Kreis Kaiserslautern Pioniere werden selbstständig

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Mit Verve, mit Lust und Engagement wollen junge Bürger am Dorfleben in Kollweiler nicht nur teilhaben, sondern besagtes Leben in der Ortsgemeinde nach eigenen Vorstellungen mitgestalten. Wie das konkret aussehen könnte, das haben die Dorfraum-Pioniere am Samstagabend aufgezeigt. Bei der Abschluss-Präsentation des Pionier-Projekts im Bürgerhaus kamen handfeste Pläne auf den Tisch.

Ins Auge gefasst sind Festivitäten für jung und alt, die Kirche soll mit Leben erfüllt und auch für junge Leute attraktiver werden. An Ideen mangelt es den Dorfraum-Pionieren offenkundig nicht. „Sie stoßen damit bei uns auf offene Ohren“, versichert Hartmut Schmitt. So einiges habe sich in Kollweiler in den vergangenen Jahren ja zweifelsohne getan, sagt der Ortsbürgermeister. Dabei aber habe sich der Fokus, ohne dass dies gewollt gewesen sei, auf die mittlere und ältere Generation gerichtet. Gerade Ideen der jüngeren Generation aber seien gefragt. Ob und wie die umzusetzen seien, damit werde sich auch der Ortsgemeinderat beschäftigten. Und all das, was sich umsetzen lasse, das werde man nach Kräften fördern. Im vergangenen Jahr schon waren die Weichen gestellt worden: Jugendliche im Ort hatten von einem Projekt der evangelischen Jugendzentrale Otterbach/Lauterecken erfahren: Unter dem Motto „Dorf-Leben“ sollte jungen Leuten ermöglicht werden, den Heimatort als Raum zu entdecken, den sie eigenverantwortlich gestalten können. Daraus wiederum erwuchsen die Dorfraum-Pioniere. Für diese Aufgabe hatte die Landeskirche sogar Fördermittel aus dem „Leader“-Programm lockermachen können, die zur Gestaltung des ländlichen Raums von der EU fließen (wir berichteten ausführlich am 9. September). Ingo Schenk, Referent für Grundsatzfragen beim Landesjugendpfarramt der Pfälzischen Landeskirche, betreut das Pionier-Projekt. Fundierte wissenschaftliche Unterstützung liefert der Soziologe Bernhard Haupert. Beide hatten Jugendliche sozusagen an die Hand genommen, sie zu Dorfraum-Pionieren „ausgebildet“, ihnen Rüstzeug vermittelt. Für die Pioniere komme jetzt die „Entwöhnungsphase“, so Schenk. Die fachkundigen Projekt-Begleiter werden sich zurückziehen, die Jugendlichen sollen künftig eigenverantwortlich die Zukunft mitgestalten. Schenk sieht die jungen Leute nun gefordert, die Entwicklung im Dorf eigenverantwortlich mitzubestimmen. Wie? Angedacht ist etwa die Gründung einer Landjugend. Eine der Herausforderungen ist es, diese in Kollweiler zu etablieren und mit der Ortsgruppe der bestehenden Jugendorganisation beizutreten. Die neue Organisationsform soll es leichter machen, Veranstaltungen zu organisieren, eigene Räumlichkeiten zu bekommen, generell die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Kollweiler mit stärkerer Stimme zu vertreten. Ist die „Landjugend“ eine überkonfessionelle Institution, so spielt auf der anderen Seite auch die Kirche eine Schlüsselrolle. „Lasst doch mal die Kirche im Dorf“, so haben die Pioniere ein weiteres Vorhaben überschrieben. Es geht darum, die Kirche selbst und das Wirken der Kirchengemeinde auch für junge Bürger attraktiver zu machen. Durch neue Veranstaltungsformen etwa, durch kulturelle Ereignisse in der Kirche. Zum Dritten wollen die Pioniere in Kollweiler „Rituale“ etablieren. Dabei geht’s nach ihren Vorstellungen um nichts anderes als die Stärkung der Gemeinschaft im Ort in Form wiederkehrender Veranstaltungen. Traktorfest und Sonnwendfeier sollten etabliert werden; Feste, bei denen Kollweilerer Bürger jeden Alters Spaß haben und miteinander ins Gespräch kommen sollen. Denn eins sei vor allem im Blick zu halten, sagten Schenk und Haupert: Es gelte, Brücken zwischen den Generationen zu errichten, die Sprachlosigkeit zwischen älteren und jüngeren Dorfbewohnern abzubauen. (cha)

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