dass von der weißen Pracht dann so viel runterkommt, schon etwas Besonderes. Das trübt auch die Freude auf den Osterspaziergang. Denn neben dem Verkehrschaos mit Unfällen und unfreiwilligen langen Fahrten mit der Bahn hat auch die Natur gelitten. Erhebliche Schäden durch Schneebruch melden die Forstämter aus dem Kreis. Vor allem am Waldrand und an gerodeten Flächen sind viele Bäume umgestürzt. Viele Waldwege sind zurzeit nicht begehbar, die Karlstalschlucht bei Trippstadt ist – auch noch über die Osterfeiertage – sogar komplett gesperrt. Auf einigen Waldwegen in Bruchmühlbach-Miesau, in der zu Wochenbeginn ebenfalls kein Durchkommen war, sind die Aufräumarbeiten schneller vorangekommen, als gedacht. Dort sind die beiden Wanderwege „Käfer Safari“ und „Sportlehrpfad“ inzwischen wieder frei. Die Wege im „Belzmühltal“, in der „Elendsklamm“ und auf den Abschnitten des „Sagenhaften Waldpfades“ bleiben weiterhin gesperrt. Doch auch auf den offenen Wegen ist Vorsicht angebracht! Die Forstämter warnen davor, dass angebrochene Baumkronen auch Tage später noch herabstürzen können!

Verbandsgemeinde will Azur halten

Dass die Verbandsgemeinde das Freizeitbad Azur auch künftig weiterbetreiben will, obwohl Fördergelder vom Land fehlen, war für Badefreunde und Sportler einmal eine gute Nachricht. Ralf Hechler (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, hat dies auf der jüngsten VG-Ratssitzung bekräftigt und einen „Plan B“ angekündigt, um eine Sanierung doch noch zu ermöglichen. Doch in welchem Umfang dies erfolgen kann, ist noch unklar. Denn mit der überraschenden Ankündigung des Landes Ende vergangenen Jahres, die rund 20 Millionen teure Sanierung anstatt mit vier nur noch mit drei Millionen Euro zu fördern, haben sich die Vorzeichen für die Verbandsgemeinde geändert. Die nun entstandene Finanzierungslücke sei nicht durch Eigenmittel und Kredite zu decken. Dazu komme, dass die Verbandsgemeinde die laufenden Kosten für das Bad ganz alleine trägt, betont der Bürgermeister.

Gute Argumente für die Sanierung des Bads, das 1970 in Betrieb genommen und 1986 erstmals generalsaniert wurde, hat die Verbandsgemeinde beim Kreis schon genügend vorgetragen: Das Azur ist das einzige Hallenbad im Kreis für die Bevölkerung und das einzige, das Schulschwimmen anbieten kann. Das Bad ist wichtig für die Vereine wie die DLRG als Trainingsstätte. Nicht zuletzt verdienen dort 20 Angestellte ihr Brot. Eine Alternative wäre, ausschließlich die Technik des Bads zu sanieren, die durch 30 Jahre Dauerbetrieb absolut marode ist. Das würde laut Hechler acht bis neun Millionen Euro kosten und ist zwingend notwendig, um den Badebetrieb weiter gewährleisten zu können. Doch das Gebäude selbst muss ja auch irgendwann renoviert werden, so dass Hechler auch bei Plan B mit mindestens 15 Millionen Euro Sanierungskosten rechnet. Über verschiedene Töpfe wie dem Städtebauförderprogramm und der Erstellung eines Quartierskonzepts soll immerhin ein Teil des Bads wieder auf Vordermann gebracht werden. Die Verbandsgemeinde hofft, dass auch die 50 Meter Bahn im „Altbereich“ Halle eingehaust werden und somit noch Einiges von Plan A realisierbar werden kann. Der politische Wille ist da, der Weg allerdings nicht so einfach.

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