Kreis Kaiserslautern
RHEINPFALZ-Gartensprechstunde: Sabine Günther gibt Anrufern Tipps
„In meinem Gemüsegarten habe ich viele kleine schwarze Schnecken“, erzählt Rita Knieriemen aus Queidersbach. Sie will wissen, wie sie am besten gegen die Kriechtiere vorgeht.
Man kann Schnecken ganz einfach im Zaum halten, indem man vermoderte Bretter auf den Gartenpfaden auslegt. Die Schnecken wandern dorthin und verstecken sich darunter, am nächsten Tag kann man sie einsammeln, auf den Kompost geben und etwas Salz darüberstreuen. Man kann auch eine Ablenkfütterung, zum Beispiel Tagetes, pflanzen oder ein feines Netz über das Gemüse spannen. Bierfallen bringen meist nicht viel. Man sollte auch bedenken, dass Schnecken ihre Eier in der Erde ablegen und ihre Nachkommen später schlüpfen. Es ist schwer, sie vollständig aus dem Garten zu bekommen.
Auf der Wiese beim Haus von Renate Utzinger hat sich ein Wildkraut mit lanzenartigen Blättern breitgemacht, die rosettenartig auf der Erde liegen. Die Wurzel ist lang und tief, ein Ausstechen unmöglich. Nun steht das Wildkraut kurz vor der Blüte. „Kann eine Mangeldüngung dahinterstehen?“, fragt sie. Außerdem hat sie eine rund zwei Meter hohe Magnolie, die zehn Meter neben einem Apfelbaum steht. „Sie ist blühfaul geworden“, berichtet Utzinger. Auch befürchtet sie, dass sich Mehltau an den Blättern bildet.
Vermutlich handelt es sich um eine Mohnart. Warum nicht das Wildkraut durchblühen lassen? Das sieht doch hübsch aus. Mit der Düngung hat das nichts zu tun. Bei einer Wiese gibt es Gewinner und Verlierer, die sich durchsetzen oder eben nicht. Wenn im Herbst mit der Sense gemäht wird und der Schnitt liegen bleibt, lässt sich die Wiese, wenn das Schnittgut gedörrt ist, wunderbar mit dem Rasenmäher mähen.
Die Magnolie ist ein Edelbaum, der nicht geschnitten werden darf. In diesem Jahr hat sie früh geblüht, dann aber unter Frost gelitten. Das kann der Grund für die wenigen Blüten sein. Die Nähe zum Apfelbaum dürfte keine Rolle spielen. Zeigt sich Mehltau auf den Blättern, können sie mit einem Wasser-Milch-Gemisch eingesprüht werden.
Die Stockrosen von Kurt Schmitt weisen zum Teil gelbe Hauptstiele auf, es zeigen sich gelb-bräunliche, rund zwei Millimeter große Punkte auf den Blättern.
Es handelt sich vermutlich um Malvenrost. Er bricht aus, wenn die Pflanzenteile feucht stehen und nicht abtrocknen. Stehen Stockrosen in Rindenmulch, können Krankheiten und Schädlinge auftreten. Besser geeignet ist Kompost. Im Frühjahr befallene Blätter sollten entfernt und im Restmüll entsorgt werden. Jetzt können sie mit einer Jauche aus Farnkraut gespritzt werden. Angesetzt wird sie mit Regenwasser. Wenn es zu riechen beginnt, wird die Jauche im Verhältnis eins zu zehn verdünnt und die Stockrosen damit eingesprüht. Wichtig ist, dass das nicht bei direkter Sonneneinstrahlung geschieht. Ein wechselnder Standort ist wichtig.
Heiner Hemmer aus Oberarnbach beklagt, dass sich auf den Blättern seiner Buchenhecke gewölbte, bräunlich verfärbte Punkte zeigen. Er fragt: „Was kann das sein?“
Es handelt sich um die Buchenblattgallmücke, die auf der Blattoberseite, meist entlang der Mittelrippe, dicht bräunlich behaarte, zunächst weißliche, später rot-braun verfärbte, rundliche Gallen bildet. Die Blätter wirken verkrüppelt. Von Mitte Mai bis Anfang Juli legen die Gallmücken ihre Eier oberseits in die jungen, grünen, saftigen Blätter. Im Juli bildet sich eine Galle, in der eine zwei bis drei Millimeter große, weiße Larve wohnt. Im Spätsommer brechen die dann rötlich-braun verfärbten Gallen ab und fallen mit den Larven zu Boden. Die Larven überwintern und verpuppen sich im Frühjahr. Schmuckwert und Pflanzenwachstum sind nur gering beeinträchtigt. Befallene Blätter und Triebe sollten abgeschnitten und entsorgt werden.
Eine Anruferin aus Kaiserslautern hat an den Sprossen ihres Schnittknoblauchs, der in einem Balkonkasten sitzt, Blattläuse entdeckt. „Wie kann ich sie wegbringen, und kann ich Kernseife verwenden? Kann ich auch vorbeugend etwas tun?“, will sie von der Expertin wissen.
Bei einem beginnenden Befall kann der Schnittknoblauch sanft mit einem Lebensmittelöl eingesprüht oder mit Wasser abgewaschen werden. Das Öl sorgt dafür, dass die Läuse verkleben und keine Schäden mehr verursachen können. Kernseife kann man auch nehmen, man spült sie dann vor dem Verzehr gut ab. Ein Erdaustausch ist nicht nötig. Anstelle des Öls kann man auch einen Schluck Schnaps ins Wasser geben, den verträgt die Laus nicht. Man sollte die Erde auflockern, das mag der Schnittknoblauch.
Im Hof von Hannelore Wagner wachsen Jahr um Jahr viele Lupinen. „Das ist ganz wunderbar“, freut sich die Kaiserslautererin. Allerdings: „In diesem Jahr knicken die Stängel um. Was ist der Grund?“ Kürzlich hat sich Wagner eine Anthurie, eine Flamingopflanze, gekauft. „Wie muss ich sie pflegen?“, will sie wissen.
Das Wachstum hat aufgrund der milden Temperaturen schon sehr früh und gut eingesetzt. Die Lupinen haben viel Blattmasse gebildet. Dadurch wurde der Stiel weich und instabil und der Schneebruch kam dazu. Ich empfehle, die höchsten Stiele zu entfernen und in eine Vase zu stellen. Es werden sich neue Stiele bilden.
Die Anthurie ist eine robuste, dankbare Zimmerpflanze. Sie benötigt wenig Pflege und darf nicht im Wasser stehen. Ein Gießen mit zimmerwarmem Wasser ist erst nötig, wenn sich die Erde vom Topfrand löst. Wenn sie Schädlinge bekommt, handelt es sich meist um Wollläuse. Dann sollte die Pflanze gesäubert und mit Blattglanzspray eingesprüht werden.
Hildegard Schilling aus Kaiserslautern hat vor zehn Jahren einen Apfelbaum, eine Gewürzluike, gesetzt. 2021 hat er stark geblüht, die Ernte fiel gut aus. In diesem Jahr hat er keine bis wenige Blüten. Im Frühjahr wurde der Obstbaum geschnitten. Der Schnittlauch, den sie im Töpfchen gekauft und dann gesetzt hat, hat seine Form verändert, der Geschmack ist gleich geblieben: „Die hohlen Stiele sind jetzt breit und flach geworden“, sagt sie. Zusätzlich leidet ihre Hortensie unter einem Lausbefall.
Die magere Blüte kann viele Ursachen haben, auch Umwelteinflüsse. In diesem Jahr war es sehr früh warm, dann kam eine Kälteperiode, die viele Obstblüten geschädigt hat. Zum Teil waren wohl auch keine Insekten unterwegs, sodass sich auch keine Früchte bilden können. Es kann auch sein, dass der Baum nach dem reichen Tragen im vergangenen Jahr jetzt eine Pause einlegt. Ich denke nicht, dass ein falscher Rückschnitt die Ursache ist. Wasserschosse sollte ausgerissen, nicht ausgeschnitten werden.
Ich vermute, dass sich etwas anderes, zum Beispiel Schnittknoblauch, herausgebildet hat. Um das zu prüfen, sollte man den Wurzelballen aufschneiden und ihn sich genau angucken.
Vermutlich handelt es sich um die Sack- oder Napfschildlaus. Bei geringem Befall kann die Hortensie mit einem Tuch abgerieben werden, man kann aber auch eine ölhaltige Lösung oder die Pflanze mit einem biologischen Mittel wie Neemazal oder Spruzit behandeln.
Wilhelmine Hebert aus Hochspeyer will wissen, was sie gegen den starken Lausbefall ihres Holunderbaums tun kann.
Holunder wird häufig von schwarzen Blattläusen befallen. Stark befallene Triebe können entfernt werden, aber wenn der Zyklus der Blattläuse abgeschlossen ist, verschwinden sie von alleine. Man kann vorbeugend mit biologischen Mitteln oder auch mit Nützlingen arbeiten, die im Internet oder im Gartencenter gekauft werden können.
Reiner Voß aus Kaiserslautern möchte wissen, was die Ursache für die gekräuselten, rotgeränderten Blätter an seinem Weinbergpfirsich ist, und was er dagegen tun kann.
Es handelt sich um die typische Kräusel- oder Bläschenkrankheit, verursacht von einem Pilz, der auf dem Boden überwintert und alljährlich wiederkommt. Befallene Blätter und Triebe sollten entfernt und vernichtet werden. Im zeitigen Frühjahr kann man vorbeugend eine Kupferspritzung vornehmen. Eine andere Möglichkeit ist, den Standort durch Umsetzen zu wechseln. Wenn der Baum frisch gekauft ist, kann man ihn zurückbringen.