Bruchmühlbach-Miesau RHEINPFALZ Plus Artikel Klares Nein zu weiteren Märkten in Schönenberg-Kübelberg

Schönenberg-Kübelberg ist zwar deutlich kleiner als Bruchmühlbach-Miesau, hat aber viel mehr Geschäfte.
Schönenberg-Kübelberg ist zwar deutlich kleiner als Bruchmühlbach-Miesau, hat aber viel mehr Geschäfte.

Die Pläne der Ortsgemeinde Schönenberg-Kübelberg (Kreis Kusel), ihren ohnehin schon gut ausgestatteten Einzelhandelsstandort noch weiter auszubauen, stoßen in der Nachbargemeinde Bruchmühlbach-Miesau auf strikte Ablehnung. Wie der Verbandsgemeinderat argumentiert.

Viele Menschen, die in den Ortsteilen Miesau und Elschbach wohnen, fahren schon jetzt zum Einkaufen nach Schönenberg-Kübelberg, denn dorthin ist es ein Katzensprung und mitunter deutlich näher als die Geschäfte im jenseits der Autobahn gelegenen Ortsteil Bruchmühlbach. Die Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten im Nachbarort ist groß: Dort gibt es die Discounter Lidl, Aldi, Penny, Netto sowie die Lebensmittelvollsortimenter Edeka und Wasgau, den Drogeriemarkt dm, zwei Getränkemärkte, Bekleidungsdiscounter, Bäckereien, eine Metzgerei und zwei Apotheken. Im Regionalen Raumordnungsplan ist die 5700-Einwohner-Gemeinde Schönenberg-Kübelberg wie das 7500 Einwohner zählende Bruchmühlbach-Miesau als Grundzentrum ausgewiesen. Doch obwohl der Status gleich ist, habe sich die Gemeinde im Kreis Kusel in puncto Einzelhandel ganz anders entwickelt: „Was dort alles genehmigt wird, ist nicht nachzuvollziehen“, sagt der SPD-Fraktionschef und frühere langjährige Ortsbürgermeister von Bruchmühlbach-Miesau, Klaus Neumann, und fügt an: „Was haben wir hier schon um Einzelhandel gerungen!“ Sein CDU-Ratskollege Marcus Sauter gibt ihm Recht: „Das Land macht es uns schwer. Wir kriegen Probleme gemacht, egal, was wir vorhaben“, erinnert er an die Pläne, am Miesauer Edeka selbst ein Fachmarktzentrum mit weiteren Geschäften einzurichten.

„In erheblichem Maße auf Nachfrage von außen angewiesen“

„Bedingt durch die üppige Ausstattung der Nachbargemeinde mit Einzelhandel sind wir hier ganz unterdurchschnittlich mit Einzelhandel versorgt“, heißt es denn auch in einer Stellungnahme, die die Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau zu den Erweiterungsplänen in Schönenberg-Kübelberg abgibt. Dort sind nun im Osten der Ortslage – also nahe bei Miesau – weitere Geschäfte für Schuhe, Bekleidung und Drogerieartikel geplant. Außerdem sollen Aldi und Wasgau vergrößert werden; die Arbeiten am Wasgau sind schon weit fortgeschritten. „Das wird ein ganz schöner Brocken“, merkt Bürgermeister Erik Emich (CDU) an.

Die Stellungnahme der VG schätzt den Bestand an Verkaufsflächen im Nachbarort auf mindestens 10.000 Quadratmeter. „Das entspricht Jahresumsätzen von nicht weniger als 40 bis 50 Millionen Euro.“ Etwa doppelt so viel, wie die Bevölkerung Schönenberg-Kübelbergs selbst generieren könne. Daher sei der Ort schon jetzt „in erheblichem Maße auf Nachfrage von außen“ angewiesen. Wenn nun – wie in der Fortschreibung des Flächennutzungsplans der VG Oberes Glantal vorgesehen – das Sondergebiet in Schönenberg-Kübelberg vergrößert werde, würde diese zusätzliche Konkurrenz vor der Haustür den Standort Bruchmühlbach-Miesau noch mehr schwächen: „Wir haben Schwierigkeiten, Betriebe der Grundversorgung anzusiedeln oder auch nur zu halten. Die Anbieter gehen in der Regel lieber dahin, wo schon andere sind“, so die Stellungnahme.

„Wir müssen dagegenhalten“

„Schönenberg-Kübelberg zieht alles an sich, schädigt damit auch Waldmohr und Glan-Münchweiler“, kritisiert Harald Hübner (Wählergruppe Heintz). „Wenn das kommt, was jetzt geplant ist, können wir hier gleich zusperren“, lautet das Fazit von Marcus Sauter. Der einhellige Tenor im Rat: „Wir müssen dagegenhalten!“ Einstimmig hat der Verbandsgemeinderat am Donnerstagabend die Erweiterungspläne abgelehnt.

Ein größerer Wasgau-Markt entsteht derzeit in Schönenberg-Kübelberg – nicht der einzige Plan der Gemeinde zum weiteren Ausbau de
Ein größerer Wasgau-Markt entsteht derzeit in Schönenberg-Kübelberg – nicht der einzige Plan der Gemeinde zum weiteren Ausbau des Einzelhandelsstandorts.
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