Kreis Kaiserslautern Momente der Muße unterm Wasserfall

Besinnlich-ursprünglich ist es immer, nur je nach Witterung fließt mehr oder weniger Nass in den Kessel des Wasserfalls im Odenb
Besinnlich-ursprünglich ist es immer, nur je nach Witterung fließt mehr oder weniger Nass in den Kessel des Wasserfalls im Odenbachtal.

Bäche, Weiher und Wooge gibt es häufig in unserer Region. Wasserfälle sind dagegen rar. Doch quasi um die Ecke kurz hinter der Kreisgrenze im Odenbachtal bei Herschberg im Kreis Südwestpfalz kann das Naturschauspiel herabstürzenden Wassers mitten im Wald erlebt werden.

Traumhafte Ausflugsziele finden sich häufig unverhofft ganz in der Nähe, so auch der „Wasserfall im Kessel“. Der Name ist vielversprechend und nicht nur der: Das Plätzchen an sich, gelegen am Wasserschaupfad im Odenbachtal, hat etwas besinnlich Ursprüngliches. Die Ruhe an diesem wunderschönen Fleckchen Erde ist fast schon unheimlich. Gut, die Vögel haben reichlich was zu sagen. Klingt aber herrlich! Und das Wasser plätschert auch nicht lautlos, wenn es beim Herabfallen auf die Ebene darunter trifft. Doch welch tief in der Seele ankommender beruhigender Klang! Sonst ist es still. Nicht einmal das Handy will sich melden. Kann es nicht, ein Funkloch bremst es aus. Nomen est omen: Hier kommt sich der Besucher tatsächlich vor wie in einem hinten offenen Suppenkessel, in den sich der Odenbach im kleinen freien Fall abwärts plumpsen lässt. Bei der momentanen Trockenheit fällt er in einen kleinen Tümpel. Wer sich aber zu anderen Jahreszeiten oder nach viel Regen aufmacht, kann den kleinen Wasserfall in einem ordentlichen kleinen Teich ankommen sehen. Selbst im Winter hat der Kessel seine Reize. Dann hängt das herabfließende Wasser in einer Eisfront fest. Winter? Nein, daran soll derzeit kein Gedanke verschwendet werden. Zu gut fühlt sich die angenehm-laue, saubere Luft im Kessel an, die wie mit einem Inhalator direkt in der Lunge ankommt. Mal einen Wasserfall über die Hände laufen lassen? Geht hier! Hinter dem abwärtsfließenden Nass kann, wer will, sogar vorbeihuschen. Wem der Sinn eher nach Muße steht, findet auf einer der Bänke Platz, um all die Eindrücke zu genießen, die im Alltagstrott oft fehlen. Es ist nicht nur der Wasserfall, der seine Reize samt Wasserperlen versprüht, es ist ein ganzes idyllisches Tal, das einen Abstecher über die Kreisgrenze lohnt. Wie aber kommt man denn nun hinein ins geschichtlich interessante Odenbachtal? Da gibt es mehrere Möglichkeiten, darunter zwei ausgeschilderte Wandertouren, die wirklich attraktiv sind. Für den schnellen Trip empfiehlt sich eine gut fünf Kilometer lange Rundtour entlang des Wasserschaupfads. Los geht es an der Weihermühle, die nach ausgeschilderten drei Kilometern von der Landstraße zwischen Thaleischweiler und Wallhalben angefahren werden kann. Die Mühle ist der letzte Nachweis einer Jahrhunderte zurückliegenden Besiedlung im Odenbachtal. Heute lädt das ehemalige Mühlengut zum Rasten, Speisen, Übernachten ein . Erst wird aber durch eine unvergleichliche Landschaft gewandert, die durch unaufhaltsame Wasserkräfte einst geschaffen wurde. Natur von Wasser gemacht sozusagen. Vorbei geht es an bizarren Felsgesteinen samt erklärenden Tafeln. Ganz nebenbei lernt der Wanderer, dass die Felsformationen „Kugelfelshorizont“ heißen. Der Volksmund spricht aber davon, dass hier Ritter Franz von Sickingen einst Steinkugeln für seine Kanonen sammeln ließ. Weitläufige Wiesentäler mit einer zauberhaften Szenerie liegen auf der Strecke. Mit Glück erhascht der Besucher einen tiefen Blick in die dunklen Augen der weidenden Auerochsen. Fischweiher tauchen auf. Und am Ende der Kessel mit dem fallenden Wasser. Auch Rundtouren über elf oder 15 Kilometer führen am Kessel vorbei. Der Start ist jeweils an der Weihermühle möglich. Noch mehr Wanderspaß gibt es auf www.pfaelzer-muehlenland.de/wandern.html.

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