Kreis Kaiserslautern Mit „Sport Leistung“ zum Abitur

Mit dem Schuljahr 2015/16 startet die Integrierte Gesamtschule (IGS) Am Nanstein in Landstuhl in die Oberstufe. Neben den klassischen Leistungsfächern können die künftigen Abiturienten auch Sport belegen, bei den Grundkursen will sich die IGS mit dem Fach Darstellendes Spiel vom Angebot der Konkurrenz abheben. „Wir bieten eine große Bandbreite an Fächerkombinationen“, sagt Schulleiterin Monika Wagner-Goedtel. „Da ist bestimmt für jeden etwas dabei.“
Etwa 70 Schüler steuern derzeit an der IGS die Mainzer Studienstufe (MSS) an. „Damit wird die Oberstufe überschaubar und familiär genug, damit wir uns individuell um die Schüler kümmern können“, betont Wagner-Goedtel. Zugleich hofft sie aber auch, dass Schüler von anderen Schulen in Stadt und Kreis an den Nanstein kommen, um Abitur zu machen. „Schon jetzt ist der Zulauf aus dem Umkreis gut“, geht die Rektorin von externer Verstärkung der neuen Oberstufe aus. Ein Grund, an die Landstuhler IGS zu wechseln, sei die „optimale räumliche Ausstattung“, sagt Peter Degenhardt (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl und zugleich Vorsteher des Zweckverbands, der Träger der Schule ist. „Wir haben in den vergangenen Jahren – quasi auf Vorrat – eine Menge Geld investiert.“ Rund 1,5 Millionen Euro flossen in den rundum verglasten Lichthof, der als Aula, Veranstaltungsstätte und Treffpunkt der älteren Schüler dient. 280.000 Euro ließ sich die Ganztagsschule ihre neue Mensa kosten. Interaktive Tafelsysteme sind mittlerweile Alltag. Etwa 4,5 Millionen Euro wurden für Sanierung und Umbau der Sickingen-Sporthalle ausgegeben (die RHEINPFALZ berichtete). Weitere Investitionen sind laut Degenhardt geplant: Neben einer neuen 100-Meter-Bahn und einer Kugelstoß-Anlage soll auch die kleine Sporthalle auf Vordermann gebracht werden. „Ein sechsstelliger Betrag ist für die Oberstufen-Bibliothek vorgesehen“, so der Bürgermeister. „Außerdem planen wir ein schickes Café für die MSSler samt Terrasse, da wir wissen, wie wichtig es den jungen Leuten ist, ihren eigenen Bereich zu haben.“ Auch die Fachräume würden für die Bedürfnisse der Oberstufe hergerichtet. „Darüber hinaus haben wir ,Open-mind-Labs’, also virtuelle Labore, an denen naturwissenschaftliche Versuche, die zu teuer oder zu gefährlich wären, am Computer simuliert werden“, ergänzt Wagner-Goedtel. Diese fänden in Kooperation mit der Fachhochschule Kaiserslautern statt, mit der die IGS schon geraume Zeit „einen guten, vertrauten Kontakt“ pflege: „Dazu gehören auch naturwissenschaftliche Workshops, die schon jetzt an den Nachmittagen angeboten werden.“ Neben diesem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt setzt die IGS auch auf musische Angebote wie das Fach Darstellendes Spiel, das in Kooperation mit dem Pfalztheater ab der sechsten Klasse als ordentliches Fach angeboten wird, auf große Resonanz stößt und nun als Grundkurs eingeführt werden soll. „Unsere Schüler haben beispielsweise die ,West Side Story’ am Pfalztheater von Anfang bis Ende begleitet. Derzeit wird Dürrenmatts ,Besuch der alten Dame’ von den Schülern umgeschrieben und dann modernisiert auf die Bühne gebracht“, erläutert die Schulleiterin. Dabei gehe es nicht nur ums Theaterspielen, sondern auch um die Persönlichkeitsentwicklung: „Die Schüler lernen frei zu reden und vor Publikum aufzutreten, haben auf der Bühne Erfolgserlebnisse.“ Das Fach, das in der Oberstufe das Angebot von Bildender Kunst und Musik ergänzen wird, sei mehr als nur eine Theater-AG. „Die mündliche Performance auf der Bühne wird bewertet“, betont Ulrike Sommerlad, die künftige Leiterin der Oberstufe. Das gelte ebenso für Sport als Leistungskurs: „Auch dort gibt es einen theoretischen Teil mit Kursarbeiten.“ Hier wolle die Fachschaft, die über gut ausgebildete Kräfte verfüge, den Schwerpunkt aufs Thema Gesundheit setzen. Sorgen, nicht mitzukommen, müsse sich niemand machen. Ob Sport oder Darstellendes Spiel – beide Fächer seien in der Oberstufe auch für Neueinsteiger geeignet. Ebenso das Sprachenangebot: In der elften Klasse können Schüler, die noch keine zweite Fremdsprache hatten, zwischen Französisch und Latein wählen. „Vorkenntnisse sind da nicht erforderlich“, sagt Sommerlad. Das Markenzeichen der IGS sei „Fördern und Fordern“. Am Ende des zehnten Schuljahres werde es in den Kernfächern einen Kompaktkurs MSS geben, in dem das Basiswissen trainiert werde. „Die Schüler erfahren so, wo sie stehen und was sie eventuell in den Sommerferien vor der MSS noch vertiefen sollten“, erläutert Wagner-Goedtel. Dieser Kurs sei auch offen für Externe, die die Oberstufe an der IGS besuchen wollen. In der ersten Woche der MSS 11 folge ein Intensivkurs, in dem Arbeitstechniken geschult würden. „Zudem gibt es ,Lift-Kurse’, die bei Bedarf nachmittags Grundlagen vermitteln, um alle Schüler auf den gleichen Stand zu bringen“, so die Schulleiterin. „Unser Ziel für unsere Schüler ist die Studierfähigkeit.“ (oef)