Kreis Kaiserslautern Reichenbach-Steegen: Der Turm der protestantischen Kirche muss saniert werden

Mehr als 1000 Jahre dürfte der Turm der Reichenbach-Steegener Kirche auf dem Buckel haben. Jetzt muss er saniert werden.
Mehr als 1000 Jahre dürfte der Turm der Reichenbach-Steegener Kirche auf dem Buckel haben. Jetzt muss er saniert werden. Foto: VIEW

Gut 1,30 Meter dick ist seine Außenmauer im Untergeschoss. Kein Wunder, ist doch der Turm der protestantischen Kirche in Reichenbach-Steegen ein Wehrturm. Doch auch an einem solch mächtigen Bau nagt der Zahn der Zeit. „Er befindet sich in einem sehr desolaten Zustand“, sagt Pfarrer Oliver Böß.

Vor allem der Sandstein unterhalb der Spitze des altehrwürdigen Turms bereitet Sorgen. Der sei zum Teil regelrecht porös, stellt Pfarrer Böß fest, der für die Kirchengemeinde Reichenbach-Steegen zuständig ist: „Es gibt erste Auflösungserscheinungen.“ Und die zögen nun größere Sanierungs- und Sicherheitsmaßnahmen, Sandstein- und Verputzarbeiten nach sich. Eingeschaltete Fachbehörden wie Denkmalschutz und Bauabteilung der Landeskirche hätten sowohl die Schäden als auch den Renovierungsbedarf bestätigt, so der Pfarrer.

Grob geschätzt dürfte die Instandsetzung 250.000 Euro kosten

Wie genau die Sanierung aussehen, wie teuer sie wird, ist momentan noch nicht ganz klar. Das beauftragte Architekturbüro aus Homburg erstellt gerade die Kostenermittlung, auf die der Pfarrer noch in diesem Jahr hofft. Das Büro und die Landeskirche rechnen aber mit groben Kosten von etwa 250.000 Euro.

Vor rund drei Jahren war der Kirchengemeinde endgültig klar geworden, dass am Turm Hand angelegt werden muss. Damals wurden wegen einer Taubenplage sämtliche Zugänge für die Tiere verschlossen. Teilweise habe man durch die Sandsteine fast schon mit dem Finger durchstechen können, berichtet Oliver Böß. In der Folge war der Turm ein gutes Jahr mit einem Gerüst versehen, um zu prüfen, was zu tun ist.

Mittlerweile sind sämtliche Sandsteine unterhalb des Kirchturmdachs auf ihren Zustand hin unter die Lupe genommen worden. Zudem wurde unter anderem der einsturzgefährdete Dachstuhl des über 20 Meter hohen Turms gesichert, das Kreuz auf dem Dach entfernt, damit es nicht herunterfällt. Die Sicherung hat nach Angaben des Pfarrers um die 10.000 Euro gekostet, die Ausgaben für die Untersuchung lagen in etwa in demselben Rahmen. Das konnte die Kirchengemeinde noch selbst stemmen.

Die Kirchengemeinde ist auf Zuschüsse angewiesen

Anders sieht das bei einer möglichen Sanierungssumme von 250.000 Euro aus. Einen Teil davon kann die Kirchengemeinde mit ihren rund 750 Mitgliedern zwar dank der jährlichen Unterstützung der Landeskirche aufbringen, jedoch ist sie auf weitere Zuschüsse angewiesen. Bei der Ortsgemeinde beispielsweise hat Böß schon mit der Bitte um Unterstützung vorgesprochen. Auch erste Spenden und Einnahmen wurden generiert. So stand das diesjährige Fest der Kirchengemeinde ganz im Zeichen des Turms, wobei etwa 1000 Euro zusammenkamen. An Pfingsten gab es im Gemeindehaus Kaffee und Kuchen sowie gleich noch zwei große Einzelspenden von Gemeindemitgliedern von zusammen 1000 Euro. Weitere Überlegungen zum Einnahmensammeln gibt es bereits, wie die Idee, eventuell den Turm zum nächsten Fest aus Lego nachzubauen und Steine zugunsten der Sanierung zu verkaufen.

Doch wie es konkret weitergeht, hängt jetzt erst einmal von der Kostenermittlung ab. „Was können und müssen wir machen, was können wir stemmen und wie finanziell erreichen“: All das muss laut Böß beantwortet werden, bevor Firmen beauftragt werden. Doch weist der Pfarrer zugleich darauf hin, dass mit den Sanierungsarbeiten nicht mehr allzu lange gewartet werden könne: Im nächsten Jahr müsse man eigentlich damit beginnen.

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