Bann RHEINPFALZ Plus Artikel Knutfest in Bann: Hochprozentiges für Selbstbringer

Während etliche ausrangierte Weihnachtsbäume bereits im Feuer loderten, warfen die Besucher des Knutfestes drei Exemplare um die
Während etliche ausrangierte Weihnachtsbäume bereits im Feuer loderten, warfen die Besucher des Knutfestes drei Exemplare um die Wette.

Lodernde Flammen und fliegende Weihnachtsbäume: Beim Knutfest in Bann wurde den Besuchern trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht kalt.

Der Ort des Geschehens ist für den erstmaligen Besucher weder zu übersehen noch zu überhören. Auf der Wiese am Bännjer Ortsrand lodern an diesem Abend mehr als fünf Meter hohe Flammen in den Himmel und sorgen nach Einbruch der Dunkelheit im Umfeld für ein flackerndes, aber durchaus anheimelndes Licht. Das Prasseln der trockenen Zweige sorgt immer dann, wenn Christian Mayer den Flammen neue Nahrung verschafft, für donnernd lautes Getöse – und dafür, dass man es trotz Außentemperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt im Umfeld des Höllenfeuers gut aushalten kann. Der Obst- und Gartenbauverein Bann (OGV) hatte für Samstag an sein Vereinsgelände im Tälchen zu seinem traditionellen Knutfest eingeladen, bei dem ausgediente Weihnachtsbäumchen eine ganz besondere Rolle spielen. Rund 80 Nordmanntannen, Blaufichten und Schwarzkiefern, die bis vor wenigen Tagen noch festlich geschmückt in den Bännjer Wohnzimmern standen, werden an diesem Abend beim OGV in Flammen aufgehen – natürlich ohne Christbaumkugeln und ohne Lametta.

Knutfest feiert kleines Jubiläum

„Wer seinen ausgedienten Weihnachtsbaum heute Abend selbst zu uns bringt, bekommt dafür einen Schnaps und darf den Baum auch selbst aufs Feuer werfen“, berichtet Sascha Sali, der Vorsitzende des OGV, der mit seinem Verein am Samstagabend ein kleines Knutfest-Jubiläum feiern konnte. Bereits zum 20. Mal richtete der Verein das Brauchtum, das ursprünglich aus Skandinavien stammt und nicht von einem großen schwedischen Möbelhaus mit einer Dependance in Lautern erfunden wurde, aus. Mittlerweile erfreut sich das Fest großer Beliebtheit und die Bännjer sind in Scharen zum OGV-Vereinsheim und auf die angrenzende Wiese gekommen.

Ausgewählte Wurfbäume für den Wettbewerb

Neben dem Verbrennen der ausgedienten Weihnachtsbäumchen erwartet sie dort ein weiteres Spektakel, für das das Knutfest in Bann bekannt ist: Der Weihnachtsbaum-Weitwurf-Wettbewerb. Um für eine gewisse Chancengleichheit bei den unerschrockenen Teilnehmern zu sorgen, müssen diese nicht ihre eigenen Weihnachtsbäumchen zum Wettbewerb mitbringen. „Wir haben einen Männerbaum, einen Frauenbaum und einen für die Kinder als Wurfobjekt reserviert, wobei der Männerbaum natürlich der größte und schwerste von allen ist“, berichtet Arnold Germann, der zusammen mit Karl Schmitt, beides Aktive beim OGV, mit einem Maßband für die Ermittlung der Wurfweite sorgt.

Mit fast 80 Werferinnen und Werfern aller Altersstufen erfreut sich der Wettbewerb in diesem Jahr einer unerwartet großen Resonanz und OGV-Vorsitzender Sali hat alle Hände voll damit zu tun, die Namen der Teilnehmer und ihre Wurfweiten festzuhalten, denn die drei Erstplatzierten jeder Teilnehmerklasse erhalten neben einer Urkunde auch kleine Preise. So gibt’s für die drei Damen und drei Herren, die den Frauen- beziehungsweise Männerbaum, am weitesten werfen, Verzehrgutscheine, die entweder noch gleich an diesem Abend oder in einem knappen halben Jahr beim Gartenfest des OGV eingelöst werden können.

Die Kinder durften sich über kleine Kanister mit Apfelsaft freuen, der vom OGV selbst aus Früchten von den eigenen Streuobstwiesen hergestellt wurde. 6,80 Meter war übrigens die größte Weite, die am Samstagabend erzielt wurde, bevor auch die drei ausgewählten Wurfbäume in den Flammen landeten.

Beim OGV war die Veranstaltung nach dem Weihnachtsbaum-Weitwurf-Wettbewerb und nachdem das letzte Bäumchen in Flammen aufging noch nicht zu Ende. Im und vor dem Vereinsheim klang der gemütliche Abend unter anderem bei heißen und kalten Getränken sowie bei Würsten und Chili con Carne – anstelle des in Skandinavien zum Knutfest traditionell gereichten Julbord – aus.

x