Kreis Kaiserslautern Radio, Rhönrad und Regent

In Reichenbach-Steegen erfunden ? und am Wochenende präsentiert: Rhönrad-Vorführung mit Clara Kunz und ihrer Trainerin Bärbel Kl
In Reichenbach-Steegen erfunden ? und am Wochenende präsentiert: Rhönrad-Vorführung mit Clara Kunz und ihrer Trainerin Bärbel Klein.

Fünf Sammlungen – und damit eine mehr als bei der Erstauflage – stellten sich am Samstag bei der zweiten Museumsnacht in der Verbandsgemeinde Weilerbach vor. Sonderausstellungen, Vorführungen und eine Illumination weckten großes Interesse. Auch das Glas Sekt und leckere Häppchen gehörten zum Programm.

„Spitze!“ Mit diesem Zwischenruf zollt eine Zuschauerin den Vorführungen der Rhönradturnerinnen aus Glan-Münchweiler ihre Anerkennung. Allein, zu zweit oder zu dritt rollen sie über den gepflasterten Innenhof der Bäckerei Kissel in Reichenbach-Steegen. Sie drehen sich in dem Turngerät, wechseln ständig ihre Position und vollführen teils akrobatische Übungen. Am Ende stellen sich Trainerin Bärbel Klein und Thomas Dahm vom TuS Glan-Münchweiler den Fragen aus dem Publikum. Der Rhönrad-Erfinder, der 1890 in Reichenbach-Steegen geborene Otto Feick, entwickelte das Turngerät, dem Gerd Häßel eine Ausstellung in der Halle und in der Vitrine eines Verkaufswagens gewidmet hat. Von Rost und Patina besetzte Rhönräder, Dokumente, Zeitungsausschnitte und Fotos geben einen Überblick über die beiden miteinander verbundenen „Wagenreifen“, die es anfangs waren, bis hin zum Wettkampfgerät für Weltmeisterschaften. In der Halle sind Tische und Bänke aufgestellt. Einige Besucher sitzen gesellig beisammen, andere schauen die Ausstellung an. Gerlinde und Klaus Hermann machen sich auf den Heimweg. „Wir haben unseren Abendspaziergang hierher gemacht“, sagt das Paar. Ihr mitgeführter Vierbeiner ist der Grund, weswegen sich die Eheleute kein weiteres Museum an diesem Abend vornehmen. „Aber die Vorführungen waren beeindruckend“, sagen sie. Nicht weniger interessant kommen die Leihgaben aus dem Rundfunkmuseum in Münchweiler/Alsenz daher, die neben der Ausstellung „Alt, aber nicht untätig“ von Walter Winkler im Weilerbacher Bürgerhaus gezeigt werden. Eine Musikbox mit Titeln von Roland Kaiser, Michael Holm, aber auch von „Abba“ oder Elton John verführt zum Drücken einer Zahlenkombination. Ein Grammophon setzt Karlheinz Walther durch Kurbeln in Gang. Dann muss nur noch eine wenig abgenutzte Nadel gefunden werden, um die Langspielplatte „Zum Städtele hinaus“ abzuspielen. Maria Koll und Liesje Lamparth verabschieden sich mit Blick auf die Uhr. Die Freundinnen aus Reichenbach-Steegen haben sich spontan zur Museumstour entschieden und nutzen den kostenlosen Bus. „Wir waren schon im Mackenbacher Musikantenmuseum, am Keltengrab in Rodenbach und das hier ist die dritte Station“, berichten sie bestens gelaunt. Nun geht es weiter nach Eulenbis und dann wieder nach Hause. Radios von den 1920er − damals noch für Tüftler zum Selbermachen konzipiert − bis in die 1960er Jahre werden gezeigt. Die älteren Stücke erinnern eher an Nachtschränkchen mit zwei Knöpfen. Um Andreas Jehling hat sich eine Gruppe gebildet. Er gehört zum Museumsteam aus Münchweiler und gibt Erläuterungen zu den Anfängen des Funk(en)s. Rainer Schmitt aus Weilerbach hat gerade den Bus verpasst, der zum illumierten Fürstengrab nach Rodenbach fährt. Kurzerhand entschließt er sich, aufs Fahrrad zu steigen. Vor Ort erwartet ihn ein bunt angestrahlter Nachbau der keltischen Begräbnisstätte. Volker Halfmann, Touristiker der Verbandsgemeinde, nimmt Interessierte mit in die Grabkammer, draußen gibt Rodenbachs Ortsbürgermeister Ralf Schwarm Keltenbrot mit Dip und ein weinhaltiges Getränk aus. „2016 waren es deutlich mehr Besucher“, meint er. „Viele werden erst am Ende der Tour kommen“, räumt er der Dunkelheit mehr Chancen ein. Tatsächlich verfehlt die Illumination ihre Wirkung nicht. Die gelb angestrahlte Stele am oberen Ende markiert die Spitze des Grabhügels, dessen Eingang rot leuchtet, die Bäume heben sich in einem kräftigen Grün vom nachtblauen Himmel ab. „Es ist toll, dass sich die Leute so viel Mühe gegeben haben“, lobt ein Paar die Veranstaltung. Für drei Ausstellungen hat ihnen die Zeit gereicht, beim nächsten Mal wollen sie sich die anderen Örtlichkeiten vornehmen. Übrigens: Die Radioausstellung im Weilerbacher Reinhard-Blauth-Museum ist noch bis 20. August zu sehen.

Im Weilerbacher Reinhard-Blauth-Museum sind historische Radiogeräte aus Münchweilerer Beständen zu sehen, etwa dieser Eigenbau-E
Im Weilerbacher Reinhard-Blauth-Museum sind historische Radiogeräte aus Münchweilerer Beständen zu sehen, etwa dieser Eigenbau-Empfänger aus den 1920er Jahren.
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