Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Landstuhl: Trotz Regen „Radelspaß im Sickingerland“

Dunkle Wolken und strömender Regen: Die Eröffnung des Radelspaßes in Bann – hier mit dem örtlichen Fanfarenzug – war am Sonntagm
Dunkle Wolken und strömender Regen: Die Eröffnung des Radelspaßes in Bann – hier mit dem örtlichen Fanfarenzug – war am Sonntagmorgen eine reichlich nasse Angelegenheit.

Ein Radfahrer war Petrus definitiv nicht. Denn mit dem „Radelspaß im Sickinger Land“ hatte er zumindest am Sonntagmorgen definitiv kein Einsehen. Pünktlich um zehn Uhr zum Auftakt spielte der Fanfarenzug Bann vor dem Landhotel „Zum Storchennest“ im strömenden Regen.

Während Peter Degenhardt, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, den Aktionstag offiziell eröffnet, suchen die rund 30 Radfahrer, die von hier aus auf die Strecke wollten, zuerst einmal Schutz vorm Regen. Unter dem Zelt und dem Dach einer benachbarten Tankstelle geht immer wieder sorgenvoll der Blick Richtung Himmel und Degenhardt empfiehlt zur Not Plan B: „Genießen sie einen schönen Tag in Bann, hier an der Theke und im Zelt.“

Regengüsse schrecken richtige Radfahrer nicht

Doch richtige Radfahrer lassen sich von Regengüssen nicht stoppen. An der Tankstelle steht Kai Maier mit seinen Kindern Fabian, Mia und Nora. Die Mädchen sind mit Inlinern hier, Papa und Sohn wollen mit dem Rad samt Hündin Onda in Richtung Waldfischbach-Burgalben. „Wir haben mal Horbach als Ziel angepeilt“, meint Maier, „eventuell aber auch Steinalben.“ Das macht er vom Wetter abhängig. Aber der strömende Regen sei kein Grund, nicht zu fahren. „Der Radelspaß ist nur alle zwei Jahre, da darf man sich vom Wetter nicht abschrecken lassen.“

Extra um 2.15 Uhr in der Nacht losgeradelt

107 Kilometer mit dem Rad hat Hubert Schmittel schon hinter sich, als er in Bann eintrifft. Er ist morgens um 2.15 Uhr in Hamm am Rhein losgeradelt, um pünktlich in Bann bei der Eröffnung zu sein. Den Regen nehme er in Kauf, für sein Fahrrad hat er einen Ersatzschlauch dabei und für sich die Regenjacke. Von Bann aus fährt er weiter über die autofreie Strecke über Queidersbach und Linden bis zum Ende des Radelspaßes in Waldfischbach-Burgalben. „Von dort fahre ich aber mit dem Zug nach Hause“, sagt er lachend.

Die kostenlose Burgführung fällt leider ins Wasser

Während in Bann noch um zehn Uhr reges Treiben herrscht, ist eine Dreiviertelstunde später an der Burg Nanstein nur wenig los. Um elf Uhr sollte die kostenlose Führung stattfinden. Doch die wurde kurzfristig abgesagt. „So ein Mist!“, ärgert sich Ralf Bleyer. „Wir sind extra von Queidersbach in diese Richtung gefahren und haben uns noch so beeilt.“ Er hatte sich und seine Familie für die Führung angemeldet: „Und da wäre ich gefahren, auch wenn es heute geschneit hätte.“ Gemeinsam mit Ehefrau Petra und Tochter Lisa will Bleyer noch bis nach Waldfischbach-Burgalben. „Wir sind doch schon nass, jetzt ist es egal“, lacht der Queidersbacher. Während er Regenhosen trägt, fährt Lisa in Jeans – und die sind vorne durchtränkt. „Kannst du noch nasser werden?“, schmunzelt Bleyer und Lisa kontert. „Doch, schau mal, hinten bin ich fast trocken.“ Tatsächlich ist die Jeans auf der Rückseite noch hell, nur der Hosenbund ist nass. „Dreh die Jeans um, dann geht es noch hundert Meter“, witzelt der Vater.

Am Mittag kommt die Sonne raus

In Linden ist um die Mittagszeit aber dann doch die Sonne im Anmarsch. Prompt sind einige Radler mehr auf der Strecke. Aber für die Vereine, die entlang der etwa 20 Kilometer langen Strecke in Bann, Queidersbach, Linden, Horbach, Steinalben und Waldfischbach für Verpflegung und Unterhaltung sorgen, sind es nicht genug. „Wir haben uns halt schon auf ein größeres Publikum eingestellt“, erzählen Marie-Luise Reitzle und Doris Wilhelm. Die beiden Helferinnen von den Katholischen Frauen Deutschlands (KFD) sind in Linden für die Pizza zuständig. „Wir können aber noch froh sein, es kommen viele auch ohne Rad nur zum Essen.“

Etwas schwieriger ist es bei den Oldtimerfreunden aus Krickenbach. Mit frischem Crêpes-Teig haben sie nicht gerade ein Mahl, das man für das nächste Fest einfrieren kann. „Wir hoffen, dass es jetzt trocken bleibt“, ist Manuela Kraus optimistisch: „Dann wird das noch voll heute.“

Die kleine Sophie hat gerade ihre erste Radtour absolviert – trotz des Wetters. Warm eingepackt saß das sieben Monate alte Mädchen nämlich im Hänger am Fahrrad von seiner Mama Christina Schirra. Von Landstuhl aus sind sie und ihr Mann Sascha um elf Uhr gestartet. Gemeinsam mit dem Patenonkel Markus Marhöfer haben sie per App das Wetter im Auge behalten und dann entschieden: „Auch wenn es noch regnet, es soll besser werden.“ Außerdem müsse Sophie gleich an das Wetter gewöhnt werden, meint die Mama augenzwinkernd. Und die junge Familie beschließt, bis ans Ende nach Waldfischbach-Burgalben zu radeln. Denn endlich hat Petrus doch noch ein Einsehen und wärmt die Radfahrer mit ersten Sonnenstrahlen.

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