Kreis Kaiserslautern
Landstuhl: Schüler und Lehrer reagieren besonnen auf Eindringling mit Beil
Völlig wahllos hat sich der 39-jährige Mann, der am Freitag an der IGS am Nanstein mit einem Beil im Rucksack für Aufregung gesorgt hat, sein Ziel wohl nicht ausgesucht. Welchen Bezug er allerdings genau zur Schule hat, teilte die Polizei auf RHEINPFALZ-Anfrage nicht mit. Wie Schulleiterin Monika Wagner-Gödtel betont, haben die Schüler das Ganze „sehr gut verkraftet“.
Offensichtlich ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen habe der anscheinend unter Drogen stehende Mann zwei Klassensäle betreten. „Die Kollegen und Schüler haben besonnen reagiert“, berichtet Wagner-Gödtel. In der Schule habe der Mann keine Waffe in der Hand gehabt, so dass die Schüler nur einen aufgebrachten Mann mit Rucksack gesehen hätten. Eine Lehrkraft habe ihn aus dem Klassenzimmer begleitet. Letztendlich sei der Eindringling vom Schulpersonal an den Eingang gebracht worden, wo ihn die sehr schnell angerückte Polizei dann festnahm.
Der schulpsychologische Dienst habe nicht in Anspruch genommen werden müssen. Den Schülern gehe es gut. Niemand sei wegen des Vorfalls verstört gewesen, meint Wagner-Gödtel. Die Lehrkräfte hätten umgehend Gespräche mit ihren Schützlingen gesucht, um über das Geschehene zu sprechen.
„Keine weiteren Sicherheitsmaßnahmen nötig“
„Wir haben hier eine sehr gute Kommunikation“, betont Wagner-Gödtel. So sei ihr auch das Eindringen des Mannes sofort gemeldet und die Polizei sei informiert worden. Ohnehin achte das Personal gut darauf, wer das Schulgelände betritt. Wenn da nun jemand komme, der dort anscheinend nichts zu suchen hat, werde das schnell weiter gemeldet. Auch angesichts des aktuellen Vorfalls sieht die Schulleiterin daher keine Notwendigkeit, über weitere Sicherheitsmaßnahmen nachzudenken.
„Wir haben alles Menschenmögliche getan“, sagt Wagner-Gödtel mit Blick auf die Informationspolitik der Schule – gerade was die Benachrichtigung der Eltern der Schüler angehe. Da werde allerdings nicht jedes Elternteil von der Schule direkt informiert. Das geschehe über den Schulelternsprecher, der auch in diesem Fall „sofort“ über die Vorkommnisse unterrichtet worden sei.
Polizei hat noch keine neuen Erkenntnisse
Ob der Eindringling, der bisher strafrechtlich nicht auffällig geworden sei, nun tatsächlich unter Drogeneinfluss stand, konnte die Polizei am Montag noch nicht sagen. Das Ergebnis der Blutprobe, die er abgeben musste, liege noch nicht vor. Wie berichtet, war er nach dem Vorfall in die Psychiatrie gebracht worden.