Kreis Kaiserslautern Noch stärker Kundenanforderungen erfüllen

Fläche zum Erweitern ist vorhanden, doch vorerst will das „Kochwerk“ des Integrationsbetriebes Simotec seine neu gewonnenen Kapazitäten ausschöpfen. Mit der Großküche, die im Industriegebiet Nord entstanden ist, tun sich neue Perspektiven auf.
Zu Beginn des Jahres wurde der Neubau in Betrieb genommen. Rund 3500 Essen verlassen aktuell die Großküche. Luft nach oben ist da, ist sie doch auf 5000 Mahlzeiten ausgelegt. Beschäftigt sind hier 65 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit, fast die Hälfte davon ist schwerbehindert. „Der Anfang war schwierig“, erzählt Betriebsleiter Andreas Philipp Breier. Die größte Herausforderung sei die Logistik gewesen. Ein eigener Fuhrpark mit sieben Fahrzeugen und 13 Fahrern ist mit dem Ausliefern beschäftigt. Schließlich soll das richtige Essen zur richtigen Zeit an die 75 Endkunden aus dem Raum zwischen Enkenbach-Alsenborn und Schönenberg-Kübelberg ankommen. Keine einfache Angelegenheit, denn Kindergartenkinder, Schüler oder Senioren stellen unterschiedliche Ansprüche bezüglich Geschmack, Zusammenstellung, Menge oder auch Zeitpunkt der Mahlzeit. Auch Unverträglichkeiten, Allergien, vegetarisches oder schweinefleischloses Essen und andere Sonderwünsche müssen berücksichtigt werden. Mittlerweile seit dies von dem Team, das laut Breier mit Herzblut dabei ist, gemeistert. „Wir können jetzt an weitere Strategien und Ziele denken“, hält er fest. Gekocht wird vorwiegend im sogenannten „Cook and Chill“-Verfahren, bei dem die Zubereitung der Speisen kurz vor dem Garpunkt unterbrochen und innerhalb kürzester Zeit auf eine Temperatur von unter vier Grad Celsius gekühlt werden. Erst beim Kunden wird sie endgegart, sodass es zu keinem Qualitätsverlust kommt. Den kleineren Anteil macht das „Cook and Hold“-Verfahren aus, bei dem die Speisen warm ausgeliefert werden. Die einzelnen Aufgaben wie Zubereiten, Bereitstellen, Verpacken oder Spülen werden von inklusiven Teams übernommen. In der Zukunft sollen die Wünsche der Kunden noch stärker berücksichtigt werden. „Wir möchten noch zielgruppengenauer kochen“, erzählt Breier. Als Beispiel nennt er, dass Senioren eher durchgegartes Gemüse und eine traditionelle Zubereitung der Speisen wünschen, während junge Menschen eher knackiges Gemüse mit frischem Bisscharakter bevorzugen. Auch soll der Cateringbereich für Sitzungen, Veranstaltungen oder Feiern ausgebaut werden. Der Spatenstich für die neue Großküche auf dem 13.000 Quadratmeter großen Areal erfolgte im September 2012. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf 8,3 Millionen Euro, davon 6,3 Millionen Euro für den zweigeschossigen Neubau, der Rest floss in die Ausstattung. Finanziert wurde das Projekt durch Eigenmittel und Darlehen des Gemeinschaftswerks für Menschen mit Behinderungen und der Tochtergesellschaft Simotec. Das Integrationsamt des Landes Rheinland-Pfalz beteiligte sich mit einem Betrag von 371.000 Euro. Das „Kochwerk“ ersetzt die drei Küchen in Landstuhl und Kaiserslautern, die jedoch nicht ganz geschlossen werden. Das „Kochwerk“ wird am Freitag, 4. April, offiziell eingeweiht. (lmo)