Trippstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Pläne für Seniorenheim und ehemaliges Wohnstift erläutert

Großes Interesse: Mehr als 200 Trippstadter besuchten den Infoabend in der Karlstalhalle.
Großes Interesse: Mehr als 200 Trippstadter besuchten den Infoabend in der Karlstalhalle.

Ein geplantes Wohnheim spaltet die Gemüter in Trippstadt. Gegen den Bau Am Katterfeld hat sich eine Bürgerinitiative formiert, andere Einwohner und die Ratsmitglieder wollen, dass das Pflegeheim und Zentrum für Servicewohnen genau dort errichtet wird. Etliche Auskünfte zu dem Projekt und darüber, wie es mit dem ehemaligen GDA-Wohnstift weitergehen soll, gab es bei einem Infoabend am Mittwoch.

Die Bürgerinitiative (BI) bevorzugt einen Bau an anderer Stelle oder die Nutzung des ehemaligen Wohnstifts am Judenhübel. Dieses hat – wie die Grundstücke Am Katterfeld – der Investor Ifa erworben. Mit einer Bürgerinformationsveranstaltung sollten nun Vorurteile und Ängste der Bewohner aus dem Weg geräumt werden. Über 200 Trippstadter waren der Einladung von Ortsbürgermeister Jens Specht gefolgt und nutzten den Abend, um Fragen zu stellen und sich über das Wohnprojekt für Senioren zu informieren.

Nur Standort Am Katterfeld als geeignet bewertet

Da die GDA das ehemalige Wohnstift lange Zeit nicht verkaufen wollte, der Gemeinderat aber für die Senioren im Ort wieder eine Pflegeeinrichtung schaffen wollte, entstanden die ersten Pläne für den Neubau eines Pflegeheims. Etliche Standorte wurden mit der Kreisverwaltung besprochen, betonte der Ortschef. Unter anderem hatte die Gemeinde einen Neubau in der Nähe des Schwimmbades ins Auge gefasst. Alle in Frage kommenden Standorte waren von der Kreisverwaltung aufgrund von naturschutzrechtlichen Bedenken abgelehnt worden. Nur den Standort Am Katterfeld hatte die Kreisverwaltung Kaiserslautern als geeignet bewertet. 6000 Quadratmeter der Fläche wurden von einem Privatbesitzer dann an den Investor verkauft, die Gemeinde verkaufte auch noch einmal aus ihrem Besitz 6000 Quadratmeter.

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Parkplätze in Tiefgarage

Geplant sind nun im vorderen Bereich des Grundstücks kleinere Wohnkomplexe für sogenanntes Servicewohnen, stellte Hans-Jürgen Lichter vom Investor Ifa das Neubauprojekt vor. Hier können die Bewohner alleine leben, aber die Servicedienste eines Pflegeheims in Anspruch nehmen – wie Wäscheservice und Hausmeisterservice. Im hinteren Bereich soll das fünfstöckige Pflegeheim entstehen. Dort sollen 120 Pflegeplätze, 138 Wohneinheiten für betreutes Wohnen und 16 Tagespflegeplätze eingerichtet werden. Um möglichst wenig Fläche zu versiegeln, werde auf größere Parkflächen rund um das Gebäude verzichtet: „Es entstehen Parkplätze in einer Tiefgarage.“ Die Dächer der Gebäude sowie die Fassade sollen begrünt werden. Neben den begrünten Dachflächen sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Mit einem Regenrückhaltebecken und unterirdischen Zisternen soll das Regenwasser genutzt werden. Da der Wasserdruck in Trippstadt zu niedrig sei, könne hier auch die örtliche Feuerwehr auf den Wasserspeicher zugreifen, wenn der Druck an den Hydranten nicht ausreicht. Mehr als 120 Arbeitsplätze würden durch den Bau geschaffen, meinte Lichter.

Das ehemalige Wohnstift ist für den Betrieb eines Pflegeheims nicht geeignet, erläuterte er. Die Bäder und Zimmer entsprächen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen an einen Pflegebetrieb im Seniorenbereich. Die Bäder könnten nur vergrößert werden, wenn man die Flure im bestehenden Gebäude verschmälert. „Aber die breiten Flure sind für Rollstühle und Rollatoren wiederum gefordert“, erklärte Lichter.

Wohnstift: MVZ geplant

Der Investor würde das erworbene Wohnstift gerne energetisch auf den neuesten Stand bringen. Derzeit handele es sich um eine Bauruine aus den siebziger Jahre. Aus Brandschutzgründen müsse das Gebäude von außen umhüllt werden. Mit Glasbalkonen sollen die Räume erweitert werden. Die parkähnliche Atmosphäre im Umfeld könne erhalten bleiben.

Einziehen soll eine psychomotorische Klinik für Burnout-Patienten. Weiterhin liege dem Investor eine Anfrage für eine orthopädische Klinik mit einem OP und zehn bis zwölf Betten vor. Die Apotheke im Ort würde gerne in das sanierte Gebäude umziehen. Auch von Ärzten, die ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Trippstadt installieren wollten, liege bereits eine Anfrage nach Räumlichkeiten in dem Gebäude vor. Die Mikroappartements des früheren Studentenwohnheims sollen wieder vermietet werden. Rund 120 bis 150 Arbeitsplätze könnten durch diese Maßnahmen entstehen. Baubeginn für die Sanierung könnte im ersten Halbjahr des nächsten Jahres sein, stellte Lichter in Aussicht.

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