Kreis Kaiserslautern „Neue Herausforderung“
Im Betreuungsverein des DRK-Kreisverbands Kaiserslautern-Land gibt es eine neue Chefin: Nachdem der bisherige Leiter in den Ruhestand gegangen ist, hat die 25-jährige Sozialarbeiterin und -pädagogin Rebekka Gildermann seine Nachfolge angetreten.
Ungefähr 30 ehrenamtliche gesetzliche Betreuer und Betreuerinnen verzeichnet der Verein. Sie kümmern sich um Menschen, die wegen Alter oder Krankheit ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. „Dabei können sie mit den drei Hauptbereichen Vermögenssorge, Gesundheitssorge und Aufenthaltsbestimmungsrecht betraut werden.“ Dafür werden sie geschult und geführt, müssen aber auch Voraussetzungen erfüllen. „Das heißt, sie müssen volljährig und geschäftsfähig sein, keinen Eintrag bei der Schufa oder im Schuldnerverzeichnis haben, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen“, erklärt Gildermann. Sie selbst spricht mehrere Sprachen. In Russland geboren, beherrscht sie russisch. Dank eines mehrwöchigen Aufenthalts in Irland und eines halben Jahres als Au-pair in Australien ist sie auch im Englischen zuhause. Für die Betreuer ist sie Ansprechpartnerin, berät und informiert sie in allen Belangen und steht ihnen bei Fragen oder Problemen zur Seite. „Gemeinsam mit dem Betreuungsverein des DRK Kaiserslautern-Stadt bieten wir Infoveranstaltungen an. Für 2019 sind zum Beispiel Vorträge über Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung geplant.“ Rebekka Gildermanns Tage sind nicht nur mit den Aufgaben als Leiterin des Betreuungsvereins gefüllt. „Ich bin noch dabei, mich mit den Strukturen vertraut zu machen, Kontakte mit Kooperationspartnern aufzunehmen und mich mit ihnen bekannt zu machen“, sagt sie. Trotz ihres eher jugendlichen Alters konnte Gildermann bereits wertvolle Erfahrungen sammeln und sieht sich gut gerüstet für die verantwortungsvolle Aufgabe. „Mir war schon früh klar, dass ich beruflich etwas auf sozialem Gebiet machen möchte. Deshalb habe ich mich nach dem Fachabitur dafür entschieden, soziale Arbeit in Mainz zu studieren.“ In die Praxis konnte sie während eines Praktikums beim Pflegekinderdienst in Homburg schnuppern. „Da habe ich Einblick in unterschiedliche Bereiche gewonnen, von der Verwaltung über Hausbesuche bis hin zur Dokumentation und der Organisation von Infoabenden, die dazu dienten, Pflegeeltern zu gewinnen.“ Mit vielen dieser Arbeitsbereiche hat sie auch in ihrer jetzigen Position zu tun. Mit dem Unterschied, dass nun nicht Kinder und Jugendliche im Zentrum ihrer Tätigkeit stehen, sondern Erwachsene. „Gerade das hat mich gereizt. Es ist eine neue Herausforderung.“ Dass sie diese beim DRK annehmen kann, freut sie besonders. „Denn Leitsätze wie Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Freiwilligkeit, an denen sich das Handeln des DRK ausrichtet, finde ich wichtig und kann mich damit identifizieren.“ Dass Gildermann in Landstuhl aufgewachsen ist, sei ein weiterer Pluspunkt, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Nickolaus. „Sie kennt die Region und die Mentalität der Menschen. Das ist viel wert.“ Außerdem werde sie alles tun, um weitere Ehrenamtliche zu gewinnen. „Denn im Zuge des demografischen Wandels und der zunehmenden Anzahl älterer Menschen werden immer mehr Ehrenamtliche gebraucht, auch in der gesetzlichen Betreuung“, sagt Nickolaus.