Kreis Kaiserslautern Letzte Vorbereitungen
Mitte des Monats werden wahrscheinlich die ersten Flüchtlinge in das Caritas-Altenzentrum in Landstuhl einziehen (wir berichteten mehrfach). Die bisherigen Bewohner haben das Heim inzwischen alle verlassen. Da die Caritas einen Neubau an selber Stelle erst 2017 plant, werden in der Übergangsphase Flüchtlinge in dem Gebäude unterkommen.
„Der Nutzungsvertrag mit der Caritas ist unterzeichnet, seit dem 1. Januar steht uns das Gebäude zur Verfügung“, sagt Peter Degenhardt (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl. Die Caritas überlässt das Haus mietfrei. Die Bürokratie verhindere jedoch den sofortigen Bezug, fährt Degenhardt fort. „Da es eine Nutzungsänderung gab, müssen wir diverse Brandschutzauflagen einhalten.“ So müssen zum Beispiel die Brandmelder, die bisher nur optisch funktionierten, gegen thermisch-visuell funktionierende ausgetauscht werden, die Rauch und Hitze zum Auslösen des Alarms brauchen. Der Grund dafür liege in den Küchenzeilen, die nun genutzt werden und sonst zu oft irrtümlich Alarm schlagen könnten. Weitere Arbeiten betreffen beispielsweise die Brandschutztüren und die Beleuchtung der Flucht- und Rettungswege, zählt der Bürgermeister auf. Positiv vermelden kann er, dass der Hausmeister für das gesamte Jahr weiter beschäftigt wird. Die Kosten dafür erstattet – wie bei allen Flüchtlingsbelangen – der Kreis der Verbandsgemeinde. Außerdem wird ab Mitte des Monats ein Sozialarbeiter der Caritas mit einer ganzen Stelle für die Betreuung der Flüchtlinge angestellt sein. „Er ist Diplom-Pädagoge, hat eine Masterarbeit zu ,Islam und Integration’ geschrieben und spricht auch Arabisch “, ergänzt Degenhardt. Eine zusätzliche ehrenamtliche Betreuung übernimmt das DRK. „Die Sozialarbeiterstelle wird zu 60 Prozent vom Landkreis und zu 40 Prozent von der Caritas getragen“, informiert Degenhardt. Insgesamt maximal 60 Personen werden in dem ehemaligen Altenheim Platz finden; nach und nach soll sich das Gebäude füllen. Zusätzlich werden zwei Wohnungen, die bisher für betreutes Wohnen genutzt wurden, für unbegleitete Jugendliche zur Verfügung stehen. Darin könnten insbesondere Jugendliche an der Grenze zur Volljährigkeit untergebracht werden, die eine weniger intensive Betreuung benötigen, wobei das Jugendamt auch hier die Aufsichtspflicht hat. „Wir werden das im Einzelfall prüfen“, hält Klaus Nabinger, Abteilungsleiter Jugend und Soziales der Kreisverwaltung, fest. Eine Verlängerung der Altenheim-Nutzung für Flüchtlinge über den Ablauf dieses Jahres hinaus werde es nicht geben, winkt Degenhardt ab. Die Caritas will 2017 das Gebäude abreißen und einen Neubau errichten. Aber eine Alternative stehe zumindest zum Teil bereit: Das Caritas-Heim „St. Martin“ für Menschen mit Behinderung auf dem Gelände der Bischof-von-Weis-Stiftung werde frei, da die Caritas zwei Neubauten errichten will: Auf dem Platz der Alten Posthalterei wird bereits gebaut, für die Bahnstraße laufen die Planungen. „In dem Heim könnten bis zu 40 Flüchtlinge unterkommen“, verrät Degenhardt. Damit gäbe es zumindest für zwei Drittel eine Folgelösung. Ob jene zeitlich begrenzt ist, kann er nicht sagen: „Ich weiß nicht, was die Bischof-von-Weis-Stiftung anschließend mit dem Gebäude vorhat.“ (gzi)