Kreis Kaiserslautern Präzision ist genau sein Ding

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Landstuhl. Seine Arbeit erfordert viel Konzentration und Genauigkeit. Deshalb lässt sich Benjamin Fischer auch durch nichts ablenken. Er ist in einer Montageabteilung der Westpfalz-Werkstätten Landstuhl beschäftigt. Dort setzt er Ventilkörper zusammen, mit denen ein Unternehmen für Hydrauliksteuerungen beliefert wird.

„Es ist ein Produkt mit hohen technischen Anforderungen“, bestätigt Michael Rothhaar, Bereichsleiter Soziales. „Da ist Präzision gefragt, deshalb kommt auch nicht jeder unserer Beschäftigten dafür in Frage. Jeder Arbeitsschritt ist genau getaktet und wird anschließend überprüft.“ Benjamin Fischer hat trotz einer kognitiven Beeinträchtigung keine Probleme damit. Er weiß genau, worauf es ankommt, verfügt über feinmotorisches Geschick und achtet darauf, dass alles seine Richtigkeit hat. Dass er einer verantwortungsvollen Aufgabe nachkommt, gefällt ihm. „Ich fühle mich wohl“, sagt der 21-Jährige und ist froh, in den Werkstätten einen Job zu haben. Seit September 2014 ist er hier und hat in der zweieinvierteljährigen Berufsbildungsmaßnahme zunächst unterschiedliche Bereiche kennengelernt. „Während dieser Zeit soll sich zeigen, wer für was geeignet ist. Dabei können sich die Teilnehmer auch schon qualifizieren. In den letzten Monaten der Maßnahme arbeiten sie sich in der Gruppe ein, von der sie später übernommen werden.“ Benjamin Fischers Wahl fiel auf die Montageabteilung. „Dort hat mir die Arbeit am meisten Spaß gemacht.“ Ganz fremd waren ihm die Werkstätten nicht. Schon in der Schule, die er bei der Reha Westpfalz besuchte, hat er hier ein Praktikum absolviert. Der Arbeitsalltag schmecke ihm besser als das Schulleben, räumt Fischer ein. „Weil man gleich sieht, was man getan hat.“ Kurz vor acht sitzt er an seinem Platz in der Montageabteilung. Dass der Wecker um sechs Uhr klingelt, stört ihn nicht. „Ich war schon immer ein Frühaufsteher und werde meist von selbst wach.“ Mit seinen Eltern und seinem Bruder wohnt er in Bruchmühlbach. Dort wird er morgens von einem Bus abgeholt und nach Landstuhl gebracht. Nur mittwochs spielt seine Mutter Taxi und fährt ihn zu seinem zweiten Arbeitsplatz, dem Hofcafé Langenfelderhof in Mackenbach. „Dort fange ich erst um 12 Uhr an und arbeite bis 18 Uhr. Einmal im Monat habe ich am Wochenende Dienst.“ Die Aufgaben im Hofcafé seien eine Abwechslung zu seiner sonstigen Tätigkeit. „Ich helfe in der Küche, an der Kuchentheke oder beim Ausgeben der Getränke. Da ist kein Tag gleich, das finde ich gut. Deshalb ist jeder Mittwoch für mich wie ein kleiner Sonntag.“ Auch nach der Arbeit kommt bei Fischer keine Langeweile auf. Zuhause wird er schon sehnsüchtig von Mischlingshund Pepper erwartet, mit dem er täglich Gassi geht. „Dann treffe ich mich mit Freunden oder gehe zum Fußballtraining.“ Der junge Bruchmühlbacher spielt nicht nur in der zweiten Mannschaft der Werkstätten, sondern verstärkt auch das Mittelfeld der Spesbacher Integrationsmannschaft. „Jetzt geht es bald wieder mit den Spielen und Turnieren los“, berichtet er. Außerdem engagiert er sich bei der Katholischen jungen Gemeinde. Da hat er schon als Kind mitgemacht, ist jetzt als Gruppenleiter für die Drittklässler zuständig. „Wir treffen uns jeden Dienstag, da plane ich schon montags, was wir in der Gruppenstunde machen. Ab und zu unternehmen wir auch Freizeiten.“ Er selbst hat schon mal an einer Erholungsmaßnahme teilgenommen, die die Westpfalz-Werkstätten anbieten. Ein besonderes Erlebnis, das er gern wiederholen möchte. „Es wäre schön, wenn’s klappt. Vielleicht nächstes Jahr im Sommer.“

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