Bruchmühlbach-Miesau
Lärmschutzwände: Ab Freitag wird gebaut
Nerlich ist bei der DB Netz AG in Karlsruhe zuständig für die Lärmsanierung an Schienenwegen in Baden-Württemberg, Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Am Dienstagabend informierte er im Gemeindesaal der Grundschule Bruchmühlbach über die bevorstehenden Baumaßnahmen. Mit seinem Kollegen Hasan Ilhan verdeutlichte er, was im Auftrag der Bahn im Dorf zwischen dem Ortsausgang von Vogelbach im Westen und dem Bereich der Straße „Im Weiherfeld“ im Osten in den kommenden drei Monaten gebaut werden soll. Zudem gab es einen Ausblick auf Arbeiten, die frühestens in fünf Jahren in Angriff genommen werden können. Aufgrund einer Änderung der Förderrichtlinien des Bundes könne nämlich Bruchmühlbach in den kommenden Jahren in den Genuss weiterer Lärmschutzmaßnahmen durch die Bahn kommen.
Erfreut über Baubeginn
Rund 20 Bruchmühlbacher, die in unmittelbarer Nachbarschaft der hochfrequentierten Bahnlinie wohnen, auf der tagsüber reger Personenzugverkehr herrscht und insbesondere in den Abendstunden zahlreiche Güterzüge verkehren, waren gekommen. Genau wie Ortsbürgermeister Rüdiger Franz zeigten sie sich erfreut darüber, dass die Arbeiten, deren erste Pläne bis ins Jahr 2015 zurückreichen, endlich in Angriff genommen werden. Durch die Lärmschutzwand erhoffen sie sich vor allem abends eine Entlastung des von den Güterzügen ausgehenden Lärms.
Bis es soweit ist, müssen die Anwohner zunächst mit ziemlich viel Lärm in der Nacht rechnen. Die Arbeiten an den beiden Lärmschutzwänden im Ortsteil Vogelbach und der Straße „Im Weiherfeld“ müssen nachts erfolgen, wie Ilhan und Nerlich erklärten. Die Lärmschutzwand in Bahnhofsnähe könne tagsüber gebaut werden. Die Bahn-Ingenieure konnten die Anwohner zumindest teilweise beruhigen: Die Arbeiten, die den eigentlichen Lärm verursachen, stehen ganz am Anfang, zudem ist davon nicht der gesamte Bereich der zusammen gut zwei Kilometer langen Lärmschutzwand betroffen, die bis Ende März errichtet werden soll. „Die Arbeiten finden in Form einer Wanderbaustelle statt. Das bedeutet, dass der Bautrupp an einem Ende der Lärmschutzwand mit den Arbeiten beginnt und sich danach kontinuierlich ans andere Ende vorarbeitet. Nur dort, wo gerade gearbeitet wird, ist mit größerem Lärm zu rechnen“, schilderte Nerlich den Bauablauf.
Vier Bauabschnitte
Gebaut werde die Wand in vier Abschnitten, wobei zu Beginn sogenannte Gründungselemente in das Erdreich gerammt werden, was den größten Lärm verursache. Die späteren Arbeiten, wie das Einbetonieren der Pfosten in die Gründungselemente und die Montage der Lärmschutzelemente, gingen deutlich leiser vonstatten. Bei Härtefällen, beispielsweise wenn am nächsten Morgen eine Abiturprüfung abgelegt werden müsse oder ähnlich wichtigen Terminen, könne die Bahn nach Absprache die Kosten für eine Hotelübernachtung übernehmen. Zudem gebe es eine Kontaktstelle, an die man sich bei Beschwerden im Zusammenhang mit den Bauarbeiten wenden könne. Alle Fragen, die außerhalb der Dienstzeiten eingingen, würden direkt am nächsten Werktag bearbeitet, versicherten Ilhan und Nerlich.
Schriftlich kontaktiert werden dieser Tage die Hausbesitzer, bei denen trotz der Lärmschutzmaßnahmen voraussichtlich die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutz-Grenzwerte überschritten werden. Hier können zusätzlich passive Lärmschutzmaßnahmen gefördert werden. Allerdings müssen sich die Besitzer solcher Häuser noch einige Jahre gedulden, denn die Förderung erfolgt erst nach dem Abschluss der Baumaßnahme – also in zirka fünf bis sechs Jahren, wobei Ausnahmen durchaus möglich seinen, so Ilhan.
Info
Die Kontakt- und Beschwerdestelle der Bahn ist zu erreichen unter Telefon 0160 91986075 oder per E-Mail an laermmessung@deutschebahn.de.