Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Musik und Geschichten rund ums Labyrinth in der St. Josefskirche

Moritz Helf und Hagen Pütz umspielten mit ihren Gitarren die Geschichten zum Thema Labyrinth.
Moritz Helf und Hagen Pütz umspielten mit ihren Gitarren die Geschichten zum Thema Labyrinth.

Trotz Regens und geändertem Veranstaltungsort ließen sich mehr als 40 Gäste am frühen Dienstagabend auf das Gitarrenduo Hagen Pütz und Moritz Helf ein. Sie hatten es nicht bereut. Nach gut eineinviertel Stunden, einem Dutzend ausgewählter Stücke und mehreren gewünschten Zugaben hatte das Publikum von Musik und Texten zum Thema Labyrinth, vorgetragen in der St. Josefskirche, immer noch nicht genug.

Am Alsenborner Labyrinth, unweit der Kirche gelegen, sollte das Konzert eigentlich stattfinden. Dort oben auf der Höhe wäre man mitten in der Natur bei untergehender Sonne von Wald, Feld und einer besonderen Irrgartenanlage umgeben gewesen. So ließ sich nur davon träumen. Hagen Pütz schaffte den Spagat, indem er zu Beginn zusammen mit seinem Partner und ehemaligem Schüler und Freund Moritz Helf Irlands grüne Weiten mit einer Eigenkomposition in den Mittelpunkt rückte.

Mit ihrem wandlungsfähigen Spiel in rasanter Fingerstyletechnik faszinierten beide ein ums andere Mal und brachten – wie etwa mit dem anschließenden Tanz aus Malaga – regionalen Kolorit ins Spiel. Vom ökumenischen Arbeitskreis sei das Labyrinth als Teil des Lebenspfades geschaffen worden. Es stehe für Richtungswechsel jedweder Art erläuterte Gemeindereferentin Marlies Gehrlein. Wiederkehrend, dauerhaft und sich verflüchtigend umspielte das Gitarrenduo die Gedanken.

Alle Facetten klassischer Gitarrenmusik

„Es gibt nur einen Weg“, stellte Pfarrerin Katja Wolf fest. Der fordere allerdings Ausdauer und Geduld. Nicht gleich umkehren dürfe man, müsse stattdessen öfter mal die Richtung wechseln. Verschlungen sei der symbolische Lebenspfad und mehr als einmal frage man sich: „Wo ist das Ziel?“ Mit sehr persönlichen Stücken – etwa einem Song für einen Freund oder dem Stück ohne Namen – begleiteten Hagen Pütz und Moritz Helf diesen Teil textlicher Ausführungen. Alle Facetten klassischer Gitarrenmusik trug ein zwischen weich und dynamisch changierender Tangotanz. Ins Labyrinth, in dem man ständig in Bewegung ist, entführte eine weitere Erzählung Wolfs. Basslinien verfolgten über Melodiesequenzen sinnbildlich die Spur des Lebenspfades.

Unter gedämpftem Licht zu spielen, um noch mehr Atmosphäre zu schaffen, wünschte sich das Publikum. „In der Mitte gefangen sein, nach einem Ausweg suchen, sich befreien“, war eine weitere Themenbeschreibung von Besucherseite. „Aufbruch, ständiges Gehen, wandeln und doch weiterkommen, ankommen“ die nächste. Mit „Sommerregen“, „Wehendes Herbstlaub“ und einer resolut und fröhlich gestimmten spanischen „Allegria“, allesamt Pütz’sche Originalkompositionen, orientierten sich die Konzertgitarristen am prasselnden und tröpfelnden Regen, an Vogelgezwitscher und der erwachenden Natur. Mit atmender, teils atemberaubender Melodik und virtuoser Fingerfertigkeit fingen sie faszinierende Klangbilder und Stimmungen ein.

Impressionen in Noten kleiden

Mit einem weiteren irischen Stück und dem Gebet eines nordamerikanischen Indianers schlugen sie den Bogen zum träumerischen Anfang des Konzerts. Impressionen in Noten kleiden vermochte Pütz auch mit einer gänzlich anderen Projektarbeit, die er zum Thema beisteuerte. Von einer E-Bike Tour mit Freunden, die in eine naturverbundene Wandersuite mündete, stammten, authentisch dargestellt, Werke von Hagen Pütz wie „Promenade“, „Zwergen-Karawane“, „Zug der Zwerge“ und „Nächtlicher Mäusereigen“.

Info

Übungsstunden für Interessenten und CDs bietet Hagen Pütz in der Klosterstraße 6A, Enkenbach-Alsenborn, sowie unter Telefon 06303/3107 und per E-Mail an hagen.puetz@t-online.de an.

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