Kreis Kaiserslautern
Landstuhl: Peter Degenhardt will Bürgermeister der Verbandsgemeinde bleiben
Ideen und Vorhaben sprudeln aus Peter Degenhardt (CDU) regelrecht heraus, wenn es um die Zukunft der Verbandsgemeinde Landstuhl geht. Außerdem verrät er im Gespräch mit der RHEINPFALZ, wie er sich den Spitznamen Toilettenbürgermeister eingehandelt hat, der ihn aber so gar nicht stört.
Tag ein, Tag aus steht Peter Degenhardt derzeit in seinem Vorgarten. Nein, natürlich nicht das Original. Wahlkampf-Aufsteller zieren die Anlage vorm Eigenheim des amtierenden Bürgermeisters der Verbandsgemeinde (VG) Landstuhl in Mittelbrunn – dezent, aber nicht zu übersehen. Degenhardt ist ganz offensichtlich im Wahlkampfmodus, will seinen Posten verteidigen. An Ideen für die kommenden acht Jahre mangelt es ihm nicht. Schulen, Werke, Feuerwehr, Tourismus – der 55-Jährige ist mit diesen Themen voll in seinem Element.
Und das ist eben die Kommunalpolitik. „Eigentlich darf man ja als Landstuhler keinen Ramstein-Miesenbacher loben“, weiß Degenhardt – der übrigens schon seit 14 Jahren in Mittelbrunn lebt – sehr genau. Doch wenn es um den einstigen Bürgermeister Ramstein-Miesenbachs und seinen ersten Chef geht, bleibe ihm da nichts anderes übrig. Julius Divivier habe ihn mit der Begeisterung für die Kommunalpolitik angesteckt. Damals zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der VG Ramstein-Miesenbach durfte Degenhardt Divivier oft auf Auswärtstermine begleiten. „Da habe ich gesehen, wie vielseitig die Kommunalpolitik ist“, erinnert sich Degenhardt. Vor Ort etwas zu bewegen und einfach sagen zu können: „Das hab’ ich gemacht“, das reize ihn besonders.
Rund 26.000 Bürger gehören der Verbandsgemeinde nach der Fusion an
Es folgten Anstellungen als Büroleiter des damaligen Bundestagsabgeordneten Walter Altherr und als Niederlassungsleiter bei Raab Karcher in Mannheim. 1997 machte Degenhardt sein Hobby, die Kommunalpolitik, zum Beruf. Er wurde hauptamtlicher Beigeordneter der VG Landstuhl und 2013 deren Bürgermeister. Unter anderem fällt der Bau der Sauna- und Wellnessanlage Cubo – die er regelmäßig an Wochenenden zur Entspannung besucht – in seine aktive Zeit.
„Die bei weitem größte Verbandsgemeinde im Kreis Kaiserslautern ist schon eine Herausforderung“, richtet er den Blick nach vorne: auf die Fusion von Landstuhl und Kaiserslautern-Süd. Für rund 26.000 Bürger muss dann gesorgt werden. Gleiche Lebensbedingungen schaffen, und zwar in der kompletten neuen VG, müsse das Ziel sein. Mittelfristig gelte es zum Beispiel, die unterschiedlichen Gebührenstrukturen der Werke – zehn Jahre sind dafür Zeit – gerecht anzupassen.
Die Schulen, auch die kleinsten, liegen Degenhardt am Herzen
In diesem Zusammenhang kommt Degenhardt auf das Thema Schulen zu sprechen. Mit einem klaren Bekenntnis, auch die kleinsten unbedingt erhalten zu wollen – beispielsweise die Grundschule in Linden. Besonders wichtig sei Ganztagsbetreuung. Die müsse überall realisiert werden, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten. Dazu komme moderne Ausrüstung, die es ja vielerorts schon gebe, die jedoch auf dem neusten Stand gehalten werden müsse. „Ich habe mir ja gleich zu Beginn meiner Amtszeit den Spitznamen Toilettenbürgermeister eingehandelt“, sagt Degenhardt mit einem Schmunzeln. Denn die Sanierung der Sanitäranlagen in den Schulen sei er gleich angegangen. Gutes und vernünftiges Lernen erfordere eben auch die einfachsten Grundlagen. Baulich müsse daher alles in Schuss gehalten und bei Bedarf saniert werden.
Etwas Sorgen bereiten ihm die niedrigen Anmeldezahlen an der Realschule Plus in Queidersbach. „Da muss man mal schauen, ob man da nicht ein paar Schüler mehr hinbekommen kann.“ So sei unter anderem eine bessere Anbindung über den öffentlichen Nahverkehr angedacht, um einfachere Möglichkeiten zu schaffen, die Schule zu erreichen.
In Sachen Verwaltung setzt Degenhardt auf Bürgernähe. Lange Öffnungszeiten, einmal pro Woche sogar durchgehend, sollen das ermöglichen. Die Außentermine in der bisherigen VG Kaiserslautern-Süd will er beibehalten. E-Government – also die Möglichkeit, Dinge im Internet zu erledigen, für die bisher ein Verwaltungsbesuch nötig ist – müsse zudem ausgebaut werden.
Auf „Klasse statt Masse“ setzt Peter Degenhardt beim Tourismus. Gut ausgeschilderte, ansprechende Wanderwege erhalten und schaffen sei dabei ein wichtiger Punkt. Gleiches gelte für Mountainbike-Trails, betont der Bürgermeister, der sich auch selbst gerne mal auf den Fahrradsattel schwingt. Schwerpunkte mit Anlaufstellen für Touristen sollen dabei auch in Zukunft Trippstadt und Landstuhl sein.