Kreis Kaiserslautern Mit viel Hubraum gegen den Tennisball

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Gut gefüllt war der Dorfplatz Krickenbach an der Mehrzweckhalle beim fünften Schleppertreffen am Wochenende. Die Bulldogfans der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd richten diese Veranstaltung alle zwei Jahre aus – jedes Mal mit großem Zuspruch.

Alle Hände voll zu tun an diesen beiden Tagen hat Dirk Antes: Er stellt nicht nur seinen eigenen Schlepper aus, sondern kümmert sich auch um die Organisation und Moderation. Denn natürlich werden beim Schleppertreffen landwirtschaftliche Fahrzeuge präsentiert. Aber es gibt auch noch andere Unterhaltung, Geschicklichkeitsturniere und Dorfrundfahrten. Mit der Lanze am Schlepper einen Tennisball von einem Pylonen stoßen – so lautet eine der Geschicklichkeitsaufgaben. Über den Sieg entscheidet die Uhr. Den holt sich Mario Will aus Landstuhl mit einem Vorsprung von fast zwei Sekunden. „Ich habe den Ball optimal getroffen“, schildert er sein simples Erfolgsrezept. Auch Eva Helmer, die von ihrem Ehemann zur Teilnahme animiert wurde, macht in der mutmaßlichen Männerdomäne eine gute Figur: „Getroffen in einer guten Zeit“, resümiert der Sprecher. Nach dem Wettbewerb verbleibt Dirk Antes wieder etwas Zeit, seinen Güldner vom Typ G 40 aus dem Jahr 1963 den Besuchern zu erläutern. Aus 2500 Kubikzentimetern Hubraum leistet der luftgekühlte Motor 38 PS. Der Bastler hat den Schlepper komplett neu aufgebaut und das Getriebe abgedichtet. „Ich fand dafür Helfer im Club, die mich unterstützt haben“, dankte er den Mitstreitern. Immerhin hat es sechs Monate gedauert, bis das Werk vollendet war. „Dann gab es die Tüv-Plakette ohne Mängel“, freut er sich noch heute. Es sei nicht nur ein Ausstellungsstück, sondern werde auch auf dem Acker eingesetzt. Doch es bleibt immer noch Zeit für alleine in diesem Jahr 13 geplante Treffen und Ausfahrten. Darunter eine Woche Urlaub an der Mosel. Seine eigene Behausung hat Willi Schaller aus Ottersheim mitgebracht. Mit dem Schlüter vom Typ AS 15 zog er einen Schäferkarren, den er selbst nach seinen Bedürfnissen gezimmert hat. „Man kann darin schlafen, essen, sich rasieren“, fasst er zusammen. Sein Traktor mit 1,6-Liter-Motor sei ein reines Flachlandgerät und sehr träge. Deshalb ging die Fahrt von der Südpfalz hierher auch nicht allzu schnell. „Doch mein Ziel habe ich immer erreicht.“ Gleich drei Schlepper hat Alfons Simonis aus Queidersbach dabei. Den Güldner aus dem Jahr 1959, „meinem Geburtsjahr“, hat er mit ein paar Roststellen und Gebrauchsspuren erworben und in rund 60 Stunden brauchbar und ansehnlich gemacht. Sein IHC stammt aus dem Jahr 1983 und hat immerhin schon einen Drei-Zylinder-Motor mit 52 PS. Die dritte Generation macht der Deutz aus dem Jahr 1980 komplett, der über einen Vier-Zylinder-Motor und 68 PS verfügt. Viele Augen gehen zu dem wuchtigen Lanz-Bulldog aus dem Jahr 1948, vorgefahren von Joachim Weißmann aus Münchweiler. Die 4767 Kubikzentimeter Hubraum leisten zwar nur 25 PS, aber es ist ein Kraftpaket. Großes Staunen ruft das Starten des Motors hervor: Dazu nimmt Weißmann das Lenkrad ab, setzt es auf die Schwungscheibe und nach einem kräftigen Drehen blubbert der Motor los. Ein Fahr-Schlepper vom Typ D88 hat am Morgen in Pirmasens den Besitzer gewechselt und macht nun auf der Fahrt in den Donnersbergkreis eine Rast in Krickenbach. Er steht nun zwischen dem fast unscheinbaren kleinen Holder von 1956 mit zehn PS, den Julian Linn aus Schopp vorgefahren hat, und dem historischen Unimog, ausgerüstet mit einem Kran und einer modernen Anbauvorrichtung zum Holzrücken. (llw)

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