Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Landratskandidat Ralf Leßmeister liebt alles, was zwei Räder hat

Auf zwei Rädern fühlt er sich wohl: Diesen Radweg nimmt Ralf Leßmeister, wenn er radelnd zur Arbeit fährt. Im Hintergrund ist de
Auf zwei Rädern fühlt er sich wohl: Diesen Radweg nimmt Ralf Leßmeister, wenn er radelnd zur Arbeit fährt. Im Hintergrund ist der Aussichtsturm auf den Kranichwoog zu sehen, ein Ort, an dem der amtierende Landrat sich gerne aufhält.

Am 18. Mai sind Landratswahlen im Kreis Kaiserslautern. Amtsinhaber Ralf Leßmeister (CDU) tritt erneut an. Wie tickt der 57-Jährige privat?

Ralf Leßmeisters Büro in der Kreisverwaltung in Kaiserslautern bietet eine schöne Aussicht über die Stadt. Direkt in der Sichtachse liegt die Maxstraße mit der Mall. Zwei große bunte Blumensträuße schmücken Schreibtisch und ein Sideboard. „Mir ist ein angenehmes Ambiente beim Arbeiten wichtig“, so der Landrat. Neben der Familie nimmt der Sport einen großen Platz in Leßmeisters Leben ein, das wird ganz schnell im Gespräch mit der RHEINPFALZ klar. Alles, was mit zwei Rädern zu hat, sei seine Leidenschaft, verrät der Kreischef. Dass der Hütschenhausener ein passionierter Radfahrer ist, zeigte sich schon 2017 bei seinem Wahlkampf vor seiner ersten Amtszeit. „Leß do it!“ lautete das Motto. Damals war er Abteilungsleiter der Jugend- und Sozialabteilung bei der Kreisverwaltung und radelte insgesamt rund 3000 Kilometer mit seinem Lastenfahrrad durch den Landkreis. Bei den Wahlen vor siebeneinhalb Jahren setzte er sich bei einer Stichwahl mit einem Stimmenanteil von 53,2 Prozent gegen seinen SPD-Konkurrenten Martin Müller durch, nachdem bei der Direktwahl keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreichen konnte. Diesmal hat Leßmeister nur einen Mitbewerber: Thorsten Haferanke, ebenfalls langjähriger Mitarbeiter bei der Kreisverwaltung, tritt für die Sozialdemokraten an.

Wahlkampf fällt kürzer aus

Von Ort zu Ort zu radeln, das werde aufgrund seiner vielen Verpflichtungen und Termine diesmal leider nicht klappen, bedauert Leßmeister, der seinen früheren Wahlkampfslogan passend zu „Leß do it again!“ modifiziert hat. Diesmal falle der Wahlkampf durch den Bundestagswahltermin im Februar auch deutlich kürzer aus, verweist er auf einen gerafften Zeitplan. Die ein oder andere Fahrt zu einem Termin werde es aber geben, kündigt der Christdemokrat an. Sich fit und gesund zu halten, ist ihm wichtig. Wenn das Wetter und die Terminlage es zulassen, fährt er mit dem Rad von Hütschenhausen, wo er mit seiner Frau Christine seit 25 Jahren wohnt, zur Arbeit. Hin und zurück sind das 50 Kilometer. „Da hat man schon mal was für die Gesundheit getan und vor allem macht es den Kopf frei!“, beschreibt der CDU-Mann die positiven Effekte. So manche gute Idee sei ihm beim Radeln gekommen und auch etliche Reden habe er auf dem Rad schon vorformuliert. Morgens schwingt er sich kurz vor sieben Uhr auf eines seiner Sportgeräte, um dann um 8.15 Uhr geduscht und im gebügelten Hemd im Büro zu sitzen. Drei Rennräder hat er: „Ein Winter-, ein Sommer-, und ein Arbeitsbike.“ Dazu ein Mountainbike und ein etwas „älteres Retrorad“. Die Möglichkeit zum Duschen und auch Spinde gebe es in der Kreisverwaltung. Montagmorgens transportiere er seine gesamte Garderobe für die Woche mit dem Auto zur Arbeit. Freitagabends nehme er die gebrauchte Kleidung wieder mit dem Auto mit nach Hause, erklärt Leßmeister, wie er die Klamottenfrage organisiert. Die Hinfahrt morgens koste schon ein bisschen Überwindung. „Aber die Heimfahrt abends bei schönem Wetter ist ein Genuss!“ Einmal im Winter ist er im Dunkeln wegen Spurrillen, die ein Lkw im Asphalt hinterlassen hat, gestürzt. „Das war aber auch der einzige Unfall in all den Jahren.“ Auf was sollte man achten, wenn man regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit pendelt? „Das wichtigste ist, dass das Bike gut gewartet ist“, rät der Profi. Das übernimmt der Radsportbegeisterte natürlich selbst. Eine eigene Garage ist dafür reserviert. Dort steht auch seine Harley-Davidson. Das Motorradfahren gehört zu den weiteren langjährigen Hobbys des Landrats. „Meine Frau und ich haben unsere Hochzeitsreise mit dem Motorrad drei Wochen durch Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz gemacht“, erzählt der Kreischef.

Vom Fußball zum Radsport

Bis 2014 sei er noch Radrennen gefahren. „Nach einem Unfall, nach dem ich etwas zerbeult aussah, habe ich damit aufgehört“, sagt Leßmeister. Zum Radfahren ist er gekommen, weil er nach fast 35 Jahren als aktiver Fußballspieler nach mehreren Verletzungen und Operationen keinen Laufsport mehr betreiben konnte. „Seitdem ist das Rad meine Leidenschaft“. Bis zu seinem 16. Lebensjahr war Leßmeister aber auch im Gerätturnen erfolgreich. Doch irgendwann habe er sich dann zwischen den beiden Sportarten entscheiden müssen und das Turnen aufgegeben.

Doch nicht nur der Sport spielt eine große Rolle im Leben des drahtigen Mannes, er ist auch ein passionierter Musiker. Als Kind hat er das Akkordeon-Spielen gelernt und war jahrelang unter anderem im Westpfälzischen Akkordeon-Orchester in Landstuhl aktiv. Als seine Schwester Klavierstunden bekam, habe er das Instrument einfach mitgelernt und sich mit 15 Jahren auch das Gitarre-Spielen selbst beigebracht. Gerne erinnert sich der Kreischef auch an seine Band zurück, in der er als junger Mann spielte. „Wir sind als Tanzband über die Dörfer getingelt. Von der Gage habe ich mir mein erstes Motorrad gekauft.“

Das Zuhause ist Ruheoase

Leßmeister kocht auch gern für Freunde und die Familie. An Weihnachten sei er immer für das Festessen, zu dem die erwachsenen Söhne Tim und Nick und deren Partnerinnen gerne kämen, verantwortlich. Seine Spezialität: die Zubereitung von Steaks. Das Bügeln mache er am wenigsten gern, sagt Leßmeister zum Thema Hausarbeit. „Die Hemden gehen in die Reinigung, da schone ich meine Frau“, verrät Leßmeister und lacht. Dagegen arbeite er gern im Garten. Seine Frau habe den „wesentlich grüneren Daumen“ von ihnen beiden, aber er übernehme das Rasenmähen und Heckenschneiden. Ihr Zuhause in Hütschenhausen sei ihre Ruheoase, wo sie sich erholten. „Meine Frau und ich genießen im Sommer die Terrasse und im Winter machen wir es uns am Kamin im Wohnzimmer gemütlich.“ Der Sonntag sei allerdings oft Arbeitstag: Dann arbeiteten er und seine Frau, die Lehrerin ist, zusammen am großen Tisch im Wohnzimmer.

An seiner Tätigkeit als Landrat gefällt ihm vor allem die Vielseitigkeit der Aufgaben und das breitgefächerte Netzwerk, das man sich aufbaue. Das Krisenmanagement während der Corona-Pandemie sei im Rückblick die prägendste Zeit gewesen, antwortet Leßmeister auf die Frage nach der bisher größten Herausforderung im Amt. Gibt es einen Plan B, falls er die Wahl am 18. Mai nicht gewinnen sollte? Leßmeister zögert mit der Antwort nicht lange: „Das entscheide ich dann, wenn es ansteht.“ Sein Lebensmotto sei, immer positiv zu denken.

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