Otterberg RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Zerstörung durch Brand: Was mit dem Gelände von Ideal Automotive passieren soll

Liegt im Herzen der Altstadt Otterbergs und hat städtebaulich viel Potenzial: Das vier Hektar große Gelände von Ideal Automotive
Liegt im Herzen der Altstadt Otterbergs und hat städtebaulich viel Potenzial: Das vier Hektar große Gelände von Ideal Automotive.

Seit drei Jahren liegt das ehemalige Werksgelände von Ideal Automotive brach. Wie geht es mit dem vier Hektar großen Gelände im Herzen Otterbergs weiter?

Wohnungen, Grünflächen oder wieder Gewerbe? Das Gelände des ehemaligen Automobilzulieferers schließt sich direkt an die Altstadt Otterbergs an und hat städtebaulich viel Potenzial. Vor drei Jahren hatte das Werk seine Tore für immer geschlossen. Grund dafür war ein Großbrand, der bereits im März 2020 auf dem Areal wütete und einen Millionenschaden anrichtete. Schnell war klar geworden, dass es mit Ideal Automotive in Otterberg auf Dauer nicht weitergeht. Der Wiederaufbau von zerstörten Gebäuden und Anlagen wäre wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen, hatte der Autozulieferer damals seinen Rückzug begründet. Rund 70 Mitarbeiter verloren ihre Jobs.

Doch was hat sich seither getan? Die Stadt hat ein Vorkaufsrecht, aber kein Geld, das Grundstück selbst zu erwerben. Es gehört nach Auskunft von Stadtbürgermeister Jan Hock (FWG), der bei den Kommunalwahlen 2024 neu ins Amt gewählt wurde, dem früheren Eigentümer von Ideal Automotive. Der Belgier sei nicht mehr im operativen Geschäft tätig. Seit einem Jahr sei er mit dem Besitzer im Gespräch, um auszuloten, wie das Areal entwickelt werden könnte, so Hock. Dieser wolle nicht selbst als Investor auftreten. Der Eigentümer und die Stadt seien daher derzeit im Gespräch mit mehreren Investoren, so Hock zum aktuellen Stand.

Einen Bebauungsplan mit einer sogenannten Veränderungssperre für das Areal, das auch an die historische Stadtmauer angrenzt, hat der Stadtrat bereits in einer seiner jüngsten Sitzungen beschlossen. Dies versetzt die Stadt laut dem Stadtchef in die Lage, mitzuentscheiden, was und wie dort gebaut wird.

Vor drei Jahren hatte es eine Bürgerwerkstatt gegeben, an dem die Otterberger ihre Vorstellungen zur künftigen Gestaltung des Geländes beitragen konnten. Diese Ideen seien den Investoren bekannt, inwieweit sie berücksichtigt würden, könne er nicht sagen, so Hock. „Wenn alles glattgeht, liegen vielleicht Ende des Jahres schon Entwürfe der Investoren vor. Es ist schwierig, einen Zeithorizont abzuschätzen“, gibt der Stadtbürgermeister einen Ausblick. Diese sollen dann den Ratsmitgliedern im Stadtrat vorgestellt werden. Wenn konkrete Pläne vorliegen, sollen auch die Bürger in die Entscheidungen miteinbezogen werden, kündigte der Stadtbürgermeister an. Schlussendlich gehe es darum, eine Lösung zu finden, mit der alle Beteiligten – der Eigentümer, der Investor und die Stadt – leben könnten. Dabei bleibe die Planungshoheit bei der Stadt, betonte Hock auf eine entsprechende Anfrage von Birgit Markus in der jüngsten Stadtratssitzung. Die Grünen-Politikerin fragte dabei auch nach Altlasten, die es auf dem Gelände gebe. Sie gab zu bedenken, dass ein Investor möglicherweise belastetes Areal ausspare und nur unbelastetes Gelände an den Rändern für sein Projekt entwickeln werde und damit Geld verdiene. „Es geht eigentlich nur, dass man das Gelände als Gesamtes entwickelt und das funktioniert erfahrungsgemäß nur mit Förderung vom Land.“ Markus wollte daher wissen, ob die Stadt in dieser Hinsicht schon etwas unternommen habe. Man sei noch nicht an dem Punkt der Planungen angekommen, so Hock. Zunächst müsse der Investor seine Pläne vorstellen. Dass der Investor die Kosten zur Beprobung von Altlasten und deren Beseitigung übernehme, sei üblich und werde in einem städtebaulichen Vertrag verankert, so der Stadtbürgermeister. Zum Thema Fördergelder informierte Hock auf Anfrage im Nachgang der Sitzung und erläuterte nochmals die Rolle der Stadt bei den Planungen zum Idealgelände: Fördergelder zu generieren sei nicht Sache der Stadt, sondern wenn überhaupt Sache des Investors. Die Stadt begleite die Planungen zu dem Gelände in Gesprächen mit dem Eigentümer und dem Investor und trage Sorge, dass der Bebauungsplan mit der Veränderungssperre eingehalten werde.

Vor drei Jahren wurde die Produktion bei Ideal Automotive in Otterberg endgültig geschlossen, nachdem 2020 große Teile des Werks
Vor drei Jahren wurde die Produktion bei Ideal Automotive in Otterberg endgültig geschlossen, nachdem 2020 große Teile des Werks bei einem Brand zerstört wurden.
Das ehemalige Werksgelände von Ideal Automotive in Otterberg grenzt teilweise an die historische Stadtmauer (links im Bild).
Das ehemalige Werksgelände von Ideal Automotive in Otterberg grenzt teilweise an die historische Stadtmauer (links im Bild).
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