Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Mormonen bauen eine Kirche in Ramstein-Miesenbach

Wie die Kirche einmal aussehen soll, zeigt ein Transparent direkt am Bauplatz.
Wie die Kirche einmal aussehen soll, zeigt ein Transparent direkt am Bauplatz.

Während die immer weniger werdenden Protestanten und Katholiken in der Region in den Gottesdiensten eher zu viel Platz in ihren großen Gotteshäusern haben, benötigen die Anhänger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mehr Raum. Daher baut die Glaubensgemeinschaft, die auch als Mormonen bekannt ist, nun ein neues Gemeindehaus in Ramstein-Miesenbach.

Über 2000 Mitglieder zählt die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Rheinland-Pfalz, über die Hälfte davon lebt im Raum um Kaiserslautern. Da es bisher jedoch nur ein Gotteshaus in der Barbarossastadt gibt, das sich vier Gemeinden teilen, wie Pressesprecher Ralf Grünke mitteilt, entsteht nun im Gewerbegebiet „Am Wasserturm“ in Ramstein-Miesenbach ein neues Gemeindehaus. „Der Standort ist leicht von der Ramstein Air Base und von der Autobahn erreichbar“, erläutert Grünke, wieso die Wahl auf diesen Ort gefallen ist. Viele Gläubige, nämlich 613, seien in der Umgebung von Ramstein-Miesenbach und damit im Einzugsgebiet des Neubaus zuhause.

Platz für 300 Gottesdienst-Besucher

Gebaut werden soll eine rund 60 Meter lange, 30 Meter breite und knapp elf Meter hohe Kirche, deren Turm 22 Meter misst. 300 Personen sollen darin während der Gottesdienste Platz finden. Werden die Türen zum angrenzenden Mehrzwecksaal geöffnet, könnten es bei besonderen Veranstaltungen auch doppelt so viele Menschen sein. Geplant seien zudem 17 weitere Gruppenräume für Unterricht, Gesprächskreise und andere Aktivitäten, sagt Grünke. Auch ein Center für Familiengeschichte soll es geben.

Wie viel sich die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage den Neubau kosten lässt, möchte der Pressesprecher nicht sagen. „Um nicht vom eigentlichen Zweck des Gebäudes als Ort der Besinnung und Begegnung abzulenken, sehen wir davon ab, die Baukosten zu veröffentlichen.“ Finanziert werde das Gotteshaus aber aus dem Baufonds der Gemeinschaft, also vor allem durch freiwillige Spenden der Gläubigen.

Im Sommer 2024 soll die Kirche stehen

Geplant wurde das Gemeindehaus vom Architekturbüro Benedix aus Freiberg in Sachsen, das auch an eine zeitgemäße Energieversorgung gedacht hat. Solarpaneele und Geothermie sollen einen großen Teil des benötigten Stroms und der Heizenergie direkt vor Ort erzeugen.

Mit Leben füllen werden das neue Haus, das im Sommer 2024 fertiggestellt sein sollte, die Mitglieder zweier internationaler benachbarter Gemeinden, die sich das Gebäude teilen. Da es sich dabei hauptsächlich um amerikanische Militärangehörige und andere englischsprachige Menschen handele, werde im Gemeindehaus englisch gesprochen, teilt Grünke mit.

Stadtbürgermeister Ralf Hechler begrüßt den Kirchenbau. Ramstein sei von jeher eine offene Stadt und heiße Gläubige verschiedener Gemeinschaften willkommen, betonte er beim Spatenstich Ende Oktober.

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